d
[d]
Abkürzung für Tag, vom Lateinischen Dies.
Da
Da
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Dr
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Dactyl
[Dactyl]
Name des von der Galileosonde 1993 entdeckten Mondes des Asteroiden Ida.
Es
ist der erste bekannte Mond eines Asteroiden. Er ist 1.6 mal 1.4 mal 1.2
km gross und hat eine mittlere Dichte von 2.6 g cm-3. Zum
Zeitpunkt der Entdeckung war er etwa 100 km von Idas Zentrum entfernt.
Daguerrotypie
[daguerreotype]
Als Daguerrotypie wird das vom französischen Maler Louis Jaques
Mandé
Daguerre entwickelte, erste und heute nicht mehr übliche
fotografische Verfahren
bezeichnet. Dabei wird eine mit
Silberjodid beschichtete Metallplatte belichtet, mit
Quecksilberdämpfen
entwickelt (eine eher ungesunde Sache) und mit Kochsalzlösung
fixiert.
Damit erhielt man ein positives, seitenverkehrtes Bild. Die ersten
fotografischen Aufnahmen von astronomischen Objekten wie dem Mond und der
Sonne wurden mit dieser Methode gemacht. Einer der Pioniere des Einsatzes
der Daguerrotypie auf astronomische Objekte war John William Draper.
Dall-Kirkham-Teleskop
[Dall-Kirkam telescope]
Eine Abart des Typs der Cassegrain-Teleskope mit einem elliptischen
Hauptspiegel und einem konvexen sphärischen Sekundärspiegel. Das
Bild
dieses Teleskoptyps ist frei von Astigmatismus, hat dafür aber mit
Koma im offaxis-Bereich. Es wird daher vor allem für Beobachtungen
eingesetzt, wo gutes Auflösungsvermögen und kein grosses
Beobachtungsfeld
wichtig ist. Es wurde unabhängig voneinander vom englischen
Teleskopbauer
Horace Edward Stafford Dall und dem Amerikaner Alan R. Kirkham entwickelt.
Dämmerung
[twilight, dusk, dawn]
Dämmerung ist die Zeit vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang,
wenn
noch Restlicht von der Sonnen sichtbar ist. Man unterscheidet
drei Dämmerungen: die zivile oder Bürgerdämmerung, die
nautische und die
astronomische. Das entpricht Zenitdistanzen des
Sonnenmittelpunktes von zwischen 90° 50 und 96°,
96° und 102°, und 102° und 108°.
Dämmerungsstrahlen
[crepuscular rays]
Durch Streuung an Staubteilchen in der Troposphäre entstehendes
Lichtphänomen. Sie entstehen kurz vor Sonnenaufgang beziehungsweise
kurz
nach Sonnenuntergang, wenn die Sonne fast tangential zum Horizont des
Beobachters steht. Durch Schattenwurf von Wolken kann eine
Fächerartige
Struktur entstehen.
Damokles
[Damocles]
Der Asteroid 5335, der 1991 vom britischen Astronomen Robert Houston
McNaught entdeckt wurde. Damokles hat eine ungewöhnliche Bahn, die
ihn von
der Marsumlaufbahn bis zur Uranusumlaufbahn bringt. Zusammen mit der
grossen Inklination von 61°.9 deutet dies darauf hin, dass es sich um
einen
ausgegasten Komenten (eventuell aus der Halley-Familie)
handeln könnte (er zeigte bisher keine Spuren eines
Schweifs). Die Umlaufzeit ist 41 Jahre, die grosse Halbachse sind 11.88
AU, das Perihel ist bei 1.58 AU, das Aphel bei 22.18 AU.
Damokles war König in Sizilien und wurde bekannt dafür, dass er
ein
Schwert über seinem Platz an einem dünnen Faden aufgehängt
hat.
Dämonstern
[demon star]
Populärname für Algol, der daherkommt, dass Algol im
Sternbildperseus im
Bereich des Kopfes der Gorgonin Medusa liegt.
Danjon Astrolab
[Danjon astrolabe]
Vom André Danjon 1938 entwickelter Prismenastrolab zur Bestimmung
von
Sternörtern. Er wurde für die Erstellung von Sternkatalogen
verwendet. Er
ist auch als unpersönlicher Astrolab bekannt.
Danjon Skala
[Danjon scale]
Eine fünfstufige Skala zur Bestimmung der Dunkelheit von totalen
Mondfinsternissen, die von A. Danjon eingeführt worden war. Die Stufe
0 ist
extrem dunkel/Mond unsichtbar, die Stufe 4 ist extrem
hell/Mondsichtbarkeit kaum eingeschränkt. Die Dunkelheit der
Mondfinsternisse ist vor allem abhängig von der Opazität der
Erdatmosphäre,
welche durch Wolken und Vulkanausbrüche beeinflusst wird.
DAO
[DAO]
Abkürzung für das Dominion Astrophysical Observatory.
Dark Matter
[Dark Matter]
Englische Bezeichnung für Dunkle Materie.
Daten
[data]
Informationen, die in einer vorgegebenen Form gespeichert und
weiterverarbeitet werden können. Die Speicherform kann Papier,
magnetische
oder optische Platten, elektronische Bausteine usw. sein. Daten brauchen
ein
Format, aus welchem der Sinngehalt rekonstruiert werden kann. In der
modernen Astronomie fallen zum Teil riesige Datenmengen an, die reduziert,
verarbeitet, dargestellt und dauerhaft gespeichert werden müssen.
Datum
[date]
Eine Zuordnung einer Zahl oder Kombination von Zahlen, um einen Zeitpunkt
zu
charakterisieren (eindeutig zu beschreiben). In der Regel werden Daten so
gewählt, dass man mit Hilfe eines Kalenders einfach Differenzen
zwischen
verschiedenen Daten (Mehrzahl von Datum) bilden kann. Eine Datumsangabe
ist vollständig, wenn sie einen Nullpunkt und die seitdem vergangene
Zeit
in einer Zeiteinheit angibt. Der alltägliche Kalender der
westlichen Welt verwendet als Nullpunkt die Geburt Christi
(auch wenn die wohl nicht in dem Jahr war; weniger religiös
veranlagte
Menschen nennen das auch die Zeitenwende) und besteht aus der Anzahl
Jahre, Monate, Tage und der Uhrzeit, die seither vergangen ist. Zum
Beispiel 25. März 2002, 19:54.
In der Astronomie verwendet man ein Datum, dass das Berechnen von
Zeitunterschieden einfacher zulässt als in der obigen Datumsangabe.
Das ist
das julianische Datum, auch als j.D. oder J.D. abgekürzt, welches als
Nullpunkt den 1.1.4713 v. Chr 12 h UT (Universal Time)
hat und in Tagen gezählt wird. Es geht auf J. Scaliger zurück.
In der Astronautik wird gelegentlich das modifizierte Julianische Datum
(m.j.D.) verwendet, welches im geophysikalischen Jahr (1957-58)
eingeführt
worden ist und als Nullpunkt den 17.11.1858 0 h UT = 2400000.5 j.D.
Datumsgrenze
[date line]
Da bei einer Reise um die Erde entlang des Äquators alle 15°
Länge die
Sonne eine Stunde früher (bei einer Reise von West nach Ost) oder
später
(bei einer Reise von Ost nach West) am Kulminationspunkt ankommt. Bei der
Ankunft am Abgangspunkt hat man so also einen Tag gewonnen oder verloren
(siehe Jules Vernes Reise um die Welt in 80 Tagen).
Gemäss internationaler Übereinkunft hat man den 180.
Längengrad mit einigen
politisch oder wirtschaftliche motivierten Abweichungen als Datumsgrenze
festgelegt. Bei Überquerung der Datumslinie von West nach Ost wird
der
gleiche Tag also noch einmal gezählt, während bei einer
Überschreitung in
der umgekehrten Richtung ein Tag übersprungen wird.
Davida
[Davida]
Der Asteroid 511 ist mit 324 km Durchmesser der sechstgrösste
Asteroid im
Asteroiden-Hauptgürtel. Er wurde 1903 vom amerikanischen Astronome
Raymond
Smith Dugan entdeckt. Er gehört zur C-Klasse und hat eine
Rotationsdauer
von 5.17 Tagen. Die Umlaufzeit um die Sonne beträgt 5.66 Jahre, die
grosse
Halbachse ist 3.176 AU, dsa Perihel bei 2.61 AU und das Aphel bei 3.74 AU.
Die Inklination beträgt 15°.9.
David-Dunlap-Observatorium
[David Dunlap Observatory]
Observatorium der Universität Toronto in Richmond Hill, Ontario. Das
Hauptgerät des 1935 gegründeten Observatoriums ist ein 1.88 m
Spiegelteleskop, der ebenfalls 1935 in Betrieb genommen wurde. Es ist das
grösste optische Teleskop in Kanada. Das David-Dunlap-Observatorium
betreibt seit 1971 auch den 0.6 m Helen Sawyer Hogg Reflektor in Las
Campanas.
Dawes-Grenze
[Dawes limit]
Die Dawes-Grenze wurde von W.R. Dawes gefunden. Sie gibt an, welches
maximale Auflösungsvermögen ein Teleskop mit einer gegebenen
Apertur in
der Praxis haben kann. Die Skala wurde anhand von Doppelsternbeobachtungen
mit verschiedenen Aperturen erstellt.
| Apertur in mm |
Auflösungsvermögen in
|
| 25 |
4.63 |
| 50 |
2.32 |
| 75 |
1.54 |
| 100 |
1.16 |
| 125 |
0.93 |
| 150 |
0.77 |
| 175 |
0.66 |
| 200 |
0.58 |
| 250 |
0.46 |
| 300 |
0.39 |
| 400 |
0.29 |
| 500 |
0.23 |
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DDO
[DDO]
Abkürzung für das David Dunlap Observatory.
DDO-Klassifikation
[DDO classification]
Ein am David-Dunlap-Observatorium entwickeltes Klassifizierungsschema,
welches die Helligkeit von Scheiben- und irregulären Galaxien mit der
Stärke ihrer Spiralarme korreliert. Die hellsten Galaxien sollten die
deutlichsten Spiralarme zeigen. Dieses Schema fügt zu den
Hubble-Typen Sa,
Sb, Sc, Sd und Irr noch den Leuchtkraftklassen der Sterne ähnliche
Klassen
I bis V bei. Klasse I entspricht den hellen Galaxien mit 2 ·
1010 Sonnenleuchtkräften oder -20.5 mag im B-Band, die
Klasse V
solchen mit einer Helligkeit von -14 mag in B oder 108
Sonnenleuchtkräften. Sa und Sb Galaxien dominieren die oberen Klassen
bis
Klasse III.
DDO-Photometrie
[DDO photometry]
Ein Farbfiltersatz mit zentralen Wellenlängen von 350, 380, 410, 420
und
450 nm, der am DDO entwickelt wurde zur Beobachtung von G und K Riesen.
Der Strömgren u Filter entspricht dem DDO-350 nm.
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dec.
[dec.]
Abkürzung für Deklination.
Dedispersion
[dedispersion]
Um die interstellare Dispersion zu kompensieren, wird in der
Radioastronomie ein Verfahren namens Dedispersion angewandt. Dazu wird ein
Objekt statt in einem breiten Radioband in einzelnen schmalbandigen
Kanälen beobachtet. Kennt man die Dispersion der Quelle, kann man
zwischen
den Kanälen Zeitverzögerungen einsetzen, um die dispersive
Zeitverzögerung
zwischen den Kanälen des Bandes zu kompensieren. Die Signale aus den
einzelnen Kanälen werden dann kombiniert, um das das dedispersive
Signal zu
erhalten. Diese Technik ist vor allem wichtig bei kurzperiodischen
Pulsaren eingesetzt, deren Pulse durch die interstellare Dispersion leicht
verschmiert werden.
Deep sky
[deep sky]
Bezeichnung für das Universum ausserhalb des Sonnensystems mit
Ausnahme der
Sterne. Deep sky Objekte sind also Nebel, Sternhaufen und Galaxien.
Deep Sky Objekt
[deep sky object]
Objekte jenseits des Sonnensystems mit Ausnahme von Sternen werden oft als
Deep
Sky Objekte bezeichnet.
Deep Space Netzwerk
[Deep Space Network]
Zur Kontrolle, Kommunikation und Steuerung von Raumfahrzeugen aufgebautes,
weltweites
Netz von Radioantennen, das vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA
betrieben wird. Es gehört der NASA. Um die Erdrotation auszugleichen,
sind
die Antennen auf drei Kontinente verteilt: Goldstone, California, USA,
Nordamerika; Robledo de Chavella, Spanien, EU, Europa; Tidbinbilla Nature
Reserve, Canberra, Australien. Jeder dieser Komplexe hat vier
Hauptantennen von einmal 70 m, zweimal 34 m und einer von 26 m. Die 70 m
Antennen musste vor der Begegnung von Voyager 2 mit Neptun 1989 von 64 m
vergrössert werden. Goldstone hat zusätzlich noch eine zweite 26
m und eine
9 m Antenne. Die kleineren Antennen werden auch zur Verfolgung von
erdnahen wissenschaftlichen Satelliten verwendet. Die Antennen können
auch
für radioastronomische Beobachtungen verwendet werden.
Deep Space 1
[Deep Space 1]
Ein kleines Raumfahrzeug aus dem New Millenium Programm der NASA, welches
1998 gestartet wurde und den Asteroiden 3352, McAuliffe, (1999), den
Kometen 76P/West-Kohoutek-Ikemura und den Planeten Mars (2000) aufsuchte.
Deferent
[deferent]
Der Trägerkreis der Epizykel in der Epizykeltheorie des
geozentrischen
Weltbildes. Das Wort stammt vom lateinischen deferre = hinabtragen,
hinabführen.
Deimos
[Deimos]
Der äussere der beiden Marsmonde, der sich auf einer fast
kreisförmigen mit
einer Exzentrität von 0.001 in 23459 km Entfernung vom Marszentrum in
30 h
18 min 42 s um seinen Planeten bewegt. Die Inklination der Bahn zum
Marsäquator ist 1.82 °, die Bahn ist rechtläufig. Deimos
rotiert
(wie der Erdmond) gebunden um den Mars, d.h. seine Rotationsdauer ist
gleich
seiner Umlaufzeit. Seine Form ist unregelmässig, die Grösse etwa
10 km mal
12 km mal 15 km. Die Masse ist 2 · 1015 kg, seine
mittlere Dichte ist 1.9 g/cm3. Die scheinbare visuelle
Helligkeit ist 12.7 mag, die Albedo 0.02. Von Marssonden wurde die
Oberfläche untersucht, welche durch unzählige Krater
charakterisiert ist. Die
Oberfläche besteht aus Staub und Gesteinstrümmern (Regolith),
die von den
Meteoriteneinschlägen herrühren. Aus Spektraluntersuchungen
ergab sich
eine Ähnlichkeit mit kohligen Chondriten. Entdeckt wurde Deimos 1877
von
A. Hall.
Der Name stammt vom Begleiter des Gottes Mars (Ares).
Deklination
[declination]
Die Deklination ist der Winkelabstand eines Gestirns senkrecht vom
Himmelsäquator gemessen. Das Symbol ist
; die Deklination wird in Grad angegeben, wobei vom
Himmelsäquator,
= 0°, nach Norden positive Winkel (Nordpol
= +90°), nach Süden negative
Werte (
= -90°) angegeben werden.
Das Wort stammt von Lateinischen declinare = beugen.
Deklinationsachse
[declination axis]
Bei äquatorialen Montierungen ist die Deklinationsachse senkrecht zur
Polachse angebracht und erlaubt die Bewegung des Teleskops in Richtung der
Deklination.
Deklinationskreis
[declination circle]
Ein Grosskreis am Himmel durch die beiden Pole. Alle Punkte entlang eines
Deklinationskreisen haben den gleichen Stundenwinkel (Rektaszension).xs
Dekonvolution
[deconvolution]
Auch Entfaltung, ein Begriff aus der
Mathematik. Dekonvolutionsalgorithmen werden eingesetzt, wenn die
einzelnen Komponenten einer Überlagerung herausgerechnet werden
sollen.
Dazu muss in der Regel der Einfluss einer Komponente bekannt sein.
Gemessen werden kann nur die Überlagerung. Mit diesen beiden kann
dann die
zweite Komponente bestimmt werden.
Dekonvolutionsalgorithmen werden oft eingesetzt, um Verzeichnungseffekte
der Atmosphäre bei astronomischen Beobachtungen
&147;herauszurechnen&148;,
in Apertur-Synthese-Techniken, und beim Modellieren von Galaxien
(Disk/Bulge/Balken-Anteile).
Del
[Del]
Abkürzung für das Sternbild Delphinus.
Delfin
[dolphin]
Sternbild mit dem lateinischen Namen Delphinus, dem Genitiv Delphini und
der Abkürzung Del. Es ist ein unauffälliges Sternbild am
Himmelsäquator
östlich des Adlers,
das von mittleren nördlichen Breiten im Sommer am Abendhimmel zu
sehen ist.
Die hellsten Sterne haben eine scheinbare visuelle Helligkeit von 4 mag,
und scheinen einen weitläufigen Haufen zu bilden. Alpha Delphini mit
einer
scheinbaren visuellen Helligkeit von 3.8 mag, wurde von Nicolaus Venator
(Niccolò Cacciatore)
Sualocin, beta Delphini, scheinbare visuelle Helligkeit 3.6 mag, Rotanev
genannt. Das sind seine Namen rückwärts geschrieben. Gamma
Delphini ist
ein gelbes Doppelsternsystem mit scheinbaren visuellen Helligkeiten von
4.3
mag und 5.1 mag.
Delphinus
[Delphinus]
Lateinischer Name des Sternbildes Delfin.

[delta]
Symbol für die Deklination.
delta-Aquariden
[delta aquarids]
Ein Meteorstrom, der im Zusammenhang mit dem Halleyschen Kometen steht. Er
hat zwei Radianten im Wassermann: der nördlich bei RA 23 h 04 m,
= +02°, welcher am 6. August sein Maximum (ZHR = 10)
erreicht,
und der stärkere südliche, RA 22 h 36 m,
= -17° (nahe delta Aquarii),
der am 29. Juli das Maximum (ZHR = 25) erreicht.
delta Cephei
[delta Cephei]
-Cephei ist ein Doppelstern im Kepheus. Die hellere der
beiden Kompoenten ist der Prototyp der pulsationsveränderlichen
Sterne der Klasse der
delta-Cepheiden. Er hat eine Periode von 5.37 d, seine scheinbare visuelle
Helligkeit schwankt zwischen 3.5 mag und 4.4 mag.
delta Cepheiden
[delta cepheids]
Eine Klasse von Pulsationsveränderlichen Sternen, für die eine
Periode-Leuchtkraft-Beziehung gilt, welche von Henrietta Leavitt 1912
entdeckt worden war. Sie werden aus diesem Grund (Messung
der Periode der Lichtkurve und scheinbarer Helligkeit ==> absolute
Helligkeit)
als Standardkerzen in der Entfernungsbestimmung verwendet.
Sie sind nach der helleren Komponente des Doppelsterns delta Cephei
benannt.
Sie gehören zur Population I. Im Gegensatz zu den,
oberflächlich betrachtet, ähnlichen W Virginis Sternen der
Population II handelt
es sich bei den delta Cepheiden um massereiche, junge Riesen- oder
Überriesen mit 5 - 15 Sonnenmassen, die ausschliesslich in der
Scheibe der
Galaxis, häufig in Assoziationen oder offenen Sternhaufen, auftreten.
Sie
haben Perioden von 1 bis 135 Tagen und Amplituden von 0.5 bis 2
Magnituden.
Delta Delphini
[delta Delphini stars]
Eine veränderlicher Riesenstern der Spektraltypen A bis früh F
mit
schwachen Ca II-Linien. Es ist ein spektroskopisches Doppelsternsystem mit
einer
Umlaufperiode von 40.58 Tagen. Beide Komponenten sind offenbar Delta Scuti
Sterne, wobei die Hauptkomponente eine Periode von 0.16 Tagen, die
sekundäre Komponente eine von 0.13 Tagen hat.
delta Scuti-Sterne
[delta Scuti starts]
Eine Sorte veränderlicher Sterne der Gruppe der
Pulsationsveränderlichen, die auch mit DSCT abgekürzt bezeichnet
werden.
Sie haben kurze Perioden im Bereich von 0.01 bis
0.2 Tagen und kleine Amplituden von 0.003 mag bis 0.9 mag, meist unter 0.5
mag, die
Spektraltypen sind im Bereich A0 bis F5. Sie liegen in der
Verlängerung
des (Cepheiden)Instablilitätsstreifen nahe/auf der Hauptreihe im HRD.
Die Delta Scuti gehören zur Population I; von den Perioden her
ähneln sie
den RR Lyrae.
Die Pulsationszone liegt in der Wasserstoffkonvektionszone, der
Mechanismus
ist der Kappa-Mechanismus, der auch beiden Cepheiden und RR-Lyrae für
die
radialen Pulsationen verantwortlich ist. Neben der
Grundschwingung werden bei den Delta Scuti
auch eine Reihe nichtradiale Nebenmoden beobachtet.
Früher wurden sie auch als Zwergcepheiden, Ultrakurzperiodische oder
RR-Variable genannt.
delta T
[delta T]
Bezeichnung für die Differenz zwischen terrestrischer Zeit
(terrestrial
time, TT) und Universal Time (UT). Gegenwärtig ist diese Differenz
etwa
eine Minute, und vergrössert sich pro Jahr um 2/3 s. Die Ursache der
Differenz liegt in kleinen Unregelmässigkeiten der Erdrotation und
dem
allgemeinen Abbremsen der Rotationsbewegnung, vor allem aufgrund der
Gezeitenreibung. Die UT ist an die Erdrotation gebunden, während die
TT
die Bahndynamik der Körper im Sonnensystem definiert ist.
Deneb
[Deneb]
Der hellste Stern im Schwan, alpha Cygni, mit einer Helligkeit von 1.2
mag.
Es ist ein Überriese, Leuchtkraftklasse Ia, der Spektralklasse A2,
mit
etwa 100000
in einer
Entfernung von etwa 500 pc. Es ist der am weitesten entfernte der Sterne
erster Grössenklasse.
Der Name stammt aus dem Arabischen und bedeutet Schwanz. Deneb bildet
zusammen mit Wega und Atair das Sommerdreieck.
Deneb Kaitos
[Deneb Kaitos]
Alternativer Name für den Stern Diphda alias beta Ceti.
Denebola
[Denebola]
Eigenname für den Stern beta Leonis. Es ist ein Zwergstern
(Leuchtkraftklasse V) des Spektraltyps A3 und der scheinbaren visuellen
Helligkeit von 2.1 mag. Die Entfernung beträgt 12 pc. Es ist ein
Doppelsternsystem mit einer Separation von 176. Der Begleiter hat
eine scheinbare visuelle Helligkeit von 7.6 mag. Der Name stammt aus dem
Arabischen und bedeutet Schwanz des Löwen.
Dendrochronologie
[Dendrochronology?]
Zu deutsch auch Baumringchronologie. Es ist ein Verfahren zur Datierung
von
vergangenen Ereignissen unter zu Hilfenahme der Jahresringe von
Hölzern.
Üblicherweise wird das Verfahren für vorgeschichtliche
Geschehnisse
verwendet; in der Astronomie wurde dieses Verfahren eingesetzt, um
Rückschlüsse auf eine Veränderlichkeit der Sonne zu
gewinnen. Allerdings
ist dies sehr schwierig, da viele Faktoren den Wuchs von Bäumen
beeinflussen.
Deprojektion
[deprojection]
(Mathematische) Technik, um aus einer (gemessenen) eindimensionalen
Verteilung eine zweidimensionale zu bestimmen, oder allgemein, auss einer
n-dimensionalen eine m-dimensionale Grösse zu bestimmen, wobei
n < m ist. In den vielen Fällen ist die Deprojektion nicht
eindeutig, so dass zusätzliche Annahmen getroffen werden müssen.
Deprojektion wird in der Astronomie z.B. angewandt, um aus gemessenen
Oberflächenhelligkeitsprofilen die räumliche Dichteverteilung
zu berechnen.
Desdemona
[Desdemona]
Einer der 1986 von Voyager 2 entdeckten Uranusmonde. Desdemona hat einen
Durchmesser von 54 km, einen Bahnradius von 63000 km, eine
Exzentrität von
weniger als 0.001. Die Umlaufperiode ist 0.47 Tage und die Inklination 0.2.
de Sitter Modell
[de Sitter model]
Eine alternative Bezeichnung für das (Einstein-)de Sitter Universum.
de Sitter Universum
[de Sitter universe]
Bezeichnung für ein masse- und strahlungsloses Modell des Universums.
Diese Hypothese ist natürlich unrealistisch, aber das 1917, also ein
Jahr
nach der Veröffentlichung von Einsteins allgemeiner
Relativitätstheorie,
erlaubte dieses einfache Modell bereits einige Aussagen über das
reale Universum. Speziell von Bedeutung ist, dass das de Sitter Universum
erstmals ein expandierendes Universum anstelle eines statischen
als möglich gezeigt hat.
Deslandres
[Deslandres]
Mit 234 km Durchmesser einer der grossen Mondkrater, der am südlichen
Rand
des Mare Nubium gelegen ist. Innerhalb Deslandres befindet sich der Krater
Hölle, sein Rand überlappt mit mehreren Kratern, am bekanntesten
davon
Lexell, Walter und Regiomontanus.
Despina
[Despina]
Ein von Voyager 2 im Jahr 1989 entdeckter kleiner Mond des Neptun von
150 km Durchmesser. Die Bahnparameter sind: Bahnradius 53000 km,
Exzentrität kleiner als 0.001, Umlaufperiode 0.33 Tage und Inklination
0.07.
Detektor
[detector]
Als Detektor bezeichnet man die Komponente(n) eines
Beobachtungsinstruments,
welches sensitiv auf Strahlung oder Teilchen ist, und so eine Messung
derselben erlaubt. Beispiele sind Filme oder Fotoplatten,
CCD-Detektoren, Photomultiplier oder Zählrohre.
Deuterium
[deuterium]
Auch als schwerer Wasserstoff bekanntes Isotop des Wasserstoffs,
21H, manchmal auch mit D bezeichnet, das
ein zusätzliches Neutron besitzt. Damit ist die Kernladungszahl 1
(Wasserstoff besitzt ja nur ein Proton), die Massenzahl aber 2 (Proton plus
Neutron). Deuterium ist primordial enstanden, und seither vor allem
in Sternen (vor allem in der Protosternphase und in massearmen Sternen)
abgebaut worden.
Deutsche Montierung
[german mounting]
Ein Konstruktionstyp der äquatorialen Montierungen. Die aufrechte
Polarachse und die Deklinationsachse bilden ein T. Das Teleskop ist an das
eine Ende der Deklinationsachse montiert, die andere trägt
Gegengewichte.
Die Montierung wurde von Joseph Fraunhofer erfunden, und wird heute noch
bei kleinen Teleskopen verwendet.
Dezeleration
[deceleration]
Abbremsung, das Gegenteil der Akzeleration. Mathematisch die zweite
Zeitableitung der Ortskoordinate mit negativem Vorzeichen.
Dezelerationsparameter
[deceleration parameter]
Eine kosmologische Grösse mit Symbol q, welche die Abbremsung der
Expansionsgeschwindigkeit des Universums beschreibt. In einem
Friedmann-Le Maître-Universum ist q die Hälfte des
Dichteparameters
Omega.
Werte von q kleiner als 0.5 bedeuten ein ewig expandierendes Universum,
Werte grösser als 0.5 charakterisieren ein schliesslich
kollabierendes
Universum. Für Kosmologien mit einer Kosmologischen Konstante Lambda
kann
q auch negativ werden, was eine beschleunigte Expansion bedeutet (z.B.
Inflationsphase).
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Diamantring
[diamond ring]
Kurz vor oder nach einer totalen Sonnenfinsternis erstrahlen durch
Mondtäler Sonnenstrahlen am Rand des Mondes, welche ein einzigartiges
Schauspiel liefern. Dieses wird als Diamantring bezeichnet.
Diana Kluft
[Diana Chasma]
Eine tiefe Kluft im Aphrodite Terra auf der Venus. Sie gehört zu
einer
Reihe von Klüften in dieser Gegend, welche zu den tiefste Regionen
der
Venusoberfläche gehören. Die Diana Kluft ist etwa 900 km lang
und bis zu
100 km breit sowie bis 1000 m tief. Sie liegt bei -15° Breite und
155° Länge. Entdeckt wurde sie per Radar vom Arecibo
Radioobservatorium.
Dickesches Radiometer
[Dicke radiometer]
Ein, auch als Dicke-Empfänger, bekannter Radioempfänger, der
schwache
Signale von Hintergrundsrauschen trennen kann. Dabei wird der
Eingang des Empfängers sehr schnell mit einem Schalter (Dicke switch)
mit dem Antennensignal und einem Referenzrauschsignal gespeist. Es wird
eingesetzt, um den absoluten Fluss von sehr schwachen Quellen zu messen,
wie z.B. der Microwellenhintergrundsstrahlung. Benannt ist es nach dem
Erfinder Robert Henry Dicke.
Dicke Schalter
[Dicke switch]
Ein Halbleiterschalter, der zwischen zwei Signalquellen mit 10 bis 1000 Hz
umschalten kann.
Dichotomie
[dichotomy]
Zu Deutsch Halbphase. Die Dichotomie bezeichnet die Phase von Planeten,
wenn von der Erde aus gesehen genau eine Hälfte beleuchtet ist, und
die
Licht-Schatten-Linie eine gerade Linie ist. Manchmal wird der Ausdruck
inkorrekterweise auch für den Mond bezeichnet, obgleich die korrekten
Begriffe hier erstes und letztes Viertel sind.
dichromatischer Spiegel
[dichroic mirror]
Eine halbtransparente Art von Spiegeln, welche nur einen Teil des Lichtes
reflektieren. Dichromatische Spiegel werden meist durch Aufbringen einer
dünnen Schicht hergestellt, die bestimmte Farben reflektieren und
andere
durchlassen. Beispielsweise kann ein solcher Spiegel rotes Licht
reflektieren und für blaues Licht durchlässig sein.
Dichte
[density]
Physikalische Grösse, definiert als Masse pro Volumen. Die SI-Einheit
ist
kg m-3, in der Astronomie wird häufig g cm-3
(cgs-Einheit) verwendet. Die mittlere Dichte bezeichnet das
Verhältnis von
Gesamtmasse zu Gesamtvolumen von inhomogenen Körpern oder
Masseverteilungen. Oft wird auch eine Teilchendichte angegeben, also
Anzahl Teilchen pro Volumen; speziell in der Astronomie werden als
Teilchendichten die Sterndichte oder Galaxiendichte verwendet.
Einen Überblick über typische Dichten im Universum gibt die
folgende
Tabelle:
| Material |
Dichte in g
cm-3 |
| intergalaktische Materie |
10-30 |
| interstellare Materie |
10-24 |
| Hochvakuum (Labor) |
10-18 |
| Roter Riese (mittlere
Dichte |
10-6 |
| Luft (Seehöhe) |
10-3 |
| Kern der Sonne |
102 |
| Weisser Zwerg (mittlere
Dichte) |
106 |
| Neutronenstern |
1014 |
Dichteparameter
[density parameter]
Der Dichteparameter ist das Verhältnis der mittleren Dichte zur
kritischen
Dichte. Das Symbol ist ein grosses griechisches Omega. Ein Wert von Omega
kleiner als 1, bedeutet, dass die mittlere Dichte kleiner als die
kritische
Dichte ist - dieses Universum wird für ewig expandieren. Bei einem
Wert von
1 ist die mittlere Dichte gleich der kritischen, und damit wird das
Universum in den asymptotischen Grenzfall enden. Ein Wert grösser als
1,
bedeutet einen Kollaps des Universums. Der tatsächliche Wert der
mittleren Dichte ist noch nicht gut bekannt, und somit liegt Omega
wahrscheinlich im Bereich von 0.1 bis 1.
Dichtewelle
[density wave]
Die Beobachtung von Spiralgalaxien zeigt eine wellenartige Verdichtung der
interstellaren Materien in den Spiralarmen - und damit auch der Verteilung
der blauen, jungen, massereichen Sterne. Diese überdichten Zonen
wandern
durch die Scheibe der Galaxie. Dabei wird auf der Vorderseite
des Arms in einer Art Schockfront das interstellare Material aufgesammelt
und verdichtet. In diesen Bereich wird Sternentstehung ausgelöst -
daher
die jungen hellen Sterne. Die Entstehung der Dichtewellen wird durch einen
zentralen Balken und/oder Wechselwirkung mit einer anderen Galaxie
begünstigt.
Dichtewellentheorie
[density wave theory]
Theorie zur Entstehung von Dichtewellen in Scheibengalaxien. Wird in der
Regel durch numerische Simulationen (SPH, gemischte & N-body Codes)
getestet. Wichtigste Anreger für Dichtewellen sind die gravitative
Wechselwirkung mit anderen Galaxien und zentrale Balken. Das deckt sich
auch mit Beobachtungen, dass die Grand Design Galaxien mit den
ausgeprägten Spiralarmen oft nahe Begleiter haben, während die
Galaxien mit
unscheinbaren Scheiben eher isoliert sind.
dielektrische Rekombination
[dielectric recombination]
In heissen interstellaren Gaswolken bei Temperaturen ab 10000 K
können
Ionen ein Elektron einfangen. Dabei wird Energie ein zweites Elektron auf
einem
niedrigeren Energieniveau übertragen, wodurch dieses angeregt wird,
das
heisst, auf ein höheres Niveau angehoben wird. Wenn es von dort
wieder auf
ein tieferes Niveau zurückfällt, rekombiniert das
Ion. Der
Vorgang wird dielektrisch genannt, weil zwei Elektronen beteiligt sind.
differentielle Rotation
[differential rotation]
Vom lateinischen Wort differentia, Verschiedenheit, abgeleiteter
Ausdruck für nichtgleichmässige Rotation. Systeme,
deren
einzelne Teile verschiedene Winkelgeschwindigkeiten haben, rotieren
differentiell. Die Milchstrasse ist ein Beispiel: vom Zentrum her
beginnend steigt die Rotationsgeschwindigkeit der Sterne und Gaswolken an
bis zu einem Maximum, von welchem es nach aussen nur sehr langsam
abfällt.
Auch die Sonne rotiert differentiell, wobei der Äquator eine
grössere
Rotationsgeschwindigkeit hat als gegen die Pole hin (deshalb bilden die
Sonnenflecken die Schmetterlingsdiagramme).
Differentiation
[differentiation]
Ein geologischer Prozess, in welchem flüssiges Gestein (Magma)
verschiedener Dichte und Beschaffenheit eine Schichtung erzeugt. Planeten
wie die Erde weisen eine solche Schichtung auf, die in ein Unterteilung
von Kern, Mantel und Kruste führt. Auch kleinere Körper als
Planeten, die
Asteroiden, zeigen ähnliche Schichtungen.
Diffraktion
[diffraction]
An Kanten werden Lichtstrahlen aufgrund der Wellennatur von Licht gebeugt.
Diesen Effekt nennt man Beugung oder Diffration. In Teleskopen erzeugt die
Diffraktion um punktförmige Objekte wie Sterne Beugungsscheibchen,
auch
Airy-Scheiben genannt. Diese entstehen durch die Beugung am Rand des
Spiegels oder des Objektiveingangs. Bei Spiegelteleskopen können die
Aufhängungsstreben des Sekundärspiegels ebenfalls
Beugungserscheinungen
erzeugen, die die bekannten Sternkreuze zur Folge haben.
diffus
[diffuse]
Verteilt, verschwommen, keine punktförmige Quelle, unscharf.
diffuse Banden
[diffuse interstellar bands]
Oft auch als interstellare diffuse Banden bezeichnetes Spektralfeature in
den Spektren von entfernten Sternen. Sie werden durch interstellare Gas-
und Molekülwolken entlang der Sichtlinie verursacht. Der Verursacher
und
der genaue Absorptionsmechanismus sind noch nicht bekannt. Es könnte
sich
um vielatomige, komplexe Moleküle oder um Staub handeln. Letzteres
erscheint plausibel, weil die Stärke der diffusen Banden mit dem
Farbexzess E(B-V) korreliert. Gegenwärtig sind etwa 100 solcher
Banden im
Bereich von 350 bis 870 nm Wellenlänge bekannt. Die prominenteste
liegt bei
443 nm. , eine weiter bei 618 nm.
diffuse Himmelstrahlung
[diffuse sky light]
Auch nur als Himmelsstrahlung bezeichnete elektromagnetische Strahlung vom
Himmel ohne die direkte Sonnenstrahlung.
diffuse Nebel
[diffuse nebulae]
Gasnebel und Molekülwolken mit einer unregelmässigen Form
gehören zu den diffusen
Nebeln. Planetarische Nebel gehören nicht dazu, da sie (meist) eine
reguläre
(kreisförmige) Form haben.
Diogenit
[diogenite]
Eine Klasse von Kalziumarmen Achondriten. Diogenite bestehen fast
ausschliesslich aus mineralischen Bronziten (Orthopyroxene). Vermutlich
entstehen die Diogenite in einem chondritischen Muttergestein durch
teilweises Schmelzen und langsames Abkühlen desselben.
Diese Meteoriten sind nach dem
griechischen Philosophen Diogenes benannt, der den extraterrestrischen
Ursprung der Meteoriten erkannte.
Dione
[Dione]
Mit 1120 km Durchmesser der viertgrösste Mond von Saturn, auch als
Saturn
IV bekannt; die Masse ist 1.05 · 1021 kg, die Dichte ist
1.43 g cm-3. Dione umkreist den Saturn rechtläufig
in 2737 Tagen in einer Entfernung von
377400 km halbgebunden, d.h. die Umlaufperiode entspricht der
Rotationszeit. Die Bahnexzentrität beträgt 0.002, die
Inklination ist
klein. In Opposition ist die scheinbare Helligkeit 10.7 mag. Die mittlere
Albedo ist 0.5.
Es handelt sich offenbar um einen eisartigen Mond mit einem Gesteinskern.
Die Oberfläche ist durch Voyager 1 und 2 untersucht worden.
Dioptrisches System
[dioptric system]
Optische Systeme, die ausschliesslich Linsen verwenden, um Licht zu
fokussieren, werden als dioptrische System bezeichnet. Ein Linsenteleskop
ist ein Beispiel dafür.
Diphda
[Diphda]
Eigenname des Sterns beta Ceti, auch unter dem Namen Deneb Kaitos bekannt.
Es ist ein Riese (Leuchtkraftklasse III) des Spektraltyps K0 und der
scheinbaren visuellen Helligkeit von 2.0 mag. Die Entfernung beträgt
16
pc.
Dipol
[dipole]
Allgemein bezeichnet man jedes System, dass eine bipolare Struktur
entlang einer Symmetrieachse hat, als Dipol. In der Elektrodynamik und der
Elektrotechnik wird ein System von zwei gleich grossen und entgegengesetzt
geladenen Ladungen Dipol genannt. Es gibt elektrische und magnetische
Dipole. In der Radioastronomie werden Dipolantennen oft auch als Dipol
bezeichnet.
Dipolantenne
[dipole antenna]
Einfacher Antennentyp, der aus einer Metallschleife besteht, die an einen
Verstärker angeschlossen ist. Die Länge der Antenne beträgt
die halbe
Wellenlänge der zu empfangenden Radiostrahlung, bzw. ein Viertel,
Achtel, ... Der Empfang ist am besten, wenn die Wellennormale senkrecht
auf die Antenne trifft.
Diracsche Kosmologie
[Dirac cosmology]
Eine wenig akzeptierte kosmologische Theorie, die subatomare Physik mit
den grossskaligen Eigenschaften des Universums verknüpft. Die Theorie
enthielt einige der Grundgedanken des anthropischen Prinzips.
DIRBE
[DIRBE]
Abkürzung für Diffuse Infrared Background Experiment, einem
Instrument des COBE-Satelliten.
direkte Bahn
[direct motion]
Alternativer Begriff für prograde Bahn.
Dispersion
[dispersion]
Im Wortsinn: die Streuung.
In der Optik: Abhängigkeit einer physikalischen
Grössen von der Wellenlänge. Die
Wellenlängenabhängigkeit der Lichtbrechung in
Medien hat zur Folge, dass (weisses) Licht in seine
verschiedenen (farbigen) Komponenten aufgespaltet wird.
Das Ergebnis ist ein Spektrum. Dieser Effekt wird in der Astronomie (wie
auch in vielen anderen Bereichen der Physik) in der Spektroskopie
eingesetzt: mit Glasprismen wird das Licht in seine spektralen
Bestandteile (Farben) aufgespalten und kann detailliert untersucht werden,
z.B. auf die spektrale Intensitätsverteilung (in welcher Farbe wird
am
meisten Energie ausgestrahlt) und auf Spektrallinien (von chemischen
Elementen).
Das Phänomen, dass Lichtstrahlen (allgemeiner: elektromagnetische
Strahlung)
verschiedener Wellenlänge in bestimmten Medien verschiedene
Ausbreitungsgeschwindigkeiten haben, wird ebenfalls als Dispersion
bezeichnet. Solche Medien sind Plasmen (ionisierte Gase).
In der Statistik: Ein Mass für die Verteilung einer Messgrösse;
in der Regel als normierter quadratischer Abstand vom Mittelwert
definiert.
Dies ist in der Regel eine sehr wichtige Grösse, die aber sehr
häufig
nicht angegeben wird. Beispiel: die Angabe eines
durchschnittlichen Einkommens in einem Land, sagen wir einmal 4000 Euro
pro Monat, sagt für sich genommen nicht viel darüber aus, ob es
der
Mehrheit in dem Land finanziell gut geht; es könnte sein, dass fast
alle
etwa 4000 verdienen (annähernde Gleichverteilung, kleine Dispersion).
Es
kann aber auch sein, dass fast alle 100 verdienen und ein paar wenige sehr
viel (starke Ungleichverteilung, grosse Dispersion).
In der Mechanik: Oft wird die Geschwindigkeitsdispersion
(von Sternen) als Dispersion bezeichnet. Die Geschwindigkeitsdispersion
entlang der Sichtlinie durch eine Galaxie
zum Beispiel sagt aus, wie gross die Streuung der Geschwindigkeiten der
einzelnen Sterne in diesem Bereich ist. In den Scheiben von Spiralgalaxien
ist die Geschwindigkeitsdispersion klein, in elliptischen Galaxien sehr
gross - hier bewegen sich die Sterne nicht auf Kreisbahnen, sondern eher
wild durcheinander
Dispersionsmass
[dispersion measure]
Ein Mass für die Dispersion, speziell der Radiostrahlung, eines
astronomischen Objekts. Hier ist die Dispersion gemeint, welche beim
Durchgang von elektromagnetischer Strahlung durch ionisierte Gase
entsteht:
nämlich die Zeitverzögerung der Wellen verschiedener Frequenz
(resp.
Wellenlänge) aufgrund der Abhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit
in Plasmen
von der Frequenz. Bei Pulsaren kann diese Dispersion gemessen werden, und
daraus die Elektronendichte entlang der Verbindungslinie Beobachter -
Pulsar berechnet werden.
dispersiv
[dispersive]
lichtbrechend
Dissoziation
[dissociation]
Mit Dissoziation bezeichnet man die Aufspaltung eines Moleküls in
(meist 2)
kleinere Moleküle, Atome oder Ionen. Die Aufspaltungsenergie heisst
Dissoziationsenergie. Das Wort stammt aus dem Lateinischen: dissociato =
Trennung.
Distanz
[distance]
- Die Entfernung zu einem astronomischen Objekt (Stern)
- Der Winkelabstand (meistens im Bogenmass angegeben) zwischen zwei
astronomischen Objekten.
Das Wort stammt aus dem Lateinischen: distantia = Abstand.
Dk
Da
Dd
De
Di
Dk
Dl
Dm
Dn
Do
Dq
Dr
Ds
Du
Dw
Dy
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D-Klasse Asteroid
[D-class asteroid]
D-Klassen Asteroiden finden sich vor allem ausserhalb des
Asteroidenhauptgürtels jenseits von 3.3 AU von der Sonne. Sie haben
eine
Umlaufzeit von der Hälfte des Jupiters, d.h. sie befinden sich in 2:1
Resonanz zu ihm. Sie scheinen aus karbonreichen Material zu bestehen. Das
Spektrum zeigt keine herausragenden Features. Die Albedo ist mit 0.02 bis
0.05 sehr klein. Vertreter der D-Klasse sind die Trojaner (Asteroid 911,
Agamemnon) und der Hilda-Gruppe (z.B. Normannia, Asteroid 1256).
Dl
Da
Dd
De
Di
Dk
Dl
Dm
Dn
Do
Dq
Dr
Ds
Du
Dw
Dy
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D-Linien
[D-lines]
Zwei nahe beieinander liegende Linien des neutralen Natriums im gelben
Bereich des
Spektrums. Sie liegen bei 589.0 nm und 589.6 nm. Der Name stammt von der
Fraunhoferschen Einteilung der Linien im Sonnenspektrum. Die D-Linien
finden sich bei kühlen Sternen, aber auch generell bei weit
entfernten
Sternen aufgrund des Natriums im interstellaren Medium. In vielen Gegenden
werden Natriumdampflampen für die Strassenbeleuchtung eingesetzt,
welche in
diesen Linien leuchten.
Dm
Da
Dd
De
Di
Dk
Dl
Dm
Dn
Do
Dq
Dr
Ds
Du
Dw
Dy
Zurück zum Index
DM
[DM]
Abkürzung für Dunkle Materie oder Dark Matter.
dMe-Stern
[dME star]
Eine Sorte von roten Zwergsternen des Spektraltyps M mit Emissionslinien
im Spektrum (daher das e). Die Emissionslinien stammen von Wasserstoff (H
alpha) und Kalzium (H- und K-Linien). dMe-Sterne sind auch
Röntgenquellen.
Die Linien stammen aus der Sternkorona und lassen auf ein starkes
Magnetfeld schliessen, welches seine Quelle in der ausgedehnten
Konvektionszone dieser Sterne hat.
DMR
[DMR]
Abkürzung für Differential Microwave Radiometers, einem
Instrument auf dem COBE-Satelliten.
Dn
Da
Dd
De
Di
Dk
Dl
Dm
Dn
Do
Dq
Dr
Ds
Du
Dw
Dy
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Dn-sigma Beziehung
[Dn-sigma relation]
Auch als D-sigma bekannte Beziehung zwischen der Apertur, innerhalb
welcher
eine Galaxie einen gegeben Wert der Oberflächenhelligkeit I erreicht,
und
der Geschwindigkeitsdispersion der Sterne im Zentrum der Galaxie. Diese
Beziehung ist von der Faber-Jackson-Relation abgeleitet, und wird für
die
Entfernungsbestimmung von elliptischen Galaxien benutzt. In dieser
Hinsicht
ist sie der Faber-Jackson-Relation überlegen, da diese die zentrale
Geschwindigkeitsdispersion mit der Leuchtkraft der Galaxie in Beziehung
setzt. Letztere ist allerdings nur sehr schwer zu messen, so dass die
Resultate für die Entferungen mit der Faber-Jackson-Relation sehr
ungenau
sind. In der Regel wird als Wert für die Oberflächenhelligkeit
20 bis 21
mag arcsec-2 im B-Band verwendet.
Do
Da
Dd
De
Di
Dk
Dl
Dm
Dn
Do
Dq
Dr
Ds
Du
Dw
Dy
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Dobson-Teleskop
[Dobsonian telescope]
Ein Spiegelteleskop der Bauart Newton, das auf einer altazimutalen
Montierung sitzt. Es ist in der Regel drehbar auf einer Bodenplatte
montiert. Es ist bei Amateuren beliebt, da es für visuelles
Beobachten
dank grosser Öffnung gut geeignet ist.
Dominion Astrophysical Observatory
[Dominion Astrophysical Observatory]
Ein 1917 bei Victoria, der Hauptstadt der kanadischen Provinz British
Columbia
eröffnetes Observatorium mit Spiegelteleskopen von 1.83 m
(Plaskett-Reflektor, 1918 in Betrieb genommen) und 1.22 m
(McKellar-Reflektor, 1962 in Betrieb genommen)
Durchmesser. Der Plaskett-Reflektor bekam 1974 einen neuen
Primärspiegel.
Es wird vom Hertzberg Institut für Astrophysik betrieben und mit DAO
abgekürzt. Es beherbergt ausserdem das kanadische Datenzentrum
für
Astronomie, das Canadian Astronomy Data Center.
Dominion Radio Astrophysical Observatory
[Dominion Radio Astrophysical Observatory]
Abgekürzt als DRAO bekanntes Radioobservatorium bei Penticton in
British
Columbia, Kanada. Das 1960 gegründete Observatorium verfügt
über eine 26 m
Schüssel (Inbetriebnahme 1960) und ein Syntheseteleskop (1972), das
aus
sieben 9 m Reflektoren mit einer Basislänge von 900 m besteht. Es
wird wie
das DAO vom Hertzberg Institut betrieben.
Doppelgalaxie
[binary galaxy]
Zwei Galaxien, die gravitativ gebunden umeinander rotieren. Es ist nicht
einfach, echte Doppelgalaxien von falschen, d.h. welchen, die zwar am
Himmel nahe aneinander stehen, aber in verschiedenen Entfernungen liegen,
zu unterscheiden. Wenn das Paar eng ist, werden die Sternbahnen stark
beeinflusst, was zu einem Orbitzerfall der beiden Galaxien und letztlich
zur Verschmelzung der beiden Galaxien führt.
Doppelhaufen
[Double Cluster]
Der auch als h- und chi-Persei bekannte Doppelsternhaufen, auch NGC 869
und
NGC 884. Beide Sternhaufen haben eine Ausdehnung von etwa einem halben
Grad und sind etwa 450 parsec entfernt. Sie liegen im Perseus-Arm der
Galaxis und gehören zur Perseus OB1-Assoziation. Beide Haufen sind
nur
wenige Millionen Jahre alt.
Doppelsterne
[binary stars, double stars]
Als Doppelsterne werden Sterne bezeichnet, die nahe beieinander am Himmel
stehen. Eine Teil dieser Doppelsterne sind nur scheinbare Doppelsterne, da
sie sich in verschiedenen Entfernungen vom Sonnensystem befinden; sie
werden als optische Doppelsterne bezeichnet. Die
echten Doppelsterne, physische Doppelstern oder
Binärsterne
genannt, sind gravitativ aneinander gebunden. Neben den sichtbaren
physischen Doppelsternen gibt es noch die spektroskopischen Doppelsterne,
die so nahe aneinander stehen, dass sie nicht mehr in einem Teleskop
aufgelöst werden können. Mit Hilfe einer spektroskopischen
Untersuchung
kann man charakteristische Verschiebungen der Sternspektren messen, an
Hand derer man die spektroskopischen Doppelsterne identifizieren kann. In
manchen Fällen ist die Umlaufbahn der Sterne so gelegen, dass sie
sich
abwechselnd verdecken. Diese Gruppe nennt man
Bedeckungsveränderliche oder photometrische Doppelsterne.
Neben den getrennten Doppelsternen gibt
es noch weitere: Extrem enge Doppelsternsysteme können
sogar Materie austauschen (halbgetrennte Systeme). Dies tritt dann
ein, wenn einer der beiden
Sterne sein sogenanntes Roche-Volumen ausfüllt. Ist diese der Fall,
ist ein
Teil der Materie dieses Sterns schwächer an ihn selbst gebunden als
an
seinen Begleiter, auf welchen diese Materie dann überströmt. Oft
verursacht dieses überströmende Material auf dem Begleiter
explosionsartige Ausbrüche. Solche Doppelsternsysteme nennt man
kataklysmische Veränderliche. Die Novae gehören zu dieser
Gruppe. Im
Extremfall haben die engen Doppelsterne eine gemeinsame Hülle
(Kontaktsysteme, common
envelope).
Man schätzt, dass die Häfte oder mehr aller Sterne (bis 80%)
sich in Doppel- oder Mehrfachsternsystemen befinden.
Dabei laufen die einzelnen Komponenten um den gemeinsamen Schwerpunkt,
der auch innerhalb einer der Komponenten liegen kann, wenn die
Massenunterschiede sehr gross sind. Visuelle Doppelsterne werden oft
dafür
benutzt, das Seeing, als die Qualität der
Beobachtungsbedingungen an einem Ort zu einer bestimmten Zeit, zu
bestimmen.
Die Sterne eines Doppel- oder Mehrfachsternsystems nennt man Komponenten,
manchmal auch Mitglieder. Wenn die Komponenten sehr unterschiedlich sind,
wird die dominierende als Hauptkomponente bezeichnet.
Doppelsterne haben Umlaufzeiten von einigen Minuten bis zu wenigstens
mehreren hundert Jahren.
Dopplereffekt
[Doppler effect]
Veränderung der Wellenlänge einer akustischen oder
elektromagnitischen
Strahlung durch eine (Relativ)Bewegung von Sender und/oder Empfänger.
Bewegen sich Sender und Empfänger aufeinander zu, erhöht sich
der Ton/die
Frequenz (wird blauer), entfernen sich die beiden voneinander, erniedrigt
sich die Tonhöhe/Frequenz (wird röter). Eine bekannte Variante
des
Dopplereffekts kann man an Autostrassen ausprobieren: ankommende Autos
klingen
höher als wegfahrende. Der akustische Doppler-Effekt wurde 1842 von
Christian Doppler beschrieben, welcher auch erkannte, dass der Effekt
für
alle Arten von Wellen gilt.
Dopplerverbreiterung
[Doppler broadening]
In emittierenden oder absorbierenden bewegten Medien beobachtet man eine
Verbreiterung der Spektrallinien. Dies kommt dadurch zustande, dass durch
den Dopplereffekt eine Verschiebung der Spektrallinien erfolgt. Als
Beispiel kann man sich einen rotierenden Stern denken, den man im Teleskop
nicht auflösen kann. Die Seite des Sterns, die sich auf uns zu
bewegt, wird
die Spektrallinien ins Blaue verschieben, die von uns wegdrehende Seite
ins Rote verschieben. Dadurch wird eine bestimmte Spektrallinie wie
H-alpha
verbreitert.
Dopplerverschiebung
[Doppler shift]
Die Verschiebung einer Spektrallinie aufgrund der relativen Bewegung
zwischen Sender und Empfänger wird als Dopplerverschiebung
bezeichnet.
Bewegen sich Sender und Empfänger aufeinander zu, erfolgt eine
Verschiebung zu kürzeren Wellenlängen (die Wellenberge kommen
schneller an);
im optischen Bereich nennt man das Blauverschiebung. Bewegen sie sich
voneinander weg, ergibt sich eine Streckung der Wellenlänge, oder
eine
Rotverschiebung.
Dor
[Dor]
Abkürzung des Sternbildes Dorado, zu Deutsch Schwertfisch.
Dorado
[Dorado]
Lateinischer Name des Sternbild Schwertfisch.
Dorsum
[dorsum]
Höhenrücken auf Planetenoberflächen werden als Dorsa,
Einzahl Dorsum,
bezeichnet.
Dq
Da
Dd
De
Di
Dk
Dl
Dm
Dn
Do
Dq
Dr
Ds
Du
Dw
Dy
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DQ Herculis Stern
[DQ Herculis star]
Eine Art von veränderlichen Sternen. Es handelt sich um einen
kataklysmischen Doppelstern mit einem Weissen Zwerg, der ein extremes
Magnetfeld besitzt. Dadurch wird der Massentransfer vom Begleitstern auf
die magnetischen Pole gelenkt, statt wie bei normalen
Kataklysmischen über die Akkretionsscheibe auf den Weissen
Zwerg zu
fliessen. Die Rotation des Weissen Zwerges ist deutlich schneller als die
Bahnperiode.
Dr
Da
Dd
De
Di
Dk
Dl
Dm
Dn
Do
Dq
Dr
Ds
Du
Dw
Dy
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Dra
[Dra]
Abkürzung für das Sternbild Draco, zu Deutsch Drache.
Drache
[draco]
Sternbild der Nordhemisphäre mit dem lateinischen Namen Draco, dem
Genitiv
Draconis und der Abkürzung Dra. Es ist ein langes, gewundenes
Sternbild
zwischen dem grossen und dem kleinen Bären. Der Kopf des Drachen
liegt
nahe bei der Wega. Der hellste Stern ist gamma Draconis mit einer
scheinbaren visuellen Helligkeit von 2.2 mag, auch als Eltanin bekannt.
Alpha Draconis alias Thuban mit einer scheinbaren visuellen Helligkeit von
3.7 mag ist einer der Sterne, die im Lauf der Präzessionsperiode
Polarstern sind. Das an sich sternarme Sternbild hat eine Reihe
Doppelsterne. Der Nordpol der Ekliptik liegt im Sternbild Drache.
Drachenmonat
[draconic month]
Alternativer Ausdruck für den drakonitischen Monat.
Draco
[draco]
Lateinischer Name des Sternbild Drache.
Draconiden
[draconids]
Die Draconiden, auch Giacobiniden, sind ein peridischer, am 9. Oktober,
auftretender Meteorstrom mit dem Radianten in Sternbild Drache. Die
Meteore
dieses Schwarms stammen vom Komet Giacobini-Zinner, alias Komet 1933 III.
Drakonitischer Monat
[draconic month]
Die Dauer des Mondumlaufes zwischen zwei gleichen Knoten
(üblicherweise
der aufsteigende Knoten); aus diesem Grund werden die Knoten der Mondbahn
auch Drachenpunkte genannt. Er dauert 27.21222 Tage der mittleren
Sommerzeit.
Die Bahn des Mondes ist gegen die Ekliptik um 5.5° geneigt, aber nicht
ortsfest im Raum. Daher verschieben sich die Knoten bezüglich der
Ekliptik
einmal in 18.61 Jahren rundherum. Durch diese Verschiebung der Knoten ist
der drakonitische Monat um etwa 2.5 Stunden kürzer als der siderische
Monat.
DRAO
[DRAO]
Abkürzung für das Dominion Radio Astrophysical Observatory.
Drehimpuls
[angular momentum]
Eine physikalische Grösse, die die Stärke einer Drehbewegung
misst. Es ist das Vektorprodukt aus (Orts)vektor vom Ursprung
(Zentrum der Drehbewegung) zum Objekt und dessen Geschwindigkeitsvektor.
Somit ist der Drehimpuls gross, wenn die Geschwindigkeit gross
ist bei grossem Abstand. Der Drehimpuls ist eine sogenannte
Erhaltungsgrösse, das heisst, in einem abgeschlossenen System
kann Drehimpuls nicht erzeugt oder vernichtet werden. Mit anderen Worten,
solange kein Drehmoment angreift, bleibt der Drehimpuls konstant. Die
Drehimpulserhaltung konstatiert, dass die Winkelgeschwindigkeit eines
Körpers sich ändert, wenn der Abstand verändert wird.
Würden wir
beispielsweise die Erde weiter nach innen Richtung Sonne verschieben, muss
die Winkelgeschwindigkeit zunehmen - das kann man an der fast
massegleichen Venus deutlich sehen.
In gekoppelten Systemen wie dem Erde-Mond-System muss der Gesamtdrehimpuls
erhalten bleiben. Das bedeutet, dass die durch die Gezeitenreibung
verlangsamte Rotation der Erde (Verringerung des Drehmomentes der Erde)
dadurch kompensiert wird, dass der Drehimpuls des Mondes vergrössert
wird.
Mit anderen Worten, der Mond entfernt sich von der Erde aufgrund der
Gezeitenreibung, deren Verursacher er ist; und zwar solange, bis Erde und
Mond gebunden rotieren, d.h. sie sich immer die selbe Seite zuweisen.
(Heute ist das Erde-Mond-System halbgebunden, das bedeutet,
dass der Mond der Erde immer die gleiche Seite zeigt, die Erde sich aber
vom Mond aus gesehen wegdreht.)
Drehmoment
[torque]
Das Drehmoment ist das Kreuzprodukt aus Radius und Kraft. Mit anderen
Worten ist es das Produkt aus dem Abstand des Angriffspunktes von der
Drehachse und der Kraft, die an diesem Angriffspunkt angreift. Analog der
Änderung des Impulses durch einen Kraftstoss im linearen
Fall
verändert das Drehmoment den Drehimpuls.
Drei-Alpha-Prozess
[triple alpha process]
Der auch nach dem Physiker Edwin Ernest Salpeter
als Salpeterprozess bekannt Fusionsprozess von 3 Alphateilchen
(Heliumkernen mit je 2 Neutronen und Protonen) zu Kohlenstoff
12C. Dieser Prozess spielt bei massereichen Sternen nach dem
Verbrauch des Heliums im Kern im Riesenstadium eine Rolle. Sie
benötigt
Temperaturen von mehr als 100 Millionen K und eine sehr hohe Kerndichte.
Er verfäuft über die Produktion von 8Be als
Zwischenprodukt:
4He + 4He 8Be + gamma -
0.095 MeV
8Be + 4He 12C + gamma + 7.4
MeV
Da das Beryllium sehr instabil ist, ist die Chance für die zweite
Fusionsstufe nur 1 auf 1 Millarde.
Dreieck
[triangle]
- Eine geometrische Figur mit drei Ecken (daher kommt wohl der Name),
drei Kanten oder Seiten und einer Winkelsumme von 180°.
- Ein auch unter dem Namen Nördliches Dreieck bekanntes Sternbild
am Nordhimmel mit dem lateinischen Namen Triangulu, dem Genitiv
Trianguli und der Abkürzung Tri. Der hellste Stern ist beta Trianguli
mit
einer scheinbaren visuellen Helligkeit von 3.0 mag. Die Galaxie M33, die
dritte grosse Scheibengalaxie der Lokalen Gruppe, steht in diesem
Sternbild.
- Auch bisweilen für das Südliche Dreieck verwendeter
Begriff.
Dreiecksnebel
[triangulum galaxy]
Die auch als Triangulumsgalaxie genannte Scheibengalaxie M33 oder NGC 598
im Sternbild (nördliches) Dreieck. Sie gehört zur Lokalen Gruppe
und ist
von uns aus fast face-on zu sehen. Sie ist vom Hubble-Typ Sc, ist etwa
1° im Durchmesser, hat eine scheinbare visuelle Helligkeit von 6 mag
und ist 0.89 Mpc entfernt. Damit ergibt sich ein &$147;echter
Durchmesser&$148; von 16 kpc.
Dreifarbenfotografie
[three-colour photography]
In der Astrofotografie werden oft drei Aufnahmen in drei
verschiedenen Farbfiltern gemacht. Diese werden dann mit den
entsprechenden Filtern (oder anderen für Falschfarbenbilder) bei der
Vergrösserung der Aufnahmen zu einem Bild wieder zusammengesetzt. Der
Vorteil davon ist, dass man die Aufnahmen mit Schwarz-Weiss-Filmen machen
kann, welche meistens ein besseres Aufnahmeverhalten haben, in hohen
Empfindlichkeiten verfügbar sind und einfacher zu entwickeln sind.
Mit CCD-Kameras, die keine Farbempfindlichkeit haben, werden Farbaufnahmen
ebenfalls nach diesem Schema hergestellt. Hier erleichtert die Software
die
Zusammensetzung der Bilder markant. Auch ist es hier einfach, den
tatsächlichen Farben Falschfarben zuzuordnen, um bestimmte Merkmale
in den
Aufnahmen verstärken zu können.
Dreifarbenphotometrie
[three colour photometry]
Bei der Dreifarbenphotometrie wird die Helligkeit von astronomischen
Objekten in drei verschiedenen Farbbändern, häufig in den Farben
U, B und C
des Johnson-Filtersatzes, gemessen.
Drei-Kelvin-Strahlung
[three-Kelvin radiation, cosmic microwave background]
Die 3 K-Strahlung wird auch als kosmische Hintergrundsstrahlung (siehe
daselbst) bezeichnet.
Drei-Kiloparsec-Arm
[three-kiloparsec arm]
Ein etwa 3 kpc vom galaktischen Zentrum entfernt beginnender Spiralarm der
Milchstrasse. Der Drei-Kiloparsec-Arm wurde durch 21 cm-Radiobeobachtungen
von
HI-Wolken (neutraler Wasserstoff) gefunden.
Dreikörperproblem
[three body problem]
Dreikörperproblem heisst die Aufgabe, die Dynamik von 3 Körpern
in einem
Potential, üblicherweise das Gravitationspotential, zu berechnen. Das
heisst, mit Angaben über die Massen, Positionen und Geschwindigkeiten
zu
einer gegebenen Zeit t0 der drei Teilchen die Positionen und
Geschwindigkeiten der Teilchen für jeden beliebigen Zeitpunkt t
in der Vergangenheit oder Zukunft berechnen zu können. Dafür ist
keine
analytische Lösung bekannt; allerdings können einige allgemeine
Aussagen
über das Verhalten solcher Systeme gemacht werden: der Schwerpunkt
des
Systems bewegt sich gleichförming, d.h. mit konstanter
Geschwindigkeit, und
das Gesamtdrehmoment des Systems ist erhalten, d.h. ändert sich nicht
mit
der Zeit. Für einige spezielle Fälle sind Lösungen
möglich. Einer dieser
Fälle ist das eingeschränkte Dreikörperproblem, in welchem
sich 2 Körper
als Zweikörpersystem (Kreisbahnen um den gemeinsamen Schwerpunkt)
verhalten und das dritte - mit verschwindend kleiner Masse gegenüber
den
ersten beiden - sich in der gleichen Bahnebene bewegt, und zusätzlich
die
Umlaufzeit des dritten Körpers gleich der Umlaufzeit der ersten
beiden um
den Schwerpunkt ist. Für ein solches System können die
Librationspunkte
(auch Gleichgewichts- oder Lagrangepunkte) berechnet werden.
Heute werden Dreikörperprobleme vor allem numerisch berechnet. Dies
gilt
umso mehr für Systeme mit mehr als 3 Teilchen (N-Körper-Problem).
In der Astronomie sind Dreikörperprobleme z.B. das
Sonne-Erde-Mond-System,
oder dreifach Sternsysteme. Auch für die Bahnberechnung von
Satelliten ist
das Dreikörperproblem relevant.
Dreisatz
[rule of three]
Eine einfache Rechenregel, mit der man z.B. zwischen verschiedenen
Einheitensystemen umrechnen kann. Beispiel: welcher Winkel entspricht einer
Rektaszension von 2 h? Das Winkelmass hat 360 Grad, das Zeitmass 24 h, und
wir wollen das den 2 h entsprechenden Wert x im Winkelmass wissen. Also:
x : 360° = 2 : 24 > x = (360 · 2) / 24 = 30°
drifting sub-pulse
[drifting sub-pulse]
Pulse von Pulsaren bestehen in der Regel aus Sub-Pulsen. In einigen
Fällen
beobachtet man eine Verschiebung der Sub-Pulse in fortlaufend
aufgenommenen Pulsprofilen. Diese nennt man drifting sub-pulses. Der Grund
dafür ist nicht bekannt.
Dritter Kontakt
[third contact]
Bei einer Sonnenfinsternis heisst der dritte Kontakt der Moment, in dem
der
nachfolgenden Rand des Mondes mit dem Sonnenrand zusammenfällt und
bezeichnet damit das Ende der Totalitätsphase. Bei einer
Mondfinsternis
spricht man vom dritten Kontakt, wenn der Mond anfängt, aus dem
Erdschatten
herauszutreten.
Druck
[pressure]
Druck heisst in der Physik die senkrecht auf eine Fläche(neinheit)
wirkende
Kraft. Die SI-Einheit für den Druck ist Pascal, 1 Pa = 1
N/m2.
Alte Einheiten sind das Bar, 1 bar = 105 Pa und die technische
Atmosphäre at, 1 at = 98066.5 Pa.
Druckverbreiterung
[pressure broadening]
Als Druckverbreiterung bezeichnet man die Verbreiterung von
Spektrallinien,
die von Gas emittiert oder absorbiert werden. Die Verbreiterung ist
abhängig vom herrschenden Druck. Da der Druck in
Sternatmosphären (den
Schichten von Sternen, von welchen der grösste Teil der sichtbaren
Strahlung stammt) von der Schwerebeschleunigung abhängt, welche
wiederum
von Riesensternen über die Zwerge zu den Weissen Zwergen hin zunimmt,
beobachtet man in dieser Reihenfolge eine Verbreiterung der
Spektrallinien. Kurz: Weisse Zwerge zeigen eine stärkere
Linienverbreiterung als Hauptreihensterne, und die Riesen haben die
schmalsten Spektrallinien. Dieser Effekt wird bei der
Leuchtkraftklassifikation von Sternen ausgenutzt.
Ds
Da
Dd
De
Di
Dk
Dl
Dm
Dn
Do
Dq
Dr
Ds
Du
Dw
Dy
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D-Schicht
[D-layer]
Die unterste Schicht der Ionosphäre der Erdeatmosphäre. Sie
liegt in einer
Höhe von 80 km bis 90 km. Die D-Schicht absorbiert Radiowellen
stärker als
sie sie reflektiert.
DSN
[DSN]
Abkürzung für Deep Sky Network.
D-Stern
[D-star]
Als D-Sterne werden in der Spektralklassifikation die Weissen Zwerge
bezeichnet. Zur ursprünglichen Reihe von DB, DA, DF, DG, DK analog
der
Klassifizierung der Hauptreihensterne wurden noch die DO für die
extrem
heissen Weissen Zwerge, die DC mit kontinuierlichen Spektren und die DQ
mit
Kohlenstofflinien (atomar und molekular) hinzugefügt. Die Typen DF,
DG und
DK wurden andererseits zu DZ zusammengefasst. Desweiteren wurde die Angabe
um einen Temperaturindex von 0 = sehr heiss bis 9 = sehr kühl
erweitert.
Ein DQ7 ist also relativ kühler Weisser Zwerg mit Kohlenstofflinien.
Die
meisten Weissen Zwerge sind vom Typ DA (so der Begleiter von Sirius,
Sirius B) mit einem Wasserstoffspektrum, der grösste Teil des Rests
ist DB
mit Heliumspektrum.
Du
Da
Dd
De
Di
Dk
Dl
Dm
Dn
Do
Dq
Dr
Ds
Du
Dw
Dy
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Dubhe
[Dhube]
Eigenname des Sterns alpha Ursae Majoris. Er hat eine scheinbare visuelle
Helligkeit von 1.8 mag, hat eine Spektraltyp K0, Leuchtkraftklasse III,
und
ist knapp 30 parsec entfernt. Er hat einen Begleiter vom Spektraltyp A8
mit einer scheinbaren visuellen Helligkeit von 4.8 mag. Es ist einer der
beiden Zeigersterne für den Polarstern. Der Name stammt
aus dem
arabischen, dubb, und bedeutet Bär.
Dublett
[doublet]
Wenn zwei Spektrallinien sehr nahe beieinander liegen, nennt man sie
Dublett. Ein bekanntes Beispiel ist die Natrium D-Linie, die
tatsächlich
aus zwei Linien bei 589.0 nm und 589.6 nm besteht. Um sie auflösen zu
können, benötigt man einen guten Spektrograph. Ein solcher stand
dem
Namensgeber der Linien, Joseph Fraunhofer, noch nicht zur Verfügung.
Dubletts entstehen, wenn Elektronen in der Atomhülle von zwei nahe
beieinanderliegenden Energieniveaus auf ein gemeinsames tieferes fallen.
Dublette
[doublet]
Eine zweikomponentige Linse, mit der die chromatische Aberration minimiert
werden kann. Die Linsen sind entweder verklebt, oder haben einen Luftspalt
zwischen sich.
Dumbbellnebel
[Dumbbell Nebula]
Aus dem englischen stammender Name für den Hantelnebel.
Dunkeladaption
[dark adaption]
Der Vorgang der Anpassung des Auges an die Dunkelheit. Er wird durch
chemische Prozesse beeinflusst und dauert bei jedem Mensch verschieden
lang. In der Regel sind 20 Minuten eine normale Dauer für die
Anpassung.
Die Dunkelanpassung wird durch kurzwelliges Licht (blau) schneller und
leichter gestört als durch langwelliges Licht (rot). Daher verwenden
Astronomen rotes Licht, wenn sich Suchkarten studieren oder Einstellungen
am
Teleskop vornehmen.
Dunkelwolken
[dark nebula]
Wolken aus Gas und Staub, welche das Licht von dahinterliegenden Objekten
abschwächen oder auslöschen können. Die Absorption des
Lichtes ist abhängig
von der Wellenlänge, also auch von der Farbe. Rotes Licht wird
weniger
stark gestreut als blaues (kurzwelliges) Licht. IR- und Radiostrahlung
wird nur wenig abgeschwächt, so dass die Dunkelwolken in diesen
Spektralbereich durchsichtig erscheinen. Das Verschlucken
des Lichtes nennt man auch Extinktion.
Bekannte Beispiele für Dunkelwolken ist der Pferdekopfnebel und der
Kohlensack im Kreuz des Südens. Die Dunkelwolke Rho Ophiuchi bedeckt
mit fast 1000 Quadratgrad fast 2% des Himmels. Die
verhältnissmässig
kleinen Bok-Globulen, welche man beispielsweise auf HST-Aufnahmen vom
Orionnebel erkennen kann, gehören auch in die Kategorie der
Dunkelwolken.
Etwa 30% der Milchstrasse sind mit Dunkelwolken bedeckt. Die meisten
davon sind zwischen 3 und 100 pc gross, wobei die grösseren
häufig eine
Fragmentierung (Unterteilung) aufweisen. Die Globulen haben Durchmesser
von 0.005 bis 1 pc.
Die Dunkelwolken bestehen zu etwa 1%. An diesen Staubteilchen
können
sich Atome und Moleküle anlagern, wachsen, und wieder abgetrennt
werden.
Vermutlich ist dies ein effizienter Mechanismus für die Bildung von
(komplexen) Molekülen.
Die Temperaturen in den Kernen der Dunkelwolken betragen nur etwa 10 K. In
diesen Regionen können Instabilitäten auftreten, wachsen und zur
Bildung
von Sternen führen.
[dark matter]
Nichtleuchtende Materie, die sich in dynamischen Untersuchungen von
Galaxien, am besten untersucht für Scheibengalaxien, bemerkbar macht
und
zur Erklärung der Strukturbildung im Universum benötigt wird.
Sie
wird auch oft als missing mass bezeichnet.
Ein Teil der Dunklen Materie kann baryonisch sein und in Form von
Molekülen
vorliegen, welche nur wenig elektromagnetische Strahlung emittieren, zum
Beispiel kaltes H2. Eine weitere baryonische Form könnte
Braune
Zwerge sein, Jupiterähnliche Gebilde, welche nicht genügend
Masse haben,
um Kernfusion im Kern zu zünden und Sterne zu werden. Diese sucht man
in
Experimenten wie MACHO, EROS und OGLE mit Hilfe von Gravitationslinsen.
Da die baryonischen Kandidaten für die erwartete Masse nicht
ausreichen,
sind andere Kandidaten im Blickfeld: sogenannte heisse dunkle Materie aus
massearmen Teilchen, die sich mit fast Lichtgeschwindigkeit bewegen
(Neutrinos); sie wird auch Hot Dark Matter (HDM) genannt. Oder kalte
Dunkle
Materie (CDM = Cold Dark Matter), welche eine bisher unbekannte Art von
Elementarteilchen sein könnte (WIMPs = Weakly interacting Massive
Particles).
Die Suche nach der Natur der Dunklen Materie beschäftigt
Teilchenphysiker,
Galaxiendynamiker und Kosmologen. Erstere versuchen Kandidaten in
Laborexperimenten zu finden, zweitere durch das Studium der Kinematik von
Galaxien (Kreisbahngeschwindigkeiten bei Scheibengalaxien, kompliziertere
dynamische Modellierung bei elliptischen Galaxien) Hinweise auf die
Verteilung der Dunklen Materie in und um die Galaxien zu finden, und
letztere
durch Beobachtungen, Modelle und Simulationsrechnungen den Gehalt des
Universums an Dunkler Materie zu bestimmen.
Durchgang
[passage]
- Vorübergang eines der inneren Planeten (Merkur oder Venus) vor
der
Sonnenscheibe. Die Planeten sind dann als kleine schwarze Scheibchen vor
der Sonne sichtbar. Für dieses Ereignis muss der Planet in der
unteren
Konjunktion eine genügend kleine ekliptikale Breite haben, sonst
läuft er
ober- oder unterhalb der Sonnenscheibe vorbei. Im Durchschnitt findet
alle 8 Jahre ein Merkurdurchgang statt, alle 120 Jahre ein paarweiser
Venusdurchgang (d.h. zwei Durchgänge hintereinander um 8 Jahre
verschoben;
z.B. am 8. Juni 2004 und am 6. Juni 2012).
- Das Überschreiten des Meridians durch ein Gestirn. Dies
resultiert
aus der Rotation der Erde.
Durchgangsinstrument
[passage instrument?]
Ein Durchgangsinstrument oder Passageinstrument entspricht vom Aufbau her
einem Meridiankreis. Allerdings sind in der Regel die Teilkreise für
die
Höhenmessung nicht so genau wie bei den Meridiankreisen, da der Zweck
eines Durchgangsinstruments darin liegt, die exakten Zeiten der
Meridiandurchgänge von Objekten zu ermitteln, und nicht deren
Zenitdistanz,
respektive Höhe beim Meridiandurchgang zu messen.
Durchgangsinstrumente
werden häufig so gebaut, dass der Strahlengang mittels eines Spiegels
in
die hohle Drehachse abgelenkt wird, so dass das Okular oder die
Messeinheit ortsfest ist.
Passageinstrumente und Meridiankreis zeigen immer Aufstellungs- und
Instrumentenfehlern, die so gut wie möglich gemessen werden
müssen, um
Korrekturen an den Messungen vornehmen zu können. Die wichtigsten
Aufstellungsfehler sind Neigungsfehler (Fernrohrdrehachse nicht
exakt in
der Waagrechten), Azimutfehler (Fernrohrachse nicht exakt in
Ost-West-Richtung), die wichtigsten Instrumentenfehler sind der
Kollimationsfehler (optische Achse nicht exakt senkrecht auf Drehachse)
und Exzentritätsfehler (Mittelpunkt des Teilkreises nicht exakt
Mittelpunkt
der Drehachse).
Durchgangsmessung
[drift scan]
Eine Beobachtungstechnik, bei welcher das Instrument auf einen Punkt am
Himmel fixiert ist. Durch die Erddrehung überstreicht das Gerät
den
Himmel. Einige grosse Radioteleskope, z.B. das bei Arecibo in Puerto Rico,
arbeiten auf diese Weise, aber auch einige optische Teleskope. Der Vorteil
ist eine sehr gleichmässige Scanrate und daraus folgender guter
Positionsbestimmungsmöglichkeit. Durchgangsinstrumente werden oft
für
Winkelmessungen, respektive Positionsbestimmungen eingesetzt.
Durchlässigkeit der Atmosphäre
[transparency of the earths atmosphere]
Die Erdatmosphäre lässt nur bestimmte Teile des
elektromagnetischen
Spektrums bis auf Meereshöhe passieren. Mit Ausnahme des sichtbaren
Lichts, einiger Bereiche im Infraroten und eines breiten Bereichs im Radio
ist die Erdatmosphäre undurchlässig für Strahlung aus dem
Weltall. Das ist
für astronomische Untersuchungen ärgerlich, weil damit
Untersuchungen in
diesen, ausgefilterten Wellenlängenbereichen nur mit technischen
Geräten
wie Flugzeugen, Ballonen, Raketen oder Satelliten möglich sind,
andererseits wäre die Entstehung von Leben auf dem Land doch etwas
beeinträchtigt.
Die Bereiche, in welchen die Atmosphäre durchlässig ist, nennt
man
Fenster, z.B. das Radiofenster und das optische Fenster. Die
Durchlässigkeit ist also eine spektrale Durchlässigkeit, d.h.
wie weit
eine elektromagnetische Welle in die Erdatmosphäre eindringen kann,
hängt
von ihrer Wellenlänge ab. Die verschiedenen Schichten der
Atmosphäre wirken
dabei als Filter für spezifische Wellenlängen: UV-Strahlung wird
vor allem
durch Ozonmoleküle in der Stratosphäre in etwa 20 km bis 50 km
Höhe
herausgefiltert, in der Tropopause sorgen vor allem Wasser und andere
Moleküle wie Kohlendioxid für das Filtern der Infrarotstrahlung.
Durchmesser
[diameter]
Der Durchmesser eines Himmelskörpers wird entlang einer Linie
gemessen, die
vollständig innerhalb des Himmelskörpers liegt und durch dessen
Mittelpunkt führt. Das ist bei regulären Körpern wie
Planetenkugeln
einfacher als bei massearmen Planetoiden oder Monden mit
unregelmässiger
Gestalt. Man unterscheidet den wahren Durchmesser, der in einem linearen
Mass wie m oder km angegeben wird, und den scheinbaren Durchmesser, der im
Winkelmass angegeben wird. Kennt man den Abstand des Objektes und den
scheinbaren Durchmesser, kann man daraus den wahren Durchmesser berechnen.
Durchmesser-Dichte-Diagramm
[diameter-density diagram]
Für die Charakterisierung der durchschnittlichen chemischen
Zusammensetzung
der Planeten, respektive kleinerer Objekte, eines Planetensystems kann die
mittlere Dichte gegen den Durchmesser grafisch aufgetragen werden.
Durchmusterung
[survey]
Als Durchmusterung bezeichnet man die Beobachtung des ganzen Himmels oder
von
Teilbereichen davon mit dem Ziel, einen Katalog mit einer Klasse von
Objekten, z.B. Sternen, oder allgemeiner Art (alle Objekte) mit den
Positionen und einer Charakterisierung der Objekte anzufertigen. Bekannte
Ergebnisse von Durchmusterungen sind der NGC und dessen Indexkataloge IC
(nebelige Objekte), die Bonner- und die korrespondierende
Cordoba-Durchmusterung (Sternkataloge bis zu einer Grenzhelligkeit,
ursprünglich 10 mag) sowie der Sloan Digital Sky Survey (Galaxien und
Quasare, grossräumige Materieverteilung im Universum). Neben diesen
optischen Surveys werden auch Durchmusterungen in allen anderen Bereichen
des elektromagnetischen Spektrums durchgeführt, vom Radio- über
den
Infrarot-, UV- und Röntgen bis in den Gammastrahlungsbereich. Auch
für die
kosmische Partikelstrahlung gibt es Durchmusterungen.
Neben den Durchmusterungen des Himmels nach langlebigen Quellen gibt es
eine
weitere Untersuchungsart, welche nach den ganzen Himmel oder Teile davon
ständig überwacht, um kurzzeitige Phänomene erfassen zu
können. Zu dieser
Gruppe gehören die Programme zur Untersuchung von Supernovae, MACHOs
und
Gamma Ray Bursts.
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Dwingeloo 1
[Dwingeloo galaxy]
Die Dwingeloo 1 Galaxie wurde am Dwingeloo Radioobservatorium im Rahmen
der
Untersuchung der gemiedenen Zone, der Zone of Avoidance,
im Jahr 1994 gefunden. Es handelt sich um eine Balkenspirale in einer
geschätzten Entfernung von 3 Mpc. Sie hat eine Begleitgalaxie,
Dwingeloo 2.
Sie gehören wahrscheinlich zur Gruppe der Maffei-Galaxien.
Dwingeloo Galaxie
[Dwingeloo galaxy]
Alternativer Name für die Dwingeloo 1 Galaxie.
Dwingeloo Radioobservatorium
[Dwingeloo Radio Observatory]
Das Dwingeloo Radioobservatorium gehört der niederländischen
Stiftung für
astronomische Forschung (Netherlands Foundation for Research in Astronomy)
und befindet sich etwa 60 km südwestlich von Groningen. Es besitzt
einen 25
m Reflektor. Gegründet wurde es 1956.
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Dynamik
[dynamics]
Die Dynamik ist die Lehre von der Bewegung. Bewegung im physikalischen
Zusammenhange bedeutet eine Zustandsänderung eines Systems.
Zustandsänderungen bedingen das Auftreten von (inneren oder
äusseren)
Kräften, auch Wechselwirkungen genannt. In der
Astronomie handelt es sich in der Regel um mechanische Systeme, z.B. von
Planeten, Sternen, Haufen und Galaxien, aber auch von Gasen in Sternen und
Gas- und Molekülwolken.
dynamisch
[dynamical]
Eigenschaftswort zu Dynamik: ein System, dessen Zustand sich aufgrund des
Einwirkens von Kräften verändert. Das Gegenteil ist statisch.
dynamische Parallaxe
[dynamical parallaxe]
Kennt man die Massen der Komponenten eines Doppelsternsystems (z.B. aus
der
Bestimmung der Spektral- und Leuchtkraftypen), die Bahnparameter
(scheinbarer Bahndurchmesser und Umlaufperiode), kann man mit dem 3.
Keplerschen Gesetz die Entfernung des Systems bestimmen.
dynamische Reibung
[dynamical friction]
Dynamische Reibung tritt beispielsweise in Sternsystemen auf, in welche
ein
massives Objekt eindringt. Dadurch werden die Teilchen (die
Sterne) des Systems von ihren Bahnen abgelenkt, also beschleunigt. Damit
steigt die Temperatur des Systems (definiert als die mittlere
kinetische Energie), während das eindringende Objekt abgebremst wird.
Handelt es sich z.B. um ein Schwarzes Loch, welches bei einer
Verschmelzung von einer kleineren mit einer grösseren Galaxie
eingefangen
worden ist, sinkt dieses aufgrund der Abbremsung immer weiter bis ins
Zentrum ab. Ein anderes Beispiel sind Kugelsternhaufen, die beim Durchgang
durch die galaktische Scheibe durch diesen Effekt abgebremst werden,
wodurch ihre Bahn zerfällt.
dynamische Zeitskala
[dynamical timescale]
Als dynamische Zeitskala bezeichnet man die Zeitdauer, die ein
Testteilchen
benötigt, um ein System zu durchqueren. Beispielsweise kann man sich
einen
Stern vorstellen, den man von Rand einer Galaxie los
lässt und
auf einer geraden Linie durch das Zentrum der Galaxie durchlaufen
lässt,
bis er auf der anderen Seite der Galaxie wieder am Rand ankommt.
Dynamo
[dynamo]
Im astronomischen und geophysikalischen Sinn versteht man unter einem
Dynamo einen Fluss von elektrisch leitender Substanz (Flüssigkeit,
Schmelze
oder Gas), wodurch ein elektrisches und ein magnetisches Feld induziert
wird. Ein Beispiel ist das Erdmagnetfeld und die Magnetfelder der Sonne
und
von Sternen.
Dynamotheorie
[dynamo theory]
Theorie für die Erklärung der Magnetfelder von Planeten und
Sternen durch
einen selbsterzeugenden Dynamo. Dieser kommt durch die Bewegung von
elektrisch leitendem Materiel zustande, wodurch ein elektrisches und
magnetisches Feld induziert wird.
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