[Galactic]
Sich auf die Milchstrasse beziehend oder zur Milchstrasse gehörend.
Galaktisches Alter
[galactic age]
Galaktischer Halo
[Galactic halo]
Halo der Milchstrasse. Das ist eine annähernde kugelförmige Zone
um die
Galaxis, in welcher Kugelsternhaufen und metallarme, in der Regel sehr
alte
Sterne zu finden sind.
Galaktischer Kern
[Galactic Nucleus]
Galaktische Rotation
[Galactic rotation]
Galaktische Spiralstruktur
[Galactic spiral structure]
galaktisches System
[galaxtic system]
Galaxien
[galaxies]
Galaxienfarbe
[galactic color]
Galaxienhaufen
[cluster of galaxies]
Eine Ansammlung von Galaxien, die nicht notwendigerweise gravitativ
gebunden sind. Man unterschied früher reguläre und
irreguläre Haufen, je
nach Erscheinungsbild. Die ersteren weisen einen starke Konzentration zum
Zentrum hin zu einer cD-Galaxie hin auf, letztere sind
zerissener und haben keine cD-Galaxie. Kleine Galaxienhaufen
nennt man Galaxiengruppen oder nur Gruppen. Die Milchstrasse gehört
zusammen mit der Andromedagalaxie und etwa 25 weiteren Galaxien zur
Lokalen
Gruppe. Der nächstgelegene Galaxienhaufen ist der Virgohaufen. Abell
stellte die grossen Haufen in einem Katalog zusammen, was die Bezeichnung
Abell-Haufen nach sich zog.
Galaxienhaufen sind in der Regel Röntgenquellen, welches auf heisses
Gas
mit Temperaturen bis zu einigen hundert Millionen Grad
zurückzuführen sind.
In einigen massereichen elliptischen Galaxien, vor
allem bei den cDs, werden Cooling Flows beobachtet, Strömungen des
Röntgengases in die Galaxie hinein.
Nach den heutigen Modellen bilden sich die zentralen Galaxien in den
grossen Galaxienhaufen bereits sehr früh. Durch die Anziehungskraft
werden
nahegelegene Gruppen und kleinere Haufen in die grossen Haufen gezogen.
Scheibengalaxien erfahren beim Einfall eine Umformung durch das sogenannte
Galaxy Harassment: aufgrund der Gezeitenkräfte verformen sich die
Scheiben
und werden schliesslich abgestreift. Übrig bleiben entweder kompakte
Ellipsen oder S0-Galaxien, welche man in den zentralen Regionen der Haufen
überproportional häufig findet. Die abgestreiften Sterne bilden
die
intra-Cluster-Population, welche von Fritz Zwicky bereits in den 1950er
Jahren postuliert wurde, und in Beobachtungen von Planetarischen Nebeln
seit etwa 2000 auch quantitativ untersucht werden kann (Gerhard,
Arnaboldi,
Mendez, Freeman).
Galaxienklassifikation
Galaxienmasse
Galaxienspektrum
Galaxis
[Galaxy]
Ein anderes Wort für die Milchstrasse.
galaxy Harassment
[galaxy Harassment]
Ein Prozess, bei welchem in Galaxienhaufen einfallende Scheibengalaxien
verändert werden. Dabei wird durch Gezeitenkräfte die Scheibe
deformiert
oder sogar abgestreift. Aus den Scheibengalaxien werden dadurch
S0-Galaxien
oder Zwergellipsen, die in den zentralen Bereichen der Galaxienhaufen zu
finden sind. Dieser Prozess wurde als Alternative zu den Galaxienmergern
(Verschmelzungen) von der Gruppe um Ben Moore vorgestellt.
Galileische Monde
Galileo-Sonde
Galileo-Transformation
gamma Cassiopeiae-Sterne
Gamma-ray burst
Seit Einführung von Spionagesatelliten zur Überwachung von
Kernwaffentests
bekannte kurzzeitige Blitze von gamma-Strahlung. Mit der verbesserten
räumlichen
Auflösung der gamma-Teleskope konnte gezeigt werden, dass gamma-ray
bursts extragalaktischen Ursprungs sind; ihre Entstehung ist allerdings
noch nicht geklärt.
Gammastrahlenastronomie
[gamma-ray astronomy]
Zweig der Astronomie, der sich mit der Untersuchung von Quellen
befasst, die Gammastrahlung aussenden.
Gamma-Strahlung
Hochenergetische elektromagnetische Strahlung mit Energien grösser
als Röntgenstrahlung, d.h. kürzeren Wellenlängen. Zählt
zur Klasse der radioaktiven Strahlung, da sie bei Kernprozessen auftritt,
in der Regel in Begleitung von beta- oder alpha-Strahlung. Energieangaben
meist in keV (Kiloelektronenvolt) oder Mev (Megaelektronenvolt).
Ganymed
Der mit einer mittleren Entfernung von 1070000 km dritte und mit
5262 km grösste der Galileischen Monde des Jupiter. Es ist der
grösste Trabant überhaupt im Sonnensystem und deutlich
grösser
als die Planeten Merkur und Pluto. In Opposition ist Ganymed
etwa 5.1 mag hell, und nur aufgrund seiner Nähe zum
überstrahlenden
Jupiter nicht mit blossem Auge sichtbar.
Rotationsdauer um die eigene Achse und um einen anderen Körper sind
gleich
lang; dadurch zeigt, z.B. der Mond, immer dieselbe Seite. Gezeitenreibng
bringt alle solchen Systeme letztlich in einen Zustand
gebundener Rotation.
Gegenschein
Gemini
Gemma
Geometrie
geozentrisches Weltbild
Weltbild, in dem die Erde im Zentrum des Universums zu liegen
kommt. Sie wird von Mond, Sonne und den Planeten umkreist und ist
in der Sphäre der Fixsterne eingebettet. Diese Anschauung wurde
in der Antike entwickelt und war in Europa bis in das 16.
Jahrhundert Standard, obgleich es alternative Modelle gab, wie das
heliozentrische Weltbild des Aristarch. Die Popularität ergab sich
zum Teil aus der Prominenz der Protagonisten des geozentrischen
Weltbildes, vor allem des Aristoteles und des Ptolemeios. Die
Schwierigkeiten, das geozentrische Modell zu falsifizieren,
gründen vor allem am Festhalten an der Kreisbahn als Orbitform
der Planeten (Kreis als vollkommene und göttliche geometrische
Figur) und am Fehlen der Akzeptanz, dass die Fixsterne unglaublich
weit entfernt sind. Letzteres wurde abgeleitet aus der
Nichtbeobachtbarkeit der jährlichen Parallaxe von Fixsternen. Diese
ist von der Grösse Bogensekunde, und ist somit ohne Teleskop nicht
messbar (Auflösungsvermögen mit blossem Auge ist eine
Bogenminute).
geschlossenes Universum
[closed universe]
Ein endliches Universum mit endlicher Lebenszeit und positiver
Krümmung.
Ein Beispiel ist eine Friedmann Universum mit eine Dichte grösser als
der
kritischen Dichte.
Gesichtsfeld
[field of view]
1) Wahres Gesichtsfeld: das mit einem Fernrohr tatsächlich
überschaubare Himmelsfeld. Bei normalen Teleskopen ist es kleiner
als 1 Grad.
2) Scheinbares Gesichtsfeld: Der Durchmesser des im Okular
sichtbaren Himmelsausschnittes.
Eine Form von Gravitationswechselwirkung, die als Gradient der Kraft
beschrieben werden kann. Dadurch wird sie stark ortsabhängig - sie
variiert
mit der dritten Potenz des Abstandes.
Auf der Erde ist die bekannteste Form von Gezeiten der
Ebbe-Flut Wechsel, der durch die Anziehungskraft des Mondes hervorgerufen
wird.
Andere im astronomischen Bereich wichtige Gezeitenwechselwirkungen treten
bei nahe Doppelsternsystemen und bei der Wechselwirkung zwischen Galaxien
auf.
Gezieltes Danebenschauen
[Averted Vision]
Eine Beobachtungstechnik für die Visuelle Beobachtung, die
sich zu Nutze macht, dass die Netzhaut ausserhalb des
zentralen Bereichs empfindlich für Kontrastsehen ist
(das Zentrum ist vor allem farbempfindlich). Mit gezieltem
Danebenschauen kann man somit sehr lichtschwache Objekte
sehen. Allerdings braucht diese Art der Beobachtung sehr viel
Übung, da Menschen normalerweise gewohnt sind,
“geradeaus” zu schauen.
[Cameloparalis]
Auch als Cameloparalis oder Camelopardus bekanntes ausgedehntes
Sternbild (in Breiten um
50o zirkumpolares) am Nordhimmel mit der Abkürzung Cam.
Der
Genitiv ist Camelopardalis. Es gibt auch die Form Camelopardus mit Genitiv
Camelopardi.
Gitterspektrograf
[grating spectrograph]
Gitterspektrografen verwenden Beugungsgitter als dispersives, d.h.
lichtaufspaltendes Element. Wie Prismenspektrografen haben sie einen
Spalt, mit dem ein Objekt ausgewählt werden kann, einen Kollimator,
der
das Licht des Objekts parallelisiert und auf das Gitter lenkt. Das
Beugungsgitter besteht aus einem reflektierdenden Material, in welches
feine Linien geritzt oder geätzt sind, in der Regel 50 bis 100 pro
Millimeter bei Echelle-Gittern, bei anderen Arten bis über 1000 Ritzen
pro Millimeter. Die Ritzen wirken wie die Spalte eines Interferometers,
und spalten das Licht in seine spektralen Bestandteile (Farben) auf. Dabei
gibt es mehrere Bündel von Spektren, die man ihrer Stärke nach
in Ordnungen
aufteilt. Ein solches Bündel wird von einer Kamera aufgenommen.
Fast alle modernen, in der Astronomie eingesetzten Spektrografen sind
Gitterspektrografen.
Englischer (Fach)Ausdruck für das sprungartige Abnehmen der
Rotationsperiode
von Pulsaren. Generell nimmt die Rotationsperiode von Pulsaren zu (sie
brauchen länger, um sich einmal um sich selbst zu drehen). Dieser
Effekt
beruht darauf, dass die Pulsare (= rotierende Neutronensterne) starke
Magnetfelder haben, in welchen elektrisch geladene Teilchen mitgetragen
werden. Diese Teilchen erfahren eine Beschleunigung (eine Ablenkung von
einer geraden Flugbahn bedarf einer Beschleunigung), und die Energie
für
diese Beschleunigung stammt aus dem abnehmenden Drehimpuls des Pulsars.
Zu den Glitches kommt es dann, wenn die Kruste der Pulsare einbricht.
Das passiert, weil die Kruste steif ist, und sich nicht instantan auf die
Verlangsamung der Pulsarrotation einstellt, das Innere des Pulsars jedoch
schon. So baut sich eine Spannung in der Kruste auf, bis diese einbricht.
Dadurch verringert sich das Drehmoment des Pulsars, weil die Kruste nun
ein bisschen näher am Zentrum ist (Piroutteneffekt), und der Pulsar
dreht
sich wieder etwas schneller. Zeichnet man die Periode als Funktion der
Zeit, ergibt sich eine ansteigende Sägezahnkurve.
Die Rotationsdauer von Pulsaren kann man bestimmen, weil Pulsare
schiefe Rotatoren sind, das heisst Neutronensterne, deren
Magnetfeldachse gegen die Rotationsachse geneigt ist. Das hat zur Folge,
dass man den Pulsar nur dann sieht, wenn die Verlängerung der
Magnetfeldachse über die Erde streicht (Leuchtturmeffekt).
[caelum]
Auch als Caelum bekanntes, eher unscheibares Sternbild am Südhimmel
mit der Abkürzung Cae und dem Genitiv Caeli.
Gravitation
[gravitation]
Gravitationsfeld
[gravitational field]
Gravitationsgesetz
Gravity Waves
Grenzgrösse
Grenzhelligkeit
[limiting magnitude]
Grisma
[grism]
Ein Grisma ist eine Kombination aus Prisma und Beugungsgitter, welche in
der Spektroskopie eingesetzt werden; so zum Beispiel in
Echelle-Spektrografen, um die sich überlagernden Ordnungen eines
Echelle-Gitters aufzutrennen und die Auflösung eines Spektrografen zu
erhöhen. Ausserdem werden sie für Objektivprismen verwendet.
GRO
Abkürzung für Compton Gamma Ray Observatory.
Grosser Hund
[canis major]
Im Deutschen als grosser Hund bekanntes Sternbild mit der Abkürzung
CMa
und dem Genitiv Canis Maioris. Der hellste Stern des Sternhimmels ist
alpha
Canis Maioris oder Sirius. Der offene Sternhaufen M41 liegt im grossen
Hund.
Grosse Magellansche Wolke
[Large Magellanic Cloud]
Prominente Nachbargalaxie, die am Südhimmel (bei klarem Himmel) fast
nicht
zu übersehen ist. Sie ist als irreguläre Galaxie klassifiziert,
zeigt in
Radioaufnahmen aber eine Spiralstruktur. Offensichtlich wurde die GMW
durch die Gezeitenwechselwirkung mit der sehr viel massereicheren
Milchstrasse deformiert, und vermutlich auch zu massiver Sternentstehung
angeregt. 30 Doradus, nahe dem Zentrum der GMW gelegen, ist eines der
virulentesten bekannten Sternentstehungsregionen.
Grössenklasse
[order of magnitude]
Grosser Bär
[big dipper] Zirkumpolares Sternbild von mittleren nördlichen Breiten
mit lateinischem Namen Ursa maior und der Abkürzung UMa.
Die hellsten Sterne des grossen Bären sind auch als Grosser Wagen
bekannt. Der grosse Bär ist nach der griechischen Mythologie
eigentlich eine Bärin, vormals die Prinzessin Kallisto, einer der
ungezählten Geliebten des gegen Geschlechtskrankheiten offensichtlich
immunen Zeus. Der hellste Stern, alpha ursae maioris, heisst auf arabisch
Dubhe (Bär) und ist vom Spektraltyp K0. Er ist von 1.8 mag
scheinbarer Helligkeit und etwa 39 parsec entfernt. Das Sternbild
enthält einen Galaxienhaufen und das wechselwirkende Galaxienpaar
M81/82. Ausserdem befindet sich der relativ bekannte PN M97 (Eulennebel)
im Gebiet des Grossen Bären.
Sterne vom Spektraltyp G. Effektiv-Temperatur im Bereich von 5000 - 6000K.
Balmerlinien des Wasserstoffs verschwinden, Linien von Metallen dominieren.
Masse etwa 1 Sonnenmasse. Die Sonne ist ein G2 Stern.