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Wie bestimmt man astronomische Entfernungen?
In diesem Kapitel:
Wie bestimmt man Entfernungen?Die Bestimmung der Distanzen zu kosmischen Objekten gestaltet sich deutlich schwieriger als die Bestimmung von Entfernungen auf der Erde. Deshalb sind die Entfernungsangaben - je weiter, desto mehr - mit relativ grossen Ungenauigkeiten versehen. Die Entfernungen zu weit weg liegenden Objekten beruhen auf den Messungen in unserer näheren Umgebung: die Parallaxen zu den nächsten Sternen auf der Messung des Abstandes Erde-Sonne, die Kalibration von Standardkerzen auf der Bestimmung der Entfernung zu Offenen Sternhaufen (die auf der Distanz zu den Hyaden beruhen), und so weiter. Mit jeder Sprosse dieser kosmischen Entfernungsleiter werden die Unsicherheiten der darunterliegenden weitervererbt, und zusätzliche Unsicherheiten kommen mit jeder Sprosse dazu.Im Prinzip kann man Entfernungen auf verschiedene Arten bestimmen:
zum Seitenkopf, zum Inhaltsverzeichnis dieser Seite Wie bestimmt man Entfernungen?Die Messung von Signallaufzeiten (Radarpulse) wird verwendet, um Präzisionsbestimmungen des Mondabstandes zu machen. Auch die Entfernung der Venus wurde auf diese Weise erhalten. Historisch gesehen war dies eine sehr bedeutende Messung, da die Entfernung Erde-Sonne nicht durch trigonometrische Parallaxen bestimmt werden konnte, und man mit Hilfe der Keplerschen Gesetze nur relative Grössen bestimmen konnte. Mit der Distanz Erde-Venus kannte man dann auch die AU = Astronomical Unit (Astronomische Einheit, der mittlere Abstand Sonne-Erde)man schickt einen möglichst gut gebündelten Strahl zum Objekt und fängt das Echo auf. Technisch ist dies allerdings etwas aufwendiger, vor allem, wenn, wie bei der Venus, eine Atmosphäre berücksichtigt werden muss. Da man einen Strahl nicht beliebig gut bündeln kann - auch ein Laser-Strahl ist irgendwann divergent (d.h. er weitet sich auf) - und auch am Objekt eine Streuung des Strahls auftritt, kommt nur ein sehr kleiner Teil der ausgesandten Energie zurück. Weil man zudem nicht unendliche Energiemengen in einen Messstrahl stecken kann, ist diese Methode auf nahe Körper (mit fester Oberfläche; Gasplaneten wie der Jupiter oder die Sonne verschlucken den Strahl) beschränkt. Wichtigere Methoden in der Astronomie sind die verbliebenen der oben genannten. zum Seitenkopf, zum Inhaltsverzeichnis dieser Seite Parallaxen
Parallaxen im ursprünglichen Sinn bedeutet die Messung von
Winkeln in der Einheit 'Parallaxensekunde', oder einfach in
Sekunden (Untereinheit der Minute, die eine Untereinheit des
Winkelgrades ist; 60 = 60 arcsec = 60 Bogensekunden = 1' = 1
Bogenminute, 60' = 60 arcmin =
Das Prinzip der Parallaxen kann man in der Abbildung 8.2
erkennen: Man misst den Winkel
Ein Objekt, dass unter einer Parallaxe
Schon der nächste Stern, Alpha Centauri, erscheint unter einem
kleineren Winkel als eine Bogensekunde. Er ist etwa 1.3 pc entfernt;
das bedeutet, dass der Winkel Mit dem HIPPARCOS-Satellit hat man einige zehntausend Parallaxen mit einer modifizierten Version der obigen Methode gemessen, die die 100 pc Grenze weit übertreffen. Der Nachfolger GAIA soll bis 10 kpc (kpc = kiloparsec = 1000 parsec) messen können und somit auf direktem Weg die Entfernung der Sonne vom Zentrum der Milchstrasse bestimmen können. zum Seitenkopf, zum Inhaltsverzeichnis dieser Seite Spektroskopische ParallaxenWenn man die Entfernungen zu Sternen z.B. mit jährlichen Parallaxen bestimmen kann, und deren Spektral- und Leuchtkraftklasse kennt, kann man ihre absolute Helligkeit eichen. Da Sterne gleicher Spektral- und Leuchtkraftklasse die gleiche absolute Helligkeit haben, kann man jetzt für andere Sterne deren scheinbare Helligkeit messen und mit der bekannten absoluten Helligkeit über den Entfernungsmodul die Entfernung zu diesem neuen Stern berechnen. zum Seitenkopf, zum Inhaltsverzeichnis dieser Seite Standardkerzen
Der Trick mit den Standardkerzen ist die Ausnutzung des
Helligkeitsabfalls mit der Entfernung: das Licht einer
Punktquelle nimmt mit dem Quadrat des Abstandes ab. Zwei
gleichhelle Lampen, eine in 2 m und die andere 4 m Entfernung,
erscheinen unterschiedlich hell. Die bei 2 m leuchtet viermal
heller als die bei 4 m. Kurz: die Leuchtkraft
Wenn wir nun die (intrinsische) absolute Helligkeit, sagen wir
mal eines Sterns, kennen, können wir aus seiner, auf der
Erde gemessenen scheinbaren Helligkeit die Entfernung D
bestimmen. Solche Sterne sind zum Beispiel
sind die RR-Lyrae-Sterne und die zum Seitenkopf, zum Inhaltsverzeichnis dieser Seite Standardmasse
Als standard rods (Standardmassstäbe) bezeichnet man Objekte,
deren Ausdehnung man zu kennen glaubt. Das Prinzip ist wiederum
einfach, und eigentlich eine Umkehrung der Sternparallaxen: Man misst
den Winkeldurchmesser zum Seitenkopf, zum Inhaltsverzeichnis dieser Seite Dynamische Methoden
Unter dynamischen Methoden sind vor allem die Tully-Fisher, die
Faber-Jackson Relation, bzw. die Variante als Dn- Ähnlich funktioniert auch die Faber-Jackson Relation, nur dass diese auf Elliptische Galaxien angewendet wird, für die man keine Rotationsgeschwindigkeit zur Bestimmung der Masse messen kann. Hier wird stattdessen die Geschwindigkeitsdispersion (die Verteilung der Geschwindigkeiten der Sterne entlang unserer Sichtlinie durch die Galaxie) gemessen und daraus die Masse geschätzt. Dazu muss man ein Masse-zu-Leuchtkraft Verhältnis annehmen, mit dem man die Leuchtkraft der Galaxie berechnen kann. Mit diesem Wert und der gemessenen scheinbaren Helligkeit kann man die Entfernung bestimmen. Sowohl die Rotationsgeschwindigkeit als auch die Geschwindigkeitsdispersion werden mit spektroskopischen Methoden gemessen. Up: AstroEin Previous: Beobachtungstechnik |