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Glossar: D

Index: Da Dd De Di Dk Dl Dm Dn Do Dq Dr Ds Du Dw Dy

d

[d] Abkürzung für Tag, vom Lateinischen Dies.

Da

Da Dd De Di Dk Dl Dm Dn Do Dq Dr Ds Du Dw Dy

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Dactyl

[Dactyl] Name des von der Galileosonde 1993 entdeckten Mondes des Asteroiden Ida. Es ist der erste bekannte Mond eines Asteroiden. Er ist 1.6 mal 1.4 mal 1.2 km gross und hat eine mittlere Dichte von 2.6 g cm-3. Zum Zeitpunkt der Entdeckung war er etwa 100 km von Idas Zentrum entfernt.

Daguerrotypie

[daguerreotype] Als Daguerrotypie wird das vom französischen Maler Louis Jaques Mandé Daguerre entwickelte, erste und heute nicht mehr übliche fotografische Verfahren bezeichnet. Dabei wird eine mit Silberjodid beschichtete Metallplatte belichtet, mit Quecksilberdämpfen entwickelt (eine eher ungesunde Sache) und mit Kochsalzlösung fixiert. Damit erhielt man ein positives, seitenverkehrtes Bild. Die ersten fotografischen Aufnahmen von astronomischen Objekten wie dem Mond und der Sonne wurden mit dieser Methode gemacht. Einer der Pioniere des Einsatzes der Daguerrotypie auf astronomische Objekte war John William Draper.

Dall-Kirkham-Teleskop

[Dall-Kirkam telescope] Eine Abart des Typs der Cassegrain-Teleskope mit einem elliptischen Hauptspiegel und einem konvexen sphärischen Sekundärspiegel. Das Bild dieses Teleskoptyps ist frei von Astigmatismus, hat dafür aber mit Koma im offaxis-Bereich. Es wird daher vor allem für Beobachtungen eingesetzt, wo gutes Auflösungsvermögen und kein grosses Beobachtungsfeld wichtig ist. Es wurde unabhängig voneinander vom englischen Teleskopbauer Horace Edward Stafford Dall und dem Amerikaner Alan R. Kirkham entwickelt.

Dämmerung

[twilight, dusk, dawn] Dämmerung ist die Zeit vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang, wenn noch “Restlicht” von der Sonnen sichtbar ist. Man unterscheidet drei Dämmerungen: die zivile oder Bürgerdämmerung, die nautische und die astronomische. Das entpricht Zenitdistanzen des Sonnenmittelpunktes von zwischen 90° 50’ und 96°, 96° und 102°, und 102° und 108°.

Dämmerungsstrahlen

[crepuscular rays] Durch Streuung an Staubteilchen in der Troposphäre entstehendes Lichtphänomen. Sie entstehen kurz vor Sonnenaufgang beziehungsweise kurz nach Sonnenuntergang, wenn die Sonne fast tangential zum Horizont des Beobachters steht. Durch Schattenwurf von Wolken kann eine Fächerartige Struktur entstehen.

Damokles

[Damocles] Der Asteroid 5335, der 1991 vom britischen Astronomen Robert Houston McNaught entdeckt wurde. Damokles hat eine ungewöhnliche Bahn, die ihn von der Marsumlaufbahn bis zur Uranusumlaufbahn bringt. Zusammen mit der grossen Inklination von 61°.9 deutet dies darauf hin, dass es sich um einen ausgegasten Komenten (eventuell aus der Halley-Familie) handeln könnte (er zeigte bisher keine Spuren eines Schweifs). Die Umlaufzeit ist 41 Jahre, die grosse Halbachse sind 11.88 AU, das Perihel ist bei 1.58 AU, das Aphel bei 22.18 AU.

Damokles war König in Sizilien und wurde bekannt dafür, dass er ein Schwert über seinem Platz an einem dünnen Faden aufgehängt hat.

Dämonstern

[demon star] Populärname für Algol, der daherkommt, dass Algol im Sternbildperseus im Bereich des Kopfes der Gorgonin Medusa liegt.

Danjon Astrolab

[Danjon astrolabe] Vom André Danjon 1938 entwickelter Prismenastrolab zur Bestimmung von Sternörtern. Er wurde für die Erstellung von Sternkatalogen verwendet. Er ist auch als unpersönlicher Astrolab bekannt.

Danjon Skala

[Danjon scale] Eine fünfstufige Skala zur Bestimmung der Dunkelheit von totalen Mondfinsternissen, die von A. Danjon eingeführt worden war. Die Stufe 0 ist extrem dunkel/Mond unsichtbar, die Stufe 4 ist extrem hell/Mondsichtbarkeit kaum eingeschränkt. Die Dunkelheit der Mondfinsternisse ist vor allem abhängig von der Opazität der Erdatmosphäre, welche durch Wolken und Vulkanausbrüche beeinflusst wird.

DAO

[DAO] Abkürzung für das Dominion Astrophysical Observatory.

Dark Matter

[Dark Matter] Englische Bezeichnung für Dunkle Materie.

Daten

[data] Informationen, die in einer vorgegebenen Form gespeichert und weiterverarbeitet werden können. Die Speicherform kann Papier, magnetische oder optische Platten, elektronische Bausteine usw. sein. Daten brauchen ein Format, aus welchem der Sinngehalt rekonstruiert werden kann. In der modernen Astronomie fallen zum Teil riesige Datenmengen an, die reduziert, verarbeitet, dargestellt und dauerhaft gespeichert werden müssen.

Datum

[date] Eine Zuordnung einer Zahl oder Kombination von Zahlen, um einen Zeitpunkt zu charakterisieren (eindeutig zu beschreiben). In der Regel werden Daten so gewählt, dass man mit Hilfe eines Kalenders einfach Differenzen zwischen verschiedenen Daten (Mehrzahl von Datum) bilden kann. Eine Datumsangabe ist vollständig, wenn sie einen Nullpunkt und die seitdem vergangene Zeit in einer Zeiteinheit angibt. Der “alltägliche” Kalender der westlichen Welt verwendet als Nullpunkt “die Geburt Christi” (auch wenn die wohl nicht in dem Jahr war; weniger religiös veranlagte Menschen nennen das auch die Zeitenwende) und besteht aus der Anzahl Jahre, Monate, Tage und der Uhrzeit, die seither vergangen ist. Zum Beispiel 25. März 2002, 19:54.

In der Astronomie verwendet man ein Datum, dass das Berechnen von Zeitunterschieden einfacher zulässt als in der obigen Datumsangabe. Das ist das julianische Datum, auch als j.D. oder J.D. abgekürzt, welches als Nullpunkt den 1.1.4713 v. Chr 12 h UT (Universal Time) hat und in Tagen gezählt wird. Es geht auf J. Scaliger zurück.

In der Astronautik wird gelegentlich das modifizierte Julianische Datum (m.j.D.) verwendet, welches im geophysikalischen Jahr (1957-58) eingeführt worden ist und als Nullpunkt den 17.11.1858 0 h UT = 2400000.5 j.D.

Datumsgrenze

[date line] Da bei einer Reise um die Erde entlang des Äquators alle 15° Länge die Sonne eine Stunde früher (bei einer Reise von West nach Ost) oder später (bei einer Reise von Ost nach West) am Kulminationspunkt ankommt. Bei der Ankunft am Abgangspunkt hat man so also einen Tag gewonnen oder verloren (siehe Jules Vernes “Reise um die Welt in 80 Tagen”).

Gemäss internationaler Übereinkunft hat man den 180. Längengrad mit einigen politisch oder wirtschaftliche motivierten Abweichungen als Datumsgrenze festgelegt. Bei Überquerung der Datumslinie von West nach Ost wird der gleiche Tag also noch einmal gezählt, während bei einer Überschreitung in der umgekehrten Richtung ein Tag übersprungen wird.

Davida

[Davida] Der Asteroid 511 ist mit 324 km Durchmesser der sechstgrösste Asteroid im Asteroiden-Hauptgürtel. Er wurde 1903 vom amerikanischen Astronome Raymond Smith Dugan entdeckt. Er gehört zur C-Klasse und hat eine Rotationsdauer von 5.17 Tagen. Die Umlaufzeit um die Sonne beträgt 5.66 Jahre, die grosse Halbachse ist 3.176 AU, dsa Perihel bei 2.61 AU und das Aphel bei 3.74 AU. Die Inklination beträgt 15°.9.

David-Dunlap-Observatorium

[David Dunlap Observatory] Observatorium der Universität Toronto in Richmond Hill, Ontario. Das Hauptgerät des 1935 gegründeten Observatoriums ist ein 1.88 m Spiegelteleskop, der ebenfalls 1935 in Betrieb genommen wurde. Es ist das grösste optische Teleskop in Kanada. Das David-Dunlap-Observatorium betreibt seit 1971 auch den 0.6 m Helen Sawyer Hogg Reflektor in Las Campanas.

Dawes-Grenze

[Dawes limit] Die Dawes-Grenze wurde von W.R. Dawes gefunden. Sie gibt an, welches maximale Auflösungsvermögen ein Teleskop mit einer gegebenen Apertur in der Praxis haben kann. Die Skala wurde anhand von Doppelsternbeobachtungen mit verschiedenen Aperturen erstellt.

Apertur in mm Auflösungsvermögen in ”
25 4.63
50 2.32
75 1.54
100 1.16
125 0.93
150 0.77
175 0.66
200 0.58
250 0.46
300 0.39
400 0.29
500 0.23

Dd

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DDO

[DDO] Abkürzung für das David Dunlap Observatory.

DDO-Klassifikation

[DDO classification] Ein am David-Dunlap-Observatorium entwickeltes Klassifizierungsschema, welches die Helligkeit von Scheiben- und irregulären Galaxien mit der Stärke ihrer Spiralarme korreliert. Die hellsten Galaxien sollten die deutlichsten Spiralarme zeigen. Dieses Schema fügt zu den Hubble-Typen Sa, Sb, Sc, Sd und Irr noch den Leuchtkraftklassen der Sterne ähnliche Klassen I bis V bei. Klasse I entspricht den hellen Galaxien mit 2 · 1010 Sonnenleuchtkräften oder -20.5 mag im B-Band, die Klasse V solchen mit einer Helligkeit von -14 mag in B oder 108 Sonnenleuchtkräften. Sa und Sb Galaxien dominieren die oberen Klassen bis Klasse III.

DDO-Photometrie

[DDO photometry] Ein Farbfiltersatz mit zentralen Wellenlängen von 350, 380, 410, 420 und 450 nm, der am DDO entwickelt wurde zur Beobachtung von G und K Riesen. Der Strömgren u Filter entspricht dem DDO-350 nm.

De

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dec.

[dec.] Abkürzung für Deklination.

Dedispersion

[dedispersion] Um die interstellare Dispersion zu kompensieren, wird in der Radioastronomie ein Verfahren namens Dedispersion angewandt. Dazu wird ein Objekt statt in einem breiten Radioband in einzelnen schmalbandigen Kanälen beobachtet. Kennt man die Dispersion der Quelle, kann man zwischen den Kanälen Zeitverzögerungen einsetzen, um die dispersive Zeitverzögerung zwischen den Kanälen des Bandes zu kompensieren. Die Signale aus den einzelnen Kanälen werden dann kombiniert, um das das dedispersive Signal zu erhalten. Diese Technik ist vor allem wichtig bei kurzperiodischen Pulsaren eingesetzt, deren Pulse durch die interstellare Dispersion leicht verschmiert werden.

Deep sky

[deep sky] Bezeichnung für das Universum ausserhalb des Sonnensystems mit Ausnahme der Sterne. Deep sky Objekte sind also Nebel, Sternhaufen und Galaxien.

Deep Sky Objekt

[deep sky object] Objekte jenseits des Sonnensystems mit Ausnahme von Sternen werden oft als Deep Sky Objekte bezeichnet.

Deep Space Netzwerk

[Deep Space Network] Zur Kontrolle, Kommunikation und Steuerung von Raumfahrzeugen aufgebautes, weltweites Netz von Radioantennen, das vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA betrieben wird. Es gehört der NASA. Um die Erdrotation auszugleichen, sind die Antennen auf drei Kontinente verteilt: Goldstone, California, USA, Nordamerika; Robledo de Chavella, Spanien, EU, Europa; Tidbinbilla Nature Reserve, Canberra, Australien. Jeder dieser Komplexe hat vier Hauptantennen von einmal 70 m, zweimal 34 m und einer von 26 m. Die 70 m Antennen musste vor der Begegnung von Voyager 2 mit Neptun 1989 von 64 m vergrössert werden. Goldstone hat zusätzlich noch eine zweite 26 m und eine 9 m Antenne. Die kleineren Antennen werden auch zur Verfolgung von erdnahen wissenschaftlichen Satelliten verwendet. Die Antennen können auch für radioastronomische Beobachtungen verwendet werden.

Deep Space 1

[Deep Space 1] Ein kleines Raumfahrzeug aus dem New Millenium Programm der NASA, welches 1998 gestartet wurde und den Asteroiden 3352, McAuliffe, (1999), den Kometen 76P/West-Kohoutek-Ikemura und den Planeten Mars (2000) aufsuchte.

Deferent

[deferent] Der Trägerkreis der Epizykel in der Epizykeltheorie des geozentrischen Weltbildes. Das Wort stammt vom lateinischen deferre = hinabtragen, hinabführen.

Deimos

[Deimos] Der äussere der beiden Marsmonde, der sich auf einer fast kreisförmigen mit einer Exzentrität von 0.001 in 23459 km Entfernung vom Marszentrum in 30 h 18 min 42 s um seinen Planeten bewegt. Die Inklination der Bahn zum Marsäquator ist 1.82 °, die Bahn ist rechtläufig. Deimos rotiert (wie der Erdmond) gebunden um den Mars, d.h. seine Rotationsdauer ist gleich seiner Umlaufzeit. Seine Form ist unregelmässig, die Grösse etwa 10 km mal 12 km mal 15 km. Die Masse ist 2 · 1015 kg, seine mittlere Dichte ist 1.9 g/cm3. Die scheinbare visuelle Helligkeit ist 12.7 mag, die Albedo 0.02. Von Marssonden wurde die Oberfläche untersucht, welche durch unzählige Krater charakterisiert ist. Die Oberfläche besteht aus Staub und Gesteinstrümmern (Regolith), die von den Meteoriteneinschlägen herrühren. Aus Spektraluntersuchungen ergab sich eine Ähnlichkeit mit kohligen Chondriten. Entdeckt wurde Deimos 1877 von A. Hall.

Der Name stammt vom Begleiter des Gottes Mars (Ares).

Deklination

[declination] Die Deklination ist der Winkelabstand eines Gestirns senkrecht vom Himmelsäquator gemessen. Das Symbol ist $\delta$; die Deklination wird in Grad angegeben, wobei vom Himmelsäquator, $\delta$ = 0°, nach Norden positive Winkel (Nordpol $\delta$ = +90°), nach Süden negative Werte ($\delta$ = -90°) angegeben werden.

Das Wort stammt von Lateinischen declinare = beugen.

Deklinationsachse

[declination axis] Bei äquatorialen Montierungen ist die Deklinationsachse senkrecht zur Polachse angebracht und erlaubt die Bewegung des Teleskops in Richtung der Deklination.

Deklinationskreis

[declination circle] Ein Grosskreis am Himmel durch die beiden Pole. Alle Punkte entlang eines Deklinationskreisen haben den gleichen Stundenwinkel (Rektaszension).xs

Dekonvolution

[deconvolution] Auch “Entfaltung”, ein Begriff aus der Mathematik. Dekonvolutionsalgorithmen werden eingesetzt, wenn die einzelnen Komponenten einer Überlagerung herausgerechnet werden sollen. Dazu muss in der Regel der Einfluss einer Komponente bekannt sein. Gemessen werden kann nur die Überlagerung. Mit diesen beiden kann dann die zweite Komponente bestimmt werden.

Dekonvolutionsalgorithmen werden oft eingesetzt, um Verzeichnungseffekte der Atmosphäre bei astronomischen Beobachtungen &147;herauszurechnen&148;, in Apertur-Synthese-Techniken, und beim Modellieren von Galaxien (Disk/Bulge/Balken-Anteile).

Del

[Del] Abkürzung für das Sternbild Delphinus.

Delfin

[dolphin] Sternbild mit dem lateinischen Namen Delphinus, dem Genitiv Delphini und der Abkürzung Del. Es ist ein unauffälliges Sternbild am Himmelsäquator östlich des Adlers, das von mittleren nördlichen Breiten im Sommer am Abendhimmel zu sehen ist. Die hellsten Sterne haben eine scheinbare visuelle Helligkeit von 4 mag, und scheinen einen weitläufigen Haufen zu bilden. Alpha Delphini mit einer scheinbaren visuellen Helligkeit von 3.8 mag, wurde von Nicolaus Venator (Niccolò Cacciatore) Sualocin, beta Delphini, scheinbare visuelle Helligkeit 3.6 mag, Rotanev genannt. Das sind seine Namen rückwärts geschrieben. Gamma Delphini ist ein gelbes Doppelsternsystem mit scheinbaren visuellen Helligkeiten von 4.3 mag und 5.1 mag.

Delphinus

[Delphinus] Lateinischer Name des Sternbildes Delfin.

$\delta$

[delta] Symbol für die Deklination.

delta-Aquariden

[delta aquarids] Ein Meteorstrom, der im Zusammenhang mit dem Halleyschen Kometen steht. Er hat zwei Radianten im Wassermann: der nördlich bei RA 23 h 04 m, $\delta$ = +02°, welcher am 6. August sein Maximum (ZHR = 10) erreicht, und der stärkere südliche, RA 22 h 36 m, $\delta$ = -17° (nahe delta Aquarii), der am 29. Juli das Maximum (ZHR = 25) erreicht.

delta Cephei

[delta Cephei] $\delta$-Cephei ist ein Doppelstern im Kepheus. Die hellere der beiden Kompoenten ist der Prototyp der pulsationsveränderlichen Sterne der Klasse der delta-Cepheiden. Er hat eine Periode von 5.37 d, seine scheinbare visuelle Helligkeit schwankt zwischen 3.5 mag und 4.4 mag.

delta Cepheiden

[delta cepheids] Eine Klasse von Pulsationsveränderlichen Sternen, für die eine Periode-Leuchtkraft-Beziehung gilt, welche von Henrietta Leavitt 1912 entdeckt worden war. Sie werden aus diesem Grund (Messung der Periode der Lichtkurve und scheinbarer Helligkeit ==> absolute Helligkeit) als Standardkerzen in der Entfernungsbestimmung verwendet.
Sie sind nach der helleren Komponente des Doppelsterns delta Cephei benannt. Sie gehören zur Population I. Im Gegensatz zu den, oberflächlich betrachtet, ähnlichen W Virginis Sternen der Population II handelt es sich bei den delta Cepheiden um massereiche, junge Riesen- oder Überriesen mit 5 - 15 Sonnenmassen, die ausschliesslich in der Scheibe der Galaxis, häufig in Assoziationen oder offenen Sternhaufen, auftreten. Sie haben Perioden von 1 bis 135 Tagen und Amplituden von 0.5 bis 2 Magnituden.

Delta Delphini

[delta Delphini stars] Eine veränderlicher Riesenstern der Spektraltypen A bis früh F mit schwachen Ca II-Linien. Es ist ein spektroskopisches Doppelsternsystem mit einer Umlaufperiode von 40.58 Tagen. Beide Komponenten sind offenbar Delta Scuti Sterne, wobei die Hauptkomponente eine Periode von 0.16 Tagen, die sekundäre Komponente eine von 0.13 Tagen hat.

delta Scuti-Sterne

[delta Scuti starts] Eine Sorte veränderlicher Sterne der Gruppe der Pulsationsveränderlichen, die auch mit DSCT abgekürzt bezeichnet werden. Sie haben kurze Perioden im Bereich von 0.01 bis 0.2 Tagen und kleine Amplituden von 0.003 mag bis 0.9 mag, meist unter 0.5 mag, die Spektraltypen sind im Bereich A0 bis F5. Sie liegen in der Verlängerung des (Cepheiden)Instablilitätsstreifen nahe/auf der Hauptreihe im HRD. Die Delta Scuti gehören zur Population I; von den Perioden her ähneln sie den RR Lyrae. Die Pulsationszone liegt in der Wasserstoffkonvektionszone, der Mechanismus ist der Kappa-Mechanismus, der auch beiden Cepheiden und RR-Lyrae für die radialen Pulsationen verantwortlich ist. Neben der Grundschwingung werden bei den Delta Scuti auch eine Reihe nichtradiale Nebenmoden beobachtet.

Früher wurden sie auch als Zwergcepheiden, Ultrakurzperiodische oder RR-Variable genannt.

delta T

[delta T] Bezeichnung für die Differenz zwischen terrestrischer Zeit (terrestrial time, TT) und Universal Time (UT). Gegenwärtig ist diese Differenz etwa eine Minute, und vergrössert sich pro Jahr um 2/3 s. Die Ursache der Differenz liegt in kleinen Unregelmässigkeiten der Erdrotation und dem allgemeinen Abbremsen der Rotationsbewegnung, vor allem aufgrund der Gezeitenreibung. Die UT ist an die Erdrotation gebunden, während die TT die Bahndynamik der Körper im Sonnensystem definiert ist.

Deneb

[Deneb] Der hellste Stern im Schwan, alpha Cygni, mit einer Helligkeit von 1.2 mag. Es ist ein Überriese, Leuchtkraftklasse Ia, der Spektralklasse A2, mit etwa 100000 $L_{\odot}$ in einer Entfernung von etwa 500 pc. Es ist der am weitesten entfernte der Sterne erster Grössenklasse.

Der Name stammt aus dem Arabischen und bedeutet Schwanz. Deneb bildet zusammen mit Wega und Atair das Sommerdreieck.

Deneb Kaitos

[Deneb Kaitos] Alternativer Name für den Stern Diphda alias beta Ceti.

Denebola

[Denebola] Eigenname für den Stern beta Leonis. Es ist ein Zwergstern (Leuchtkraftklasse V) des Spektraltyps A3 und der scheinbaren visuellen Helligkeit von 2.1 mag. Die Entfernung beträgt 12 pc. Es ist ein Doppelsternsystem mit einer Separation von 176”. Der Begleiter hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 7.6 mag. Der Name stammt aus dem Arabischen und bedeutet Schwanz des Löwen.

Dendrochronologie

[Dendrochronology?] Zu deutsch auch Baumringchronologie. Es ist ein Verfahren zur Datierung von vergangenen Ereignissen unter zu Hilfenahme der Jahresringe von Hölzern. Üblicherweise wird das Verfahren für vorgeschichtliche Geschehnisse verwendet; in der Astronomie wurde dieses Verfahren eingesetzt, um Rückschlüsse auf eine Veränderlichkeit der Sonne zu gewinnen. Allerdings ist dies sehr schwierig, da viele Faktoren den Wuchs von Bäumen beeinflussen.

Deprojektion

[deprojection] (Mathematische) Technik, um aus einer (gemessenen) eindimensionalen Verteilung eine zweidimensionale zu bestimmen, oder allgemein, auss einer n-dimensionalen eine m-dimensionale Grösse zu bestimmen, wobei n < m ist. In den vielen Fällen ist die Deprojektion nicht eindeutig, so dass zusätzliche Annahmen getroffen werden müssen. Deprojektion wird in der Astronomie z.B. angewandt, um aus gemessenen Oberflächenhelligkeitsprofilen die räumliche Dichteverteilung zu berechnen.

Desdemona

[Desdemona] Einer der 1986 von Voyager 2 entdeckten Uranusmonde. Desdemona hat einen Durchmesser von 54 km, einen Bahnradius von 63000 km, eine Exzentrität von weniger als 0.001. Die Umlaufperiode ist 0.47 Tage und die Inklination 0.2.

de Sitter Modell

[de Sitter model] Eine alternative Bezeichnung für das (Einstein-)de Sitter Universum.

de Sitter Universum

[de Sitter universe] Bezeichnung für ein masse- und strahlungsloses Modell des Universums. Diese Hypothese ist natürlich unrealistisch, aber das 1917, also ein Jahr nach der Veröffentlichung von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie, erlaubte dieses einfache Modell bereits einige Aussagen über das reale Universum. Speziell von Bedeutung ist, dass das de Sitter Universum erstmals ein expandierendes Universum anstelle eines statischen als möglich gezeigt hat.

Deslandres

[Deslandres] Mit 234 km Durchmesser einer der grossen Mondkrater, der am südlichen Rand des Mare Nubium gelegen ist. Innerhalb Deslandres befindet sich der Krater Hölle, sein Rand überlappt mit mehreren Kratern, am bekanntesten davon Lexell, Walter und Regiomontanus.

Despina

[Despina] Ein von Voyager 2 im Jahr 1989 entdeckter kleiner Mond des Neptun von 150 km Durchmesser. Die Bahnparameter sind: Bahnradius 53000 km, Exzentrität kleiner als 0.001, Umlaufperiode 0.33 Tage und Inklination 0.07.

Detektor

[detector] Als Detektor bezeichnet man die Komponente(n) eines Beobachtungsinstruments, welches sensitiv auf Strahlung oder Teilchen ist, und so eine Messung derselben erlaubt. Beispiele sind Filme oder Fotoplatten, CCD-Detektoren, Photomultiplier oder Zählrohre.

Deuterium

[deuterium] Auch als schwerer Wasserstoff bekanntes Isotop des Wasserstoffs, 21H, manchmal auch mit D bezeichnet, das ein zusätzliches Neutron besitzt. Damit ist die Kernladungszahl 1 (Wasserstoff besitzt ja nur ein Proton), die Massenzahl aber 2 (Proton plus Neutron). Deuterium ist primordial enstanden, und seither vor allem in Sternen (vor allem in der Protosternphase und in massearmen Sternen) abgebaut worden.

Deutsche Montierung

[german mounting] Ein Konstruktionstyp der äquatorialen Montierungen. Die aufrechte Polarachse und die Deklinationsachse bilden ein T. Das Teleskop ist an das eine Ende der Deklinationsachse montiert, die andere trägt Gegengewichte. Die Montierung wurde von Joseph Fraunhofer erfunden, und wird heute noch bei kleinen Teleskopen verwendet.

Dezeleration

[deceleration] Abbremsung, das Gegenteil der Akzeleration. Mathematisch die zweite Zeitableitung der Ortskoordinate mit negativem Vorzeichen.

Dezelerationsparameter

[deceleration parameter] Eine kosmologische Grösse mit Symbol q, welche die Abbremsung der Expansionsgeschwindigkeit des Universums beschreibt. In einem Friedmann-Le Maître-Universum ist q die Hälfte des Dichteparameters Omega. Werte von q kleiner als 0.5 bedeuten ein ewig expandierendes Universum, Werte grösser als 0.5 charakterisieren ein schliesslich kollabierendes Universum. Für Kosmologien mit einer Kosmologischen Konstante Lambda kann q auch negativ werden, was eine beschleunigte Expansion bedeutet (z.B. Inflationsphase).

Di

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Diamantring

[diamond ring] Kurz vor oder nach einer totalen Sonnenfinsternis erstrahlen durch Mondtäler Sonnenstrahlen am Rand des Mondes, welche ein einzigartiges Schauspiel liefern. Dieses wird als Diamantring bezeichnet.

Diana Kluft

[Diana Chasma] Eine tiefe Kluft im Aphrodite Terra auf der Venus. Sie gehört zu einer Reihe von Klüften in dieser Gegend, welche zu den tiefste Regionen der Venusoberfläche gehören. Die Diana Kluft ist etwa 900 km lang und bis zu 100 km breit sowie bis 1000 m tief. Sie liegt bei -15° Breite und 155° Länge. Entdeckt wurde sie per Radar vom Arecibo Radioobservatorium.

Dickesches Radiometer

[Dicke radiometer] Ein, auch als Dicke-Empfänger, bekannter Radioempfänger, der schwache Signale von Hintergrundsrauschen trennen kann. Dabei wird der Eingang des Empfängers sehr schnell mit einem Schalter (Dicke switch) mit dem Antennensignal und einem Referenzrauschsignal gespeist. Es wird eingesetzt, um den absoluten Fluss von sehr schwachen Quellen zu messen, wie z.B. der Microwellenhintergrundsstrahlung. Benannt ist es nach dem Erfinder Robert Henry Dicke.

Dicke Schalter

[Dicke switch] Ein Halbleiterschalter, der zwischen zwei Signalquellen mit 10 bis 1000 Hz umschalten kann.

Dichotomie

[dichotomy] Zu Deutsch Halbphase. Die Dichotomie bezeichnet die Phase von Planeten, wenn von der Erde aus gesehen genau eine Hälfte beleuchtet ist, und die Licht-Schatten-Linie eine gerade Linie ist. Manchmal wird der Ausdruck inkorrekterweise auch für den Mond bezeichnet, obgleich die korrekten Begriffe hier erstes und letztes Viertel sind.

dichromatischer Spiegel

[dichroic mirror] Eine halbtransparente Art von Spiegeln, welche nur einen Teil des Lichtes reflektieren. Dichromatische Spiegel werden meist durch Aufbringen einer dünnen Schicht hergestellt, die bestimmte Farben reflektieren und andere durchlassen. Beispielsweise kann ein solcher Spiegel rotes Licht reflektieren und für blaues Licht durchlässig sein.

Dichte

[density] Physikalische Grösse, definiert als Masse pro Volumen. Die SI-Einheit ist kg m-3, in der Astronomie wird häufig g cm-3 (cgs-Einheit) verwendet. Die mittlere Dichte bezeichnet das Verhältnis von Gesamtmasse zu Gesamtvolumen von inhomogenen Körpern oder Masseverteilungen. Oft wird auch eine Teilchendichte angegeben, also Anzahl Teilchen pro Volumen; speziell in der Astronomie werden als Teilchendichten die Sterndichte oder Galaxiendichte verwendet.
Einen Überblick über typische Dichten im Universum gibt die folgende Tabelle:
Material Dichte in g cm-3
intergalaktische Materie 10-30
interstellare Materie 10-24
Hochvakuum (Labor) 10-18
Roter Riese (mittlere Dichte 10-6
Luft (Seehöhe) 10-3
Kern der Sonne 102
Weisser Zwerg (mittlere Dichte) 106
Neutronenstern 1014

Dichteparameter

[density parameter] Der Dichteparameter ist das Verhältnis der mittleren Dichte zur kritischen Dichte. Das Symbol ist ein grosses griechisches Omega. Ein Wert von Omega kleiner als 1, bedeutet, dass die mittlere Dichte kleiner als die kritische Dichte ist - dieses Universum wird für ewig expandieren. Bei einem Wert von 1 ist die mittlere Dichte gleich der kritischen, und damit wird das Universum in den asymptotischen Grenzfall enden. Ein Wert grösser als 1, bedeutet einen Kollaps des Universums. Der tatsächliche Wert der mittleren Dichte ist noch nicht gut bekannt, und somit liegt Omega wahrscheinlich im Bereich von 0.1 bis 1.

Dichtewelle

[density wave] Die Beobachtung von Spiralgalaxien zeigt eine wellenartige Verdichtung der interstellaren Materien in den Spiralarmen - und damit auch der Verteilung der blauen, jungen, massereichen Sterne. Diese überdichten Zonen wandern durch die Scheibe der Galaxie. Dabei wird auf der “Vorderseite” des Arms in einer Art Schockfront das interstellare Material aufgesammelt und verdichtet. In diesen Bereich wird Sternentstehung ausgelöst - daher die jungen hellen Sterne. Die Entstehung der Dichtewellen wird durch einen zentralen Balken und/oder Wechselwirkung mit einer anderen Galaxie begünstigt.

Dichtewellentheorie

[density wave theory] Theorie zur Entstehung von Dichtewellen in Scheibengalaxien. Wird in der Regel durch numerische Simulationen (SPH, gemischte & N-body Codes) getestet. Wichtigste Anreger für Dichtewellen sind die gravitative Wechselwirkung mit anderen Galaxien und zentrale Balken. Das deckt sich auch mit Beobachtungen, dass die “Grand Design” Galaxien mit den ausgeprägten Spiralarmen oft nahe Begleiter haben, während die Galaxien mit unscheinbaren Scheiben eher isoliert sind.

dielektrische Rekombination

[dielectric recombination] In heissen interstellaren Gaswolken bei Temperaturen ab 10000 K können Ionen ein Elektron einfangen. Dabei wird Energie ein zweites Elektron auf einem niedrigeren Energieniveau übertragen, wodurch dieses angeregt wird, das heisst, auf ein höheres Niveau angehoben wird. Wenn es von dort wieder auf ein tieferes Niveau zurückfällt, “rekombiniert” das Ion. Der Vorgang wird dielektrisch genannt, weil zwei Elektronen beteiligt sind.

differentielle Rotation

[differential rotation] Vom lateinischen Wort differentia, Verschiedenheit, abgeleiteter Ausdruck für “nichtgleichmässige Rotation”. Systeme, deren einzelne Teile verschiedene Winkelgeschwindigkeiten haben, rotieren differentiell. Die Milchstrasse ist ein Beispiel: vom Zentrum her beginnend steigt die Rotationsgeschwindigkeit der Sterne und Gaswolken an bis zu einem Maximum, von welchem es nach aussen nur sehr langsam abfällt. Auch die Sonne rotiert differentiell, wobei der Äquator eine grössere Rotationsgeschwindigkeit hat als gegen die Pole hin (deshalb bilden die Sonnenflecken die Schmetterlingsdiagramme).

Differentiation

[differentiation] Ein geologischer Prozess, in welchem flüssiges Gestein (Magma) verschiedener Dichte und Beschaffenheit eine Schichtung erzeugt. Planeten wie die Erde weisen eine solche Schichtung auf, die in ein Unterteilung von Kern, Mantel und Kruste führt. Auch kleinere Körper als Planeten, die Asteroiden, zeigen ähnliche Schichtungen.

Diffraktion

[diffraction] An Kanten werden Lichtstrahlen aufgrund der Wellennatur von Licht gebeugt. Diesen Effekt nennt man Beugung oder Diffration. In Teleskopen erzeugt die Diffraktion um punktförmige Objekte wie Sterne Beugungsscheibchen, auch Airy-Scheiben genannt. Diese entstehen durch die Beugung am Rand des Spiegels oder des Objektiveingangs. Bei Spiegelteleskopen können die Aufhängungsstreben des Sekundärspiegels ebenfalls Beugungserscheinungen erzeugen, die die bekannten “Sternkreuze” zur Folge haben.

diffus

[diffuse] Verteilt, verschwommen, keine punktförmige Quelle, unscharf.

diffuse Banden

[diffuse interstellar bands] Oft auch als interstellare diffuse Banden bezeichnetes Spektralfeature in den Spektren von entfernten Sternen. Sie werden durch interstellare Gas- und Molekülwolken entlang der Sichtlinie verursacht. Der Verursacher und der genaue Absorptionsmechanismus sind noch nicht bekannt. Es könnte sich um vielatomige, komplexe Moleküle oder um Staub handeln. Letzteres erscheint plausibel, weil die Stärke der diffusen Banden mit dem Farbexzess E(B-V) korreliert. Gegenwärtig sind etwa 100 solcher Banden im Bereich von 350 bis 870 nm Wellenlänge bekannt. Die prominenteste liegt bei 443 nm. , eine weiter bei 618 nm.

diffuse Himmelstrahlung

[diffuse sky light] Auch nur als Himmelsstrahlung bezeichnete elektromagnetische Strahlung vom Himmel ohne die direkte Sonnenstrahlung.

diffuse Nebel

[diffuse nebulae] Gasnebel und Molekülwolken mit einer unregelmässigen Form gehören zu den diffusen Nebeln. Planetarische Nebel gehören nicht dazu, da sie (meist) eine reguläre (kreisförmige) Form haben.

Diogenit

[diogenite] Eine Klasse von Kalziumarmen Achondriten. Diogenite bestehen fast ausschliesslich aus mineralischen Bronziten (Orthopyroxene). Vermutlich entstehen die Diogenite in einem chondritischen Muttergestein durch teilweises Schmelzen und langsames Abkühlen desselben. Diese Meteoriten sind nach dem griechischen Philosophen Diogenes benannt, der den extraterrestrischen Ursprung der Meteoriten erkannte.

Dione

[Dione] Mit 1120 km Durchmesser der viertgrösste Mond von Saturn, auch als Saturn IV bekannt; die Masse ist 1.05 · 1021 kg, die Dichte ist 1.43 g cm-3. Dione umkreist den Saturn rechtläufig in 2737 Tagen in einer Entfernung von 377400 km halbgebunden, d.h. die Umlaufperiode entspricht der Rotationszeit. Die Bahnexzentrität beträgt 0.002, die Inklination ist klein. In Opposition ist die scheinbare Helligkeit 10.7 mag. Die mittlere Albedo ist 0.5.
Es handelt sich offenbar um einen eisartigen Mond mit einem Gesteinskern. Die Oberfläche ist durch Voyager 1 und 2 untersucht worden.

Dioptrisches System

[dioptric system] Optische Systeme, die ausschliesslich Linsen verwenden, um Licht zu fokussieren, werden als dioptrische System bezeichnet. Ein Linsenteleskop ist ein Beispiel dafür.

Diphda

[Diphda] Eigenname des Sterns beta Ceti, auch unter dem Namen Deneb Kaitos bekannt. Es ist ein Riese (Leuchtkraftklasse III) des Spektraltyps K0 und der scheinbaren visuellen Helligkeit von 2.0 mag. Die Entfernung beträgt 16 pc.

Dipol

[dipole] Allgemein bezeichnet man jedes System, dass eine bipolare Struktur entlang einer Symmetrieachse hat, als Dipol. In der Elektrodynamik und der Elektrotechnik wird ein System von zwei gleich grossen und entgegengesetzt geladenen Ladungen Dipol genannt. Es gibt elektrische und magnetische Dipole. In der Radioastronomie werden Dipolantennen oft auch als Dipol bezeichnet.

Dipolantenne

[dipole antenna] Einfacher Antennentyp, der aus einer Metallschleife besteht, die an einen Verstärker angeschlossen ist. Die Länge der Antenne beträgt die halbe Wellenlänge der zu empfangenden Radiostrahlung, bzw. ein Viertel, Achtel, ... Der Empfang ist am besten, wenn die Wellennormale senkrecht auf die Antenne trifft.

Diracsche Kosmologie

[Dirac cosmology] Eine wenig akzeptierte kosmologische Theorie, die subatomare Physik mit den grossskaligen Eigenschaften des Universums verknüpft. Die Theorie enthielt einige der Grundgedanken des anthropischen Prinzips.

DIRBE

[DIRBE] Abkürzung für Diffuse Infrared Background Experiment, einem Instrument des COBE-Satelliten.

direkte Bahn

[direct motion] Alternativer Begriff für prograde Bahn.

Dispersion

[dispersion]
Im Wortsinn: die Streuung.
In der Optik: Abhängigkeit einer physikalischen Grössen von der Wellenlänge. Die Wellenlängenabhängigkeit der Lichtbrechung in Medien hat zur Folge, dass (weisses) Licht in seine verschiedenen (farbigen) Komponenten aufgespaltet wird. Das Ergebnis ist ein Spektrum. Dieser Effekt wird in der Astronomie (wie auch in vielen anderen Bereichen der Physik) in der Spektroskopie eingesetzt: mit Glasprismen wird das Licht in seine spektralen Bestandteile (Farben) aufgespalten und kann detailliert untersucht werden, z.B. auf die spektrale Intensitätsverteilung (in welcher Farbe wird am meisten Energie ausgestrahlt) und auf Spektrallinien (von chemischen Elementen).
Das Phänomen, dass Lichtstrahlen (allgemeiner: elektromagnetische Strahlung) verschiedener Wellenlänge in bestimmten Medien verschiedene Ausbreitungsgeschwindigkeiten haben, wird ebenfalls als Dispersion bezeichnet. Solche Medien sind Plasmen (ionisierte Gase).
In der Statistik: Ein Mass für die Verteilung einer Messgrösse; in der Regel als normierter quadratischer Abstand vom Mittelwert definiert. Dies ist in der Regel eine sehr wichtige Grösse, die aber sehr häufig nicht angegeben wird. Beispiel: die Angabe eines durchschnittlichen Einkommens in einem Land, sagen wir einmal 4000 Euro pro Monat, sagt für sich genommen nicht viel darüber aus, ob es der Mehrheit in dem Land finanziell gut geht; es könnte sein, dass fast alle etwa 4000 verdienen (annähernde Gleichverteilung, kleine Dispersion). Es kann aber auch sein, dass fast alle 100 verdienen und ein paar wenige sehr viel (starke Ungleichverteilung, grosse Dispersion).
In der Mechanik: Oft wird die Geschwindigkeitsdispersion (von Sternen) als Dispersion bezeichnet. Die Geschwindigkeitsdispersion entlang der Sichtlinie durch eine Galaxie zum Beispiel sagt aus, wie gross die Streuung der Geschwindigkeiten der einzelnen Sterne in diesem Bereich ist. In den Scheiben von Spiralgalaxien ist die Geschwindigkeitsdispersion klein, in elliptischen Galaxien sehr gross - hier bewegen sich die Sterne nicht auf Kreisbahnen, sondern eher “wild durcheinander”

Dispersionsmass

[dispersion measure] Ein Mass für die Dispersion, speziell der Radiostrahlung, eines astronomischen Objekts. Hier ist die Dispersion gemeint, welche beim Durchgang von elektromagnetischer Strahlung durch ionisierte Gase entsteht: nämlich die Zeitverzögerung der Wellen verschiedener Frequenz (resp. Wellenlänge) aufgrund der Abhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit in Plasmen von der Frequenz. Bei Pulsaren kann diese Dispersion gemessen werden, und daraus die Elektronendichte entlang der Verbindungslinie Beobachter - Pulsar berechnet werden.

dispersiv

[dispersive] lichtbrechend

Dissoziation

[dissociation] Mit Dissoziation bezeichnet man die Aufspaltung eines Moleküls in (meist 2) kleinere Moleküle, Atome oder Ionen. Die Aufspaltungsenergie heisst Dissoziationsenergie. Das Wort stammt aus dem Lateinischen: dissociato = Trennung.

Distanz

[distance] Das Wort stammt aus dem Lateinischen: distantia = Abstand.

Dk

Da Dd De Di Dk Dl Dm Dn Do Dq Dr Ds Du Dw Dy

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D-Klasse Asteroid

[D-class asteroid] D-Klassen Asteroiden finden sich vor allem ausserhalb des Asteroidenhauptgürtels jenseits von 3.3 AU von der Sonne. Sie haben eine Umlaufzeit von der Hälfte des Jupiters, d.h. sie befinden sich in 2:1 Resonanz zu ihm. Sie scheinen aus karbonreichen Material zu bestehen. Das Spektrum zeigt keine herausragenden Features. Die Albedo ist mit 0.02 bis 0.05 sehr klein. Vertreter der D-Klasse sind die Trojaner (Asteroid 911, Agamemnon) und der Hilda-Gruppe (z.B. Normannia, Asteroid 1256).

Dl

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D-Linien

[D-lines] Zwei nahe beieinander liegende Linien des neutralen Natriums im gelben Bereich des Spektrums. Sie liegen bei 589.0 nm und 589.6 nm. Der Name stammt von der Fraunhoferschen Einteilung der Linien im Sonnenspektrum. Die D-Linien finden sich bei kühlen Sternen, aber auch generell bei weit entfernten Sternen aufgrund des Natriums im interstellaren Medium. In vielen Gegenden werden Natriumdampflampen für die Strassenbeleuchtung eingesetzt, welche in diesen Linien leuchten.

Dm

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DM

[DM] Abkürzung für Dunkle Materie oder Dark Matter.

dMe-Stern

[dME star] Eine Sorte von roten Zwergsternen des Spektraltyps M mit Emissionslinien im Spektrum (daher das e). Die Emissionslinien stammen von Wasserstoff (H alpha) und Kalzium (H- und K-Linien). dMe-Sterne sind auch Röntgenquellen. Die Linien stammen aus der Sternkorona und lassen auf ein starkes Magnetfeld schliessen, welches seine Quelle in der ausgedehnten Konvektionszone dieser Sterne hat.

DMR

[DMR] Abkürzung für Differential Microwave Radiometers, einem Instrument auf dem COBE-Satelliten.

Dn

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Dn-sigma Beziehung

[Dn-sigma relation] Auch als D-sigma bekannte Beziehung zwischen der Apertur, innerhalb welcher eine Galaxie einen gegeben Wert der Oberflächenhelligkeit I erreicht, und der Geschwindigkeitsdispersion der Sterne im Zentrum der Galaxie. Diese Beziehung ist von der Faber-Jackson-Relation abgeleitet, und wird für die Entfernungsbestimmung von elliptischen Galaxien benutzt. In dieser Hinsicht ist sie der Faber-Jackson-Relation überlegen, da diese die zentrale Geschwindigkeitsdispersion mit der Leuchtkraft der Galaxie in Beziehung setzt. Letztere ist allerdings nur sehr schwer zu messen, so dass die Resultate für die Entferungen mit der Faber-Jackson-Relation sehr ungenau sind. In der Regel wird als Wert für die Oberflächenhelligkeit 20 bis 21 mag arcsec-2 im B-Band verwendet.

Do

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Dobson-Teleskop

[Dobsonian telescope] Ein Spiegelteleskop der Bauart Newton, das auf einer altazimutalen Montierung sitzt. Es ist in der Regel drehbar auf einer Bodenplatte montiert. Es ist bei Amateuren beliebt, da es für visuelles Beobachten dank grosser Öffnung gut geeignet ist.

Dominion Astrophysical Observatory

[Dominion Astrophysical Observatory] Ein 1917 bei Victoria, der Hauptstadt der kanadischen Provinz British Columbia eröffnetes Observatorium mit Spiegelteleskopen von 1.83 m (Plaskett-Reflektor, 1918 in Betrieb genommen) und 1.22 m (McKellar-Reflektor, 1962 in Betrieb genommen) Durchmesser. Der Plaskett-Reflektor bekam 1974 einen neuen Primärspiegel. Es wird vom Hertzberg Institut für Astrophysik betrieben und mit DAO abgekürzt. Es beherbergt ausserdem das kanadische Datenzentrum für Astronomie, das Canadian Astronomy Data Center.

Dominion Radio Astrophysical Observatory

[Dominion Radio Astrophysical Observatory] Abgekürzt als DRAO bekanntes Radioobservatorium bei Penticton in British Columbia, Kanada. Das 1960 gegründete Observatorium verfügt über eine 26 m Schüssel (Inbetriebnahme 1960) und ein Syntheseteleskop (1972), das aus sieben 9 m Reflektoren mit einer Basislänge von 900 m besteht. Es wird wie das DAO vom Hertzberg Institut betrieben.

Doppelgalaxie

[binary galaxy] Zwei Galaxien, die gravitativ gebunden umeinander rotieren. Es ist nicht einfach, echte Doppelgalaxien von falschen, d.h. welchen, die zwar am Himmel nahe aneinander stehen, aber in verschiedenen Entfernungen liegen, zu unterscheiden. Wenn das Paar eng ist, werden die Sternbahnen stark beeinflusst, was zu einem Orbitzerfall der beiden Galaxien und letztlich zur Verschmelzung der beiden Galaxien führt.

Doppelhaufen

[Double Cluster] Der auch als h- und chi-Persei bekannte Doppelsternhaufen, auch NGC 869 und NGC 884. Beide Sternhaufen haben eine Ausdehnung von etwa einem halben Grad und sind etwa 450 parsec entfernt. Sie liegen im Perseus-Arm der Galaxis und gehören zur Perseus OB1-Assoziation. Beide Haufen sind nur wenige Millionen Jahre alt.

Doppelsterne

[binary stars, double stars] Als Doppelsterne werden Sterne bezeichnet, die nahe beieinander am Himmel stehen. Eine Teil dieser Doppelsterne sind nur scheinbare Doppelsterne, da sie sich in verschiedenen Entfernungen vom Sonnensystem befinden; sie werden als optische Doppelsterne bezeichnet. Die “echten” Doppelsterne, physische Doppelstern oder Binärsterne genannt, sind gravitativ aneinander gebunden. Neben den sichtbaren physischen Doppelsternen gibt es noch die spektroskopischen Doppelsterne, die so nahe aneinander stehen, dass sie nicht mehr in einem Teleskop aufgelöst werden können. Mit Hilfe einer spektroskopischen Untersuchung kann man charakteristische Verschiebungen der Sternspektren messen, an Hand derer man die spektroskopischen Doppelsterne identifizieren kann. In manchen Fällen ist die Umlaufbahn der Sterne so gelegen, dass sie sich abwechselnd verdecken. Diese Gruppe nennt man Bedeckungsveränderliche oder photometrische Doppelsterne.
Neben den getrennten Doppelsternen gibt es noch weitere: Extrem enge Doppelsternsysteme können sogar Materie austauschen (halbgetrennte Systeme). Dies tritt dann ein, wenn einer der beiden Sterne sein sogenanntes Roche-Volumen ausfüllt. Ist diese der Fall, ist ein Teil der Materie dieses Sterns schwächer an ihn selbst gebunden als an seinen Begleiter, auf welchen diese Materie dann überströmt. Oft verursacht dieses überströmende Material auf dem Begleiter explosionsartige Ausbrüche. Solche Doppelsternsysteme nennt man kataklysmische Veränderliche. Die Novae gehören zu dieser Gruppe. Im Extremfall haben die engen Doppelsterne eine gemeinsame Hülle (Kontaktsysteme, common envelope).
Man schätzt, dass die Häfte oder mehr aller Sterne (bis 80%) sich in Doppel- oder Mehrfachsternsystemen befinden. Dabei laufen die einzelnen Komponenten um den gemeinsamen Schwerpunkt, der auch innerhalb einer der Komponenten liegen kann, wenn die Massenunterschiede sehr gross sind. Visuelle Doppelsterne werden oft dafür benutzt, das “Seeing”, als die Qualität der Beobachtungsbedingungen an einem Ort zu einer bestimmten Zeit, zu bestimmen.
Die Sterne eines Doppel- oder Mehrfachsternsystems nennt man Komponenten, manchmal auch Mitglieder. Wenn die Komponenten sehr unterschiedlich sind, wird die dominierende als Hauptkomponente bezeichnet.
Doppelsterne haben Umlaufzeiten von einigen Minuten bis zu wenigstens mehreren hundert Jahren.

Dopplereffekt

[Doppler effect] Veränderung der Wellenlänge einer akustischen oder elektromagnitischen Strahlung durch eine (Relativ)Bewegung von Sender und/oder Empfänger. Bewegen sich Sender und Empfänger aufeinander zu, erhöht sich der Ton/die Frequenz (wird blauer), entfernen sich die beiden voneinander, erniedrigt sich die Tonhöhe/Frequenz (wird röter). Eine bekannte Variante des Dopplereffekts kann man an Autostrassen ausprobieren: ankommende Autos klingen höher als wegfahrende. Der akustische Doppler-Effekt wurde 1842 von Christian Doppler beschrieben, welcher auch erkannte, dass der Effekt für alle Arten von Wellen gilt.

Dopplerverbreiterung

[Doppler broadening] In emittierenden oder absorbierenden bewegten Medien beobachtet man eine Verbreiterung der Spektrallinien. Dies kommt dadurch zustande, dass durch den Dopplereffekt eine Verschiebung der Spektrallinien erfolgt. Als Beispiel kann man sich einen rotierenden Stern denken, den man im Teleskop nicht auflösen kann. Die Seite des Sterns, die sich auf uns zu bewegt, wird die Spektrallinien ins Blaue verschieben, die von uns wegdrehende Seite ins Rote verschieben. Dadurch wird eine bestimmte Spektrallinie wie H-alpha verbreitert.

Dopplerverschiebung

[Doppler shift] Die Verschiebung einer Spektrallinie aufgrund der relativen Bewegung zwischen Sender und Empfänger wird als Dopplerverschiebung bezeichnet. Bewegen sich Sender und Empfänger aufeinander zu, erfolgt eine Verschiebung zu kürzeren Wellenlängen (die Wellenberge kommen schneller an); im optischen Bereich nennt man das Blauverschiebung. Bewegen sie sich voneinander weg, ergibt sich eine Streckung der Wellenlänge, oder eine Rotverschiebung.

Dor

[Dor] Abkürzung des Sternbildes Dorado, zu Deutsch Schwertfisch.

Dorado

[Dorado] Lateinischer Name des Sternbild Schwertfisch.

Dorsum

[dorsum] Höhenrücken auf Planetenoberflächen werden als Dorsa, Einzahl Dorsum, bezeichnet.

Dq

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DQ Herculis Stern

[DQ Herculis star] Eine Art von veränderlichen Sternen. Es handelt sich um einen kataklysmischen Doppelstern mit einem Weissen Zwerg, der ein extremes Magnetfeld besitzt. Dadurch wird der Massentransfer vom Begleitstern auf die magnetischen Pole gelenkt, statt wie bei “normalen Kataklysmischen” über die Akkretionsscheibe auf den Weissen Zwerg zu fliessen. Die Rotation des Weissen Zwerges ist deutlich schneller als die Bahnperiode.

Dr

Da Dd De Di Dk Dl Dm Dn Do Dq Dr Ds Du Dw Dy

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Dra

[Dra] Abkürzung für das Sternbild Draco, zu Deutsch Drache.

Drache

[draco] Sternbild der Nordhemisphäre mit dem lateinischen Namen Draco, dem Genitiv Draconis und der Abkürzung Dra. Es ist ein langes, gewundenes Sternbild zwischen dem grossen und dem kleinen Bären. Der Kopf des Drachen liegt nahe bei der Wega. Der hellste Stern ist gamma Draconis mit einer scheinbaren visuellen Helligkeit von 2.2 mag, auch als Eltanin bekannt. Alpha Draconis alias Thuban mit einer scheinbaren visuellen Helligkeit von 3.7 mag ist einer der Sterne, die im Lauf der Präzessionsperiode Polarstern sind. Das an sich sternarme Sternbild hat eine Reihe Doppelsterne. Der Nordpol der Ekliptik liegt im Sternbild Drache.

Drachenmonat

[draconic month] Alternativer Ausdruck für den drakonitischen Monat.

Draco

[draco] Lateinischer Name des Sternbild Drache.

Draconiden

[draconids] Die Draconiden, auch Giacobiniden, sind ein peridischer, am 9. Oktober, auftretender Meteorstrom mit dem Radianten in Sternbild Drache. Die Meteore dieses Schwarms stammen vom Komet Giacobini-Zinner, alias Komet 1933 III.

Drakonitischer Monat

[draconic month] Die Dauer des Mondumlaufes zwischen zwei gleichen Knoten (üblicherweise der aufsteigende Knoten); aus diesem Grund werden die Knoten der Mondbahn auch Drachenpunkte genannt. Er dauert 27.21222 Tage der mittleren Sommerzeit. Die Bahn des Mondes ist gegen die Ekliptik um 5.5° geneigt, aber nicht ortsfest im Raum. Daher verschieben sich die Knoten bezüglich der Ekliptik einmal in 18.61 Jahren rundherum. Durch diese Verschiebung der Knoten ist der drakonitische Monat um etwa 2.5 Stunden kürzer als der siderische Monat.

DRAO

[DRAO] Abkürzung für das Dominion Radio Astrophysical Observatory.

Drehimpuls

[angular momentum] Eine physikalische Grösse, die die Stärke einer Drehbewegung misst. Es ist das Vektorprodukt aus (Orts)vektor vom Ursprung (Zentrum der Drehbewegung) zum Objekt und dessen Geschwindigkeitsvektor. Somit ist der Drehimpuls gross, wenn die Geschwindigkeit gross ist bei grossem Abstand. Der Drehimpuls ist eine sogenannte Erhaltungsgrösse, das heisst, in einem abgeschlossenen System kann Drehimpuls nicht erzeugt oder vernichtet werden. Mit anderen Worten, solange kein Drehmoment angreift, bleibt der Drehimpuls konstant. Die Drehimpulserhaltung konstatiert, dass die Winkelgeschwindigkeit eines Körpers sich ändert, wenn der Abstand verändert wird. Würden wir beispielsweise die Erde weiter nach innen Richtung Sonne verschieben, muss die Winkelgeschwindigkeit zunehmen - das kann man an der fast massegleichen Venus deutlich sehen.
In gekoppelten Systemen wie dem Erde-Mond-System muss der Gesamtdrehimpuls erhalten bleiben. Das bedeutet, dass die durch die Gezeitenreibung verlangsamte Rotation der Erde (Verringerung des Drehmomentes der Erde) dadurch kompensiert wird, dass der Drehimpuls des Mondes vergrössert wird. Mit anderen Worten, der Mond entfernt sich von der Erde aufgrund der Gezeitenreibung, deren Verursacher er ist; und zwar solange, bis Erde und Mond gebunden rotieren, d.h. sie sich immer die selbe Seite zuweisen. (Heute ist das Erde-Mond-System “halbgebunden”, das bedeutet, dass der Mond der Erde immer die gleiche Seite zeigt, die Erde sich aber vom Mond aus gesehen “wegdreht”.)

Drehmoment

[torque] Das Drehmoment ist das Kreuzprodukt aus Radius und Kraft. Mit anderen Worten ist es das Produkt aus dem Abstand des Angriffspunktes von der Drehachse und der Kraft, die an diesem Angriffspunkt angreift. Analog der Änderung des Impulses durch einen Kraftstoss im “linearen” Fall verändert das Drehmoment den Drehimpuls.

Drei-Alpha-Prozess

[triple alpha process] Der auch nach dem Physiker Edwin Ernest Salpeter als Salpeterprozess bekannt Fusionsprozess von 3 Alphateilchen (Heliumkernen mit je 2 Neutronen und Protonen) zu Kohlenstoff 12C. Dieser Prozess spielt bei massereichen Sternen nach dem Verbrauch des Heliums im Kern im Riesenstadium eine Rolle. Sie benötigt Temperaturen von mehr als 100 Millionen K und eine sehr hohe Kerndichte. Er verfäuft über die Produktion von 8Be als Zwischenprodukt:

4He + 4He —› 8Be + gamma - 0.095 MeV
8Be + 4He —› 12C + gamma + 7.4 MeV

Da das Beryllium sehr instabil ist, ist die Chance für die zweite Fusionsstufe nur 1 auf 1 Millarde.

Dreieck

[triangle]

Dreiecksnebel

[triangulum galaxy] Die auch als Triangulumsgalaxie genannte Scheibengalaxie M33 oder NGC 598 im Sternbild (nördliches) Dreieck. Sie gehört zur Lokalen Gruppe und ist von uns aus fast face-on zu sehen. Sie ist vom Hubble-Typ Sc, ist etwa 1° im Durchmesser, hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 6 mag und ist 0.89 Mpc entfernt. Damit ergibt sich ein &$147;echter Durchmesser&$148; von 16 kpc.

Dreifarbenfotografie

[three-colour photography] In der Astrofotografie werden oft drei Aufnahmen in drei verschiedenen Farbfiltern gemacht. Diese werden dann mit den entsprechenden Filtern (oder anderen für Falschfarbenbilder) bei der Vergrösserung der Aufnahmen zu einem Bild wieder zusammengesetzt. Der Vorteil davon ist, dass man die Aufnahmen mit Schwarz-Weiss-Filmen machen kann, welche meistens ein besseres Aufnahmeverhalten haben, in hohen Empfindlichkeiten verfügbar sind und einfacher zu entwickeln sind.
Mit CCD-Kameras, die keine Farbempfindlichkeit haben, werden Farbaufnahmen ebenfalls nach diesem Schema hergestellt. Hier erleichtert die Software die Zusammensetzung der Bilder markant. Auch ist es hier einfach, den tatsächlichen Farben Falschfarben zuzuordnen, um bestimmte Merkmale in den Aufnahmen verstärken zu können.

Dreifarbenphotometrie

[three colour photometry] Bei der Dreifarbenphotometrie wird die Helligkeit von astronomischen Objekten in drei verschiedenen Farbbändern, häufig in den Farben U, B und C des Johnson-Filtersatzes, gemessen.

Drei-Kelvin-Strahlung

[three-Kelvin radiation, cosmic microwave background] Die 3 K-Strahlung wird auch als kosmische Hintergrundsstrahlung (siehe daselbst) bezeichnet.

Drei-Kiloparsec-Arm

[three-kiloparsec arm] Ein etwa 3 kpc vom galaktischen Zentrum entfernt beginnender Spiralarm der Milchstrasse. Der Drei-Kiloparsec-Arm wurde durch 21 cm-Radiobeobachtungen von HI-Wolken (neutraler Wasserstoff) gefunden.

Dreikörperproblem

[three body problem] Dreikörperproblem heisst die Aufgabe, die Dynamik von 3 Körpern in einem Potential, üblicherweise das Gravitationspotential, zu berechnen. Das heisst, mit Angaben über die Massen, Positionen und Geschwindigkeiten zu einer gegebenen Zeit t0 der drei Teilchen die Positionen und Geschwindigkeiten der Teilchen für jeden beliebigen Zeitpunkt t in der Vergangenheit oder Zukunft berechnen zu können. Dafür ist keine analytische Lösung bekannt; allerdings können einige allgemeine Aussagen über das Verhalten solcher Systeme gemacht werden: der Schwerpunkt des Systems bewegt sich gleichförming, d.h. mit konstanter Geschwindigkeit, und das Gesamtdrehmoment des Systems ist erhalten, d.h. ändert sich nicht mit der Zeit. Für einige spezielle Fälle sind Lösungen möglich. Einer dieser Fälle ist das eingeschränkte Dreikörperproblem, in welchem sich 2 Körper als Zweikörpersystem (Kreisbahnen um den gemeinsamen Schwerpunkt) verhalten und das dritte - mit verschwindend kleiner Masse gegenüber den ersten beiden - sich in der gleichen Bahnebene bewegt, und zusätzlich die Umlaufzeit des dritten Körpers gleich der Umlaufzeit der ersten beiden um den Schwerpunkt ist. Für ein solches System können die Librationspunkte (auch Gleichgewichts- oder Lagrangepunkte) berechnet werden.
Heute werden Dreikörperprobleme vor allem numerisch berechnet. Dies gilt umso mehr für Systeme mit mehr als 3 Teilchen (N-Körper-Problem).
In der Astronomie sind Dreikörperprobleme z.B. das Sonne-Erde-Mond-System, oder dreifach Sternsysteme. Auch für die Bahnberechnung von Satelliten ist das Dreikörperproblem relevant.

Dreisatz

[rule of three] Eine einfache Rechenregel, mit der man z.B. zwischen verschiedenen Einheitensystemen umrechnen kann. Beispiel: welcher Winkel entspricht einer Rektaszension von 2 h? Das Winkelmass hat 360 Grad, das Zeitmass 24 h, und wir wollen das den 2 h entsprechenden Wert x im Winkelmass wissen. Also:
x : 360° = 2 : 24 —> x = (360 · 2) / 24 = 30°

drifting sub-pulse

[drifting sub-pulse] Pulse von Pulsaren bestehen in der Regel aus Sub-Pulsen. In einigen Fällen beobachtet man eine Verschiebung der Sub-Pulse in fortlaufend aufgenommenen Pulsprofilen. Diese nennt man drifting sub-pulses. Der Grund dafür ist nicht bekannt.

Dritter Kontakt

[third contact] Bei einer Sonnenfinsternis heisst der dritte Kontakt der Moment, in dem der nachfolgenden Rand des Mondes mit dem Sonnenrand zusammenfällt und bezeichnet damit das Ende der Totalitätsphase. Bei einer Mondfinsternis spricht man vom dritten Kontakt, wenn der Mond anfängt, aus dem Erdschatten herauszutreten.

Druck

[pressure] Druck heisst in der Physik die senkrecht auf eine Fläche(neinheit) wirkende Kraft. Die SI-Einheit für den Druck ist Pascal, 1 Pa = 1 N/m2. Alte Einheiten sind das Bar, 1 bar = 105 Pa und die technische Atmosphäre at, 1 at = 98066.5 Pa.

Druckverbreiterung

[pressure broadening] Als Druckverbreiterung bezeichnet man die Verbreiterung von Spektrallinien, die von Gas emittiert oder absorbiert werden. Die Verbreiterung ist abhängig vom herrschenden Druck. Da der Druck in Sternatmosphären (den Schichten von Sternen, von welchen der grösste Teil der sichtbaren Strahlung stammt) von der Schwerebeschleunigung abhängt, welche wiederum von Riesensternen über die Zwerge zu den Weissen Zwergen hin zunimmt, beobachtet man in dieser Reihenfolge eine Verbreiterung der Spektrallinien. Kurz: Weisse Zwerge zeigen eine stärkere Linienverbreiterung als Hauptreihensterne, und die Riesen haben die schmalsten Spektrallinien. Dieser Effekt wird bei der Leuchtkraftklassifikation von Sternen ausgenutzt.

Ds

Da Dd De Di Dk Dl Dm Dn Do Dq Dr Ds Du Dw Dy

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D-Schicht

[D-layer] Die unterste Schicht der Ionosphäre der Erdeatmosphäre. Sie liegt in einer Höhe von 80 km bis 90 km. Die D-Schicht absorbiert Radiowellen stärker als sie sie reflektiert.

DSN

[DSN] Abkürzung für Deep Sky Network.

D-Stern

[D-star] Als D-Sterne werden in der Spektralklassifikation die Weissen Zwerge bezeichnet. Zur ursprünglichen Reihe von DB, DA, DF, DG, DK analog der Klassifizierung der Hauptreihensterne wurden noch die DO für die extrem heissen Weissen Zwerge, die DC mit kontinuierlichen Spektren und die DQ mit Kohlenstofflinien (atomar und molekular) hinzugefügt. Die Typen DF, DG und DK wurden andererseits zu DZ zusammengefasst. Desweiteren wurde die Angabe um einen Temperaturindex von 0 = sehr heiss bis 9 = sehr kühl erweitert. Ein DQ7 ist also relativ kühler Weisser Zwerg mit Kohlenstofflinien. Die meisten Weissen Zwerge sind vom Typ DA (so der Begleiter von Sirius, Sirius B) mit einem Wasserstoffspektrum, der grösste Teil des Rests ist DB mit Heliumspektrum.

Du

Da Dd De Di Dk Dl Dm Dn Do Dq Dr Ds Du Dw Dy

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Dubhe

[Dhube] Eigenname des Sterns alpha Ursae Majoris. Er hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 1.8 mag, hat eine Spektraltyp K0, Leuchtkraftklasse III, und ist knapp 30 parsec entfernt. Er hat einen Begleiter vom Spektraltyp A8 mit einer scheinbaren visuellen Helligkeit von 4.8 mag. Es ist einer der beiden “Zeigersterne” für den Polarstern. Der Name stammt aus dem arabischen, dubb, und bedeutet Bär.

Dublett

[doublet] Wenn zwei Spektrallinien sehr nahe beieinander liegen, nennt man sie Dublett. Ein bekanntes Beispiel ist die Natrium D-Linie, die tatsächlich aus zwei Linien bei 589.0 nm und 589.6 nm besteht. Um sie auflösen zu können, benötigt man einen guten Spektrograph. Ein solcher stand dem Namensgeber der Linien, Joseph Fraunhofer, noch nicht zur Verfügung. Dubletts entstehen, wenn Elektronen in der Atomhülle von zwei nahe beieinanderliegenden Energieniveaus auf ein gemeinsames tieferes fallen.

Dublette

[doublet] Eine zweikomponentige Linse, mit der die chromatische Aberration minimiert werden kann. Die Linsen sind entweder verklebt, oder haben einen Luftspalt zwischen sich.

Dumbbellnebel

[Dumbbell Nebula] Aus dem englischen stammender Name für den Hantelnebel.

Dunkeladaption

[dark adaption] Der Vorgang der Anpassung des Auges an die Dunkelheit. Er wird durch chemische Prozesse beeinflusst und dauert bei jedem Mensch verschieden lang. In der Regel sind 20 Minuten eine normale Dauer für die Anpassung. Die Dunkelanpassung wird durch kurzwelliges Licht (blau) schneller und leichter gestört als durch langwelliges Licht (rot). Daher verwenden Astronomen rotes Licht, wenn sich Suchkarten studieren oder Einstellungen am Teleskop vornehmen.

Dunkelwolken

[dark nebula] Wolken aus Gas und Staub, welche das Licht von dahinterliegenden Objekten abschwächen oder auslöschen können. Die Absorption des Lichtes ist abhängig von der Wellenlänge, also auch von der Farbe. Rotes Licht wird weniger stark gestreut als blaues (kurzwelliges) Licht. IR- und Radiostrahlung wird nur wenig abgeschwächt, so dass die Dunkelwolken in diesen Spektralbereich durchsichtig erscheinen. Das “Verschlucken” des Lichtes nennt man auch Extinktion.

Bekannte Beispiele für Dunkelwolken ist der Pferdekopfnebel und der Kohlensack im Kreuz des Südens. Die Dunkelwolke Rho Ophiuchi bedeckt mit fast 1000 Quadratgrad fast 2% des Himmels. Die verhältnissmässig kleinen Bok-Globulen, welche man beispielsweise auf HST-Aufnahmen vom Orionnebel erkennen kann, gehören auch in die Kategorie der Dunkelwolken. Etwa 30% der Milchstrasse sind mit Dunkelwolken bedeckt. Die meisten davon sind zwischen 3 und 100 pc gross, wobei die grösseren häufig eine Fragmentierung (Unterteilung) aufweisen. Die Globulen haben Durchmesser von 0.005 bis 1 pc.
Die Dunkelwolken bestehen zu etwa 1%. An diesen Staubteilchen können sich Atome und Moleküle anlagern, wachsen, und wieder abgetrennt werden. Vermutlich ist dies ein effizienter Mechanismus für die Bildung von (komplexen) Molekülen.
Die Temperaturen in den Kernen der Dunkelwolken betragen nur etwa 10 K. In diesen Regionen können Instabilitäten auftreten, wachsen und zur Bildung von Sternen führen.

Dunkle Materie

[dark matter] Nichtleuchtende Materie, die sich in dynamischen Untersuchungen von Galaxien, am besten untersucht für Scheibengalaxien, bemerkbar macht und zur Erklärung der Strukturbildung im Universum benötigt wird. Sie wird auch oft als missing mass bezeichnet.

Ein Teil der Dunklen Materie kann baryonisch sein und in Form von Molekülen vorliegen, welche nur wenig elektromagnetische Strahlung emittieren, zum Beispiel kaltes H2. Eine weitere baryonische Form könnte Braune Zwerge sein, Jupiterähnliche Gebilde, welche nicht genügend Masse haben, um Kernfusion im Kern zu zünden und Sterne zu werden. Diese sucht man in Experimenten wie MACHO, EROS und OGLE mit Hilfe von Gravitationslinsen.

Da die baryonischen Kandidaten für die erwartete Masse nicht ausreichen, sind andere Kandidaten im Blickfeld: sogenannte heisse dunkle Materie aus massearmen Teilchen, die sich mit fast Lichtgeschwindigkeit bewegen (Neutrinos); sie wird auch Hot Dark Matter (HDM) genannt. Oder kalte Dunkle Materie (CDM = Cold Dark Matter), welche eine bisher unbekannte Art von Elementarteilchen sein könnte (WIMPs = Weakly interacting Massive Particles).

Die Suche nach der Natur der Dunklen Materie beschäftigt Teilchenphysiker, Galaxiendynamiker und Kosmologen. Erstere versuchen Kandidaten in Laborexperimenten zu finden, zweitere durch das Studium der Kinematik von Galaxien (Kreisbahngeschwindigkeiten bei Scheibengalaxien, kompliziertere dynamische Modellierung bei elliptischen Galaxien) Hinweise auf die Verteilung der Dunklen Materie in und um die Galaxien zu finden, und letztere durch Beobachtungen, Modelle und Simulationsrechnungen den Gehalt des Universums an Dunkler Materie zu bestimmen.

Durchgang

[passage]

Durchgangsinstrument

[passage instrument?] Ein Durchgangsinstrument oder Passageinstrument entspricht vom Aufbau her einem Meridiankreis. Allerdings sind in der Regel die Teilkreise für die Höhenmessung nicht so genau wie bei den Meridiankreisen, da der Zweck eines Durchgangsinstruments darin liegt, die exakten Zeiten der Meridiandurchgänge von Objekten zu ermitteln, und nicht deren Zenitdistanz, respektive Höhe beim Meridiandurchgang zu messen. Durchgangsinstrumente werden häufig so gebaut, dass der Strahlengang mittels eines Spiegels in die hohle Drehachse abgelenkt wird, so dass das Okular oder die Messeinheit ortsfest ist.
Passageinstrumente und Meridiankreis zeigen immer Aufstellungs- und Instrumentenfehlern, die so gut wie möglich gemessen werden müssen, um Korrekturen an den Messungen vornehmen zu können. Die wichtigsten Aufstellungsfehler sind Neigungsfehler (Fernrohrdrehachse nicht exakt in der Waagrechten), Azimutfehler (Fernrohrachse nicht exakt in Ost-West-Richtung), die wichtigsten Instrumentenfehler sind der Kollimationsfehler (optische Achse nicht exakt senkrecht auf Drehachse) und Exzentritätsfehler (Mittelpunkt des Teilkreises nicht exakt Mittelpunkt der Drehachse).

Durchgangsmessung

[drift scan] Eine Beobachtungstechnik, bei welcher das Instrument auf einen Punkt am Himmel fixiert ist. Durch die Erddrehung überstreicht das Gerät den Himmel. Einige grosse Radioteleskope, z.B. das bei Arecibo in Puerto Rico, arbeiten auf diese Weise, aber auch einige optische Teleskope. Der Vorteil ist eine sehr gleichmässige Scanrate und daraus folgender guter Positionsbestimmungsmöglichkeit. Durchgangsinstrumente werden oft für Winkelmessungen, respektive Positionsbestimmungen eingesetzt.

Durchlässigkeit der Atmosphäre

[transparency of the earth“s atmosphere] Die Erdatmosphäre lässt nur bestimmte Teile des elektromagnetischen Spektrums bis auf Meereshöhe passieren. Mit Ausnahme des sichtbaren Lichts, einiger Bereiche im Infraroten und eines breiten Bereichs im Radio ist die Erdatmosphäre undurchlässig für Strahlung aus dem Weltall. Das ist für astronomische Untersuchungen ärgerlich, weil damit Untersuchungen in diesen, ausgefilterten Wellenlängenbereichen nur mit technischen Geräten wie Flugzeugen, Ballonen, Raketen oder Satelliten möglich sind, andererseits wäre die Entstehung von Leben auf dem Land doch etwas beeinträchtigt.
Die Bereiche, in welchen die Atmosphäre durchlässig ist, nennt man Fenster, z.B. das Radiofenster und das optische Fenster. Die Durchlässigkeit ist also eine spektrale Durchlässigkeit, d.h. wie weit eine elektromagnetische Welle in die Erdatmosphäre eindringen kann, hängt von ihrer Wellenlänge ab. Die verschiedenen Schichten der Atmosphäre wirken dabei als Filter für spezifische Wellenlängen: UV-Strahlung wird vor allem durch Ozonmoleküle in der Stratosphäre in etwa 20 km bis 50 km Höhe herausgefiltert, in der Tropopause sorgen vor allem Wasser und andere Moleküle wie Kohlendioxid für das Filtern der Infrarotstrahlung.

Durchmesser

[diameter] Der Durchmesser eines Himmelskörpers wird entlang einer Linie gemessen, die vollständig innerhalb des Himmelskörpers liegt und durch dessen Mittelpunkt führt. Das ist bei regulären Körpern wie Planetenkugeln einfacher als bei massearmen Planetoiden oder Monden mit unregelmässiger Gestalt. Man unterscheidet den wahren Durchmesser, der in einem linearen Mass wie m oder km angegeben wird, und den scheinbaren Durchmesser, der im Winkelmass angegeben wird. Kennt man den Abstand des Objektes und den scheinbaren Durchmesser, kann man daraus den wahren Durchmesser berechnen.

Durchmesser-Dichte-Diagramm

[diameter-density diagram] Für die Charakterisierung der durchschnittlichen chemischen Zusammensetzung der Planeten, respektive kleinerer Objekte, eines Planetensystems kann die mittlere Dichte gegen den Durchmesser grafisch aufgetragen werden.

Durchmusterung

[survey] Als Durchmusterung bezeichnet man die Beobachtung des ganzen Himmels oder von Teilbereichen davon mit dem Ziel, einen Katalog mit einer Klasse von Objekten, z.B. Sternen, oder allgemeiner Art (alle Objekte) mit den Positionen und einer Charakterisierung der Objekte anzufertigen. Bekannte Ergebnisse von Durchmusterungen sind der NGC und dessen Indexkataloge IC (nebelige Objekte), die Bonner- und die korrespondierende Cordoba-Durchmusterung (Sternkataloge bis zu einer Grenzhelligkeit, ursprünglich 10 mag) sowie der Sloan Digital Sky Survey (Galaxien und Quasare, grossräumige Materieverteilung im Universum). Neben diesen optischen Surveys werden auch Durchmusterungen in allen anderen Bereichen des elektromagnetischen Spektrums durchgeführt, vom Radio- über den Infrarot-, UV- und Röntgen bis in den Gammastrahlungsbereich. Auch für die kosmische Partikelstrahlung gibt es Durchmusterungen.
Neben den Durchmusterungen des Himmels nach langlebigen Quellen gibt es eine weitere Untersuchungsart, welche nach den ganzen Himmel oder Teile davon ständig überwacht, um kurzzeitige Phänomene erfassen zu können. Zu dieser Gruppe gehören die Programme zur Untersuchung von Supernovae, MACHOs und Gamma Ray Bursts.

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Dwingeloo 1

[Dwingeloo galaxy] Die Dwingeloo 1 Galaxie wurde am Dwingeloo Radioobservatorium im Rahmen der Untersuchung der “gemiedenen Zone”, der Zone of Avoidance, im Jahr 1994 gefunden. Es handelt sich um eine Balkenspirale in einer geschätzten Entfernung von 3 Mpc. Sie hat eine Begleitgalaxie, Dwingeloo 2. Sie gehören wahrscheinlich zur Gruppe der Maffei-Galaxien.

Dwingeloo Galaxie

[Dwingeloo galaxy] Alternativer Name für die Dwingeloo 1 Galaxie.

Dwingeloo Radioobservatorium

[Dwingeloo Radio Observatory] Das Dwingeloo Radioobservatorium gehört der niederländischen Stiftung für astronomische Forschung (Netherlands Foundation for Research in Astronomy) und befindet sich etwa 60 km südwestlich von Groningen. Es besitzt einen 25 m Reflektor. Gegründet wurde es 1956.

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Dynamik

[dynamics] Die Dynamik ist die Lehre von der Bewegung. Bewegung im physikalischen Zusammenhange bedeutet eine Zustandsänderung eines Systems. Zustandsänderungen bedingen das Auftreten von (inneren oder äusseren) Kräften, auch Wechselwirkungen genannt. In der Astronomie handelt es sich in der Regel um mechanische Systeme, z.B. von Planeten, Sternen, Haufen und Galaxien, aber auch von Gasen in Sternen und Gas- und Molekülwolken.

dynamisch

[dynamical] Eigenschaftswort zu Dynamik: ein System, dessen Zustand sich aufgrund des Einwirkens von Kräften verändert. Das Gegenteil ist statisch.

dynamische Parallaxe

[dynamical parallaxe] Kennt man die Massen der Komponenten eines Doppelsternsystems (z.B. aus der Bestimmung der Spektral- und Leuchtkraftypen), die Bahnparameter (scheinbarer Bahndurchmesser und Umlaufperiode), kann man mit dem 3. Keplerschen Gesetz die Entfernung des Systems bestimmen.

dynamische Reibung

[dynamical friction] Dynamische Reibung tritt beispielsweise in Sternsystemen auf, in welche ein massives Objekt eindringt. Dadurch werden die “Teilchen” (die Sterne) des Systems von ihren Bahnen abgelenkt, also beschleunigt. Damit steigt die Temperatur des Systems (definiert als die mittlere kinetische Energie), während das eindringende Objekt abgebremst wird. Handelt es sich z.B. um ein Schwarzes Loch, welches bei einer Verschmelzung von einer kleineren mit einer grösseren Galaxie eingefangen worden ist, sinkt dieses aufgrund der Abbremsung immer weiter bis ins Zentrum ab. Ein anderes Beispiel sind Kugelsternhaufen, die beim Durchgang durch die galaktische Scheibe durch diesen Effekt abgebremst werden, wodurch ihre Bahn “zerfällt”.

dynamische Zeitskala

[dynamical timescale] Als dynamische Zeitskala bezeichnet man die Zeitdauer, die ein Testteilchen benötigt, um ein System zu durchqueren. Beispielsweise kann man sich einen Stern vorstellen, den man von “Rand” einer Galaxie los lässt und auf einer geraden Linie durch das Zentrum der Galaxie durchlaufen lässt, bis er auf der anderen Seite der Galaxie wieder am Rand ankommt.

Dynamo

[dynamo] Im astronomischen und geophysikalischen Sinn versteht man unter einem Dynamo einen Fluss von elektrisch leitender Substanz (Flüssigkeit, Schmelze oder Gas), wodurch ein elektrisches und ein magnetisches Feld induziert wird. Ein Beispiel ist das Erdmagnetfeld und die Magnetfelder der Sonne und von Sternen.

Dynamotheorie

[dynamo theory] Theorie für die Erklärung der Magnetfelder von Planeten und Sternen durch einen selbsterzeugenden Dynamo. Dieser kommt durch die Bewegung von elektrisch leitendem Materiel zustande, wodurch ein elektrisches und magnetisches Feld induziert wird.

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started 2001-08-31, last update 2003-04-18