Mit dem SBF können wir vorderhand nichts anfangen. Statt einer zweidimensionalen Verteilung benötigen wir die dreidimensionale, räumlicher Verteilung der Helligkeit. Diese ist nicht einfach direkt zu bestimmen, da es sich um ein unterbestimmtes Inversionsproblem handelt. Mit anderen Worten, wir müssen eine Annahme treffen über die Helligkeitsverteilung entland der Sichtlinie von uns durch die Galaxie. Auch wenn die Galaxie auf der Himmelsebene kreisförmig erscheint, kann sie entlang der Sichtlinie gestaucht oder gestreckt sein - oder wirklich kugelrund. Hier nehmen wir Kugelsymmetrie an, weswegen wir uns bei der Auswahl der Objekte auch auf kreisförmige Galaxien beschränkt haben. (Für einige der berechneten Grössen hat diese Annahme geringe Auswirkungen, für andere starke; das muss in der jeweiligen Analyse berücksichtigt werden.)
Auch hier gibt es wieder ein Problem zu bewältigen: wie bei jeder physikalischen Messung wird das Messergebnis durch ``Rauschen`` beeinträchtigt. Die Deprojektion des SBP ist mathematisch gesehen die Lösung einer Integro-Differntialgleichung. Solche Gleichungen haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie kleine ``Unebenheiten`` enorm verstärken können. Eine brut-force Deprojektion wird, vor allem in den Regionen mit schwachem Signal, fürchterliches Gewackel ergeben. Eine Lösung für diese Problematik ist ein Verfahren, welches mittels einer ``Penalty`` eine bestimmtes Verhalten der Ergebnisfunktion fördert oder sogar erzwingt. Im Fall der Berechnung der Helligkeitsdichte ist dies die Monotonie: die Dichte in einem saturierten System muss vom Zentrum nach aussen monoton fallen.
Für die Einstellung der Penalty gibt es theoretische Ansätze, die jedoch nicht immer zielführend sind. Daher wird die Stärke der Penalty häufig auch noch subjektiven Kriterien eingestellt. In diesem Fall muss untersucht werden, welchen Einfluss die so eingeführte Willkür hat. In unserem Fall sind die Auswirkungen stets gering, da sie vor allem die äussersten Regionen betreffen, in welchen das Signal/Rausch-Verhältnis schlecht ist. In diesen Regionen ist jedoch auch nur noch wenig Masse vorhanden, so dass sich deren Einfluss auf die Dynamik in Grenzen hält.