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BAA
[BAA]
Abkürzung für British Astronomical Association.
Baades Fenster
[Baades Window]
Ein Gebiet nahe des Zentrums der Milchstrasse, das eine sehr
geringe Extinktion aufweist, was einen “klaren”
Blick in die zentrale Region der Galaxis ermöglicht. Das Gebiet
liegt nahe am Kugelsternhaufen NGC 6522 im Sternbild
Sagittarius. Namensgeber war der Entdecker Walter Baade.
Babinet-Punkt
[Babinet point]
Einer der drei Punkte, an welchen die Polarisation des Himmelslichtes
minimal ist. Der Babinet-Punkt liegt etwa 15 Grad oberhalb der Sonne.
Babylonien
[Babylonia]
Ein antikes Reich im Zweistromland, in welchem vor allem für
Kalenderzwecke
und zur Navigation Astronomie betrieben wurde, welche stark mit
astrologischen Ansätzen verbunden war. Die meisten der heutigen
Sternbilder
am Nordhimmel gehen auf die Babylonier zurück. Die Genauigkeit der
Messungen war beachtlich: die Mondperiode war auf einige Stellen hinter
dem Komma bekannt. Der
Saroszyklus markiert
einen weiteren Höhepunkt der babylonischen Astronomie.
Bahn
[orbit]
Die Menge aller Punkte im Raum, die ein Teilchen, bzw. der Schwerpunkt
eines Körpers zeitlich sequentiell (der Reihe nach) durchläuft,
bezeichnet
man als seine Bahn. Ist kein
(Wechselwirkungs)Potential gegenwärtig, wirkt also auf das Teilchen
keine
Kraft, so ist die Bahn geradlinig. Die Bahn ist umso stärker
gekrümmt, je
stärker die Krafteinwirkung (das Potential) ist.
Bahnbestimmung
[orbit calculation]
Die Bahnbestimmung ist eine der Aufgaben der Himmelsmechanik. Ziel ist die
Bestimmung der Bahnelemente, die eine Berechnung der Position eines
Objektes zu jeder Zeit erlauben.
Bahnelemente
[orbital elements]
Mit der Angabe von sechs Bahnelementen kann man in einem gegebenen
Gravitationspotential zu jeder Zeit den Ort eines Körpers berechnen.
Die
normalerweise verwendeten Bahnelemente sind:
- die grosse Halbachse der Bahn
- die numerische Exzentrität
- die Inklination (Bahnneigung) zur Ekliptik (oder einer anderen
Referenzebene)
- den Abstand vom Frühlingspunkt (das ist die Länge des
aufsteigenden Knotens)
- Perihellänge
- Perihelzeit oder mittlere Anomalie zu einem bestimmten Zeitpunkt
Die Halbachse und die Exzentrität bestimmen die Grösse und Form
der Bahn,
die drei Winkel (Inklination, Länge des aussteigenden Knotens,
Perihellänge) die Lage der Bahn im Raum und die Perihelzeit (bzw. die
mittlere Anomalie zu einer Zeit) den Ort des Objekts auf der Bahn.
Bei Drei- und Mehrkörperproblemen gibt es keine analytische
Lösung für die
Bahn eines Teilchens und somit sind die Bahnelemente nur eine
Näherung. Die
sogenannten
mittleren Bahnelemente beschreiben die
(hypothetische) ungestörte Bahn des Körpers. Durch eine
Reihenentwicklung der
Störungsreihe kann man die
oskulierenden
Bahnelemente als
beste Anpassung einer Bahnellipse an die tatsächliche Bahn bestimmen.
Bahnkurve
[orbit]
Parametrisierte Darstellung einer Bahn. Meistens wird als Parameter die
Zeit verwendet.
Bahnneigung
[inclination]
Ein anderes Wort für
Inklination.
Bahnzerfall
Baikonur
[Baikonur]
Weltraumbahnhof in Kasachstan nordöstlich des Aralsees in der
Nähe von Leninsk am Syrdarja, der zu
Sowjetzeiten vor allem für die bemannten Missionen errichtet wurde.
Von 1994 an wurden die Einrichtungen für 20 Jahre von Russland
angemietet.
Baily
[Baily]
Einer der grossen Mondkrater: er hat 298 km Durchmesser und ist
stark erodiert.
Baker-Schmidt-Kamera
[Baker-Schmidt camera]
Eine Variante der Schmidt-Kamera.
Balken
[bar]
Triaxiale Struktur ähnlich einer plattgedrückten Zigarre.
Balkengalaxie
[bar galaxy, barred galaxy]
Scheibengalaxie mit einer zentralen, langgezogenen Struktur, an
der meistens Spiralarme ansetzen. Die Balken können stellarer
Natur (aus Sternen bestehen) und/oder leuchtendes Gas sein. Oft
beobachtet man in Balken eingebettete Balken (z.B. x2 Orbits in
einem x1 Loop).
Balkenspirale
[barred spiral]
Eine Spiralgalaxie mit einem zentralen Balken. In der Hubble-Notation
durch ein grosses B gekennzeichnet, z.B. SBb ist eine Balkenspiralgalaxie
vom Typ Sb.
Balkenspiralgalaxie
[barred spiral galaxy]
Ein Synonym für Balkenspirale oder Balkengalaxie.
Balmerserie
[Balmer series]
Die Balmerserie wurde in ihrer mathematischen Form vom Johann Jakob Balmer
1884/85 aufgestellt. Sie beschreibt die im sichtbaren
Wellenlängenbereich
liegenden Spektrallinien des Wasserstoffs, die bei
Elektronenübergängen
von höheren Niveaus auf das und vom zweiten Energieniveau auf
höhere in
der Atomhülle entstehen. Die
langwelligste Balmerlinie, H
alpha, entspricht dem Übergang
von
Niveau 3 auf 2 (Emission, oder umgekehrt für Absorption) und liegt
bei
einer Wellenlänge von 656.2 nm. Die nächste Linie,
H
beta, hat
eine Wellenlänge von 486.1 nm. Die Linien liegen mit kleiner
werdenden
Wellenlängen immer dichter bis zur Balmergrenze, an das sich das
Balmerkontinuum anschliesst. Dieses bewirkt die Absorption, die man als
Balmersprung in Stern- und Galaxienspektren beobachten kann. Der
Balmersprung kann bei fotometrischen Rotverschiebungsuntersuchungen
verwendet werden, wenn die Aufnahme von Spektren zu teuer oder
unmöglich
ist.
Band
[band]
Verkürzte, gebräuchliche Form von Farbband bei fotometrischen
Untersuchungen. Man findet oft Ausdrücke wie:
Beobachtungen im V- und R-Band...
Bandbreite
[band width]
Die Bandbreite ist der Frequenzbereich, in dem ein Teleskop Licht
empfangen kann, oder ein Filter Licht passieren lässt.
Bandenspektrum
[band spectrum]
Moleküle erzeugen oft anstatt einzelner, scharfer Linien wie Atome
Überlagerungen von vielen Linien ähnlicher Wellenlänge,
sogenannte Banden.
Dieser Effekt beruht auf den Schwingungs- und Rotationsfreiheitsgraden von
Molekülen. Spektren, vor allem von kühlen Sternen, die solche
Banden
aufweisen, nennt man Bandenspektren. Bekanntes
Bandenmolekül
ist TiO, Titanoxid.
Bandentemperatur
[band temperature]
Als Bandentemperatur bezeichnet man die Temperatur, die die Schwingungs-
und Rotationszustände von Molekülen anregen, die zu den
sogenannten Banden
führen. Vergleiche die Anregungstemperatur bei Atomen.
Bärenhüter
[BoÁtis]
Sternbild mit lateinischem Namen Bootes und der Abkürzung Boo. Der
hellste
Stern, alpha Bootis oder Arcturus, hat eine scheinbare Helligkeit von 0.0
mag, den Spektraltyp K2 und ist etwa 11 parsec von der Sonne entfernt.
Bärenstrom
[Ursa major moving cluster]
Ein unter dem Namen Ursa maioris Strom bekannter, dem Sonnensystem am
nÁchsten gelegener Bewegungssternhaufen. Die Raumgeschwindigkeit des
Haufens betrÁgt
14 km/s. Das Haufenzentrum ist etwa 25 pc entfernt. Auch viele weit vom
grossen BÁren
liegende Sterne, z.B. Sirius, haben eine vergleichbare
Raumgeschwindigkeit, was eine
Haufenmitgliedschaft wahrscheinlich erscheinen lÁsst.
Barlow-Linse
[Barlow lens]
Barlow-Linsen sind üblicherweise zweiteilige, achromatische
Linsengruppen,
die kurz vor der Bildebene angebracht werden zum Zweck der Verdopplung der
Objektivbrennweite. Es gibt auch Barlow-Linsen mit anderen
Verlängerungsfaktoren als zwei.
Barnards (Pfeil)stern
[Barnards star]
Der Stern mit der grössten bekannten Eigenbewegung wurde von E.E.
Barnard
entdeckt. Die Eigenbewegung des 9.5 mag hellen Sterns ist 10.3 arcsec pro
Jahr. Barnards Stern ist mit 1.8 parsec Entfernung einer der
sonnenächsten
Sterne.
Baryonen
[baryons]
Eine Sorte von stark wechselwirkenden Elementarteilchen, die aus drei
Quarks aufgebaut sind, und somit elektrisch neutral oder einfach positiv
bzw. negativ geladen sind. Sie unterteilen sich in die Nukleonen und die
Hyperonen.
Baryonenzahl
[number of baryons?]
Die Baryonenzahl ist die Differenz der Anzahlen der Baryonen und der
Antibaryonen. Die Baryonenzahl gilt als Erhaltungsgrösse. Falls dies
tatsächlich gilt, darf das Proton als leichtestes Baryon nicht
zerfallen.
Basel
[Bale]
Stadt im Nordwesten der Schweiz, am Rhein gelegen, mit einem
kleinen, aber formidablen Astronomischen Institut mit den
Schwerpunkten Kosmolgie sowie Galaxien und Galaxiendynamik. Ein Asteroid
names Basiliensis sorgt dafür, dass Basel nicht vergessen wird.
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BD
[BD]
Abkürzung für Bonner Durchmusterung.
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Becher
[crater]
Leuchtschwaches Sternbild am Südhimmel mit dem lateinischen Namen
Crater
und der Abkürzung Crt. Der hellste Stern, alpha Crateris oder Alkres,
hat
eine scheinbare Helligkeit von 4.1 mag, die Spektralklasse K0 und ist etwa
50 parsec entfernt.
Bedeckung
[eclipse]
Vollständige oder teilweise Abdeckung eines astronomischen Objektes
durch
ein anderes. Bekannt und eindrücklich sind die Sonnenfinsternisse,
bei der
die Sonnenscheibe vom Mond verdeckt wird. Mondfinsternisse sind
Bedeckungen
für Beobachter auf dem Mond. Der Mond verdeckt ebenfalls gerne
Sterne,
auch Planeten bedecken (aufgrund der Grösse deutlich seltener)
Sterne.
Einen Spezialfall bilden die
Bedeckungsveränderlichen.
[eclipsing variables]
Doppel- oder Mehrfachsternsysteme, deren Bahnebene entlang der Sichtlinie
von der Erde aus liegt. Mit anderen Worten: Sterne, die sich so umkreisen,
dass sie sich gegenseitig verdecken. Sie zeichnen sich durch sehr
regelmässige Lichtkurven aus, deren Minima häufig alternierend
stark und
schwach sind (bei ungleichen Komponenten).
Man unterscheidet drei Gruppen von Bedeckungsveränderlichen:
- Algolsterne, auch EA. Diese Gruppe ist nach dem ersten bekannten
Vertreter
Algol (beta Persei) benannt. Die beiden Sterne sind in guter
Näherung
kugelförmig. Die Lichtkurven zeichen scharfe, meist deutlich
unterschiedliche Haupt- und Nebenminima auf.
- Beta Lyrae-Sterne, auch EB. Dies sind Systeme mit zwei
ellipsoidalen
Sternen unterschiedlicher Grösse. Die Minima (mit
unterschiedlicher
Amplitude) sind weniger scharf von einander getrennt als bei den
Algolsternen.
- W Ursae maioris-Sterne, auch EW. In diesem Fall sind die beiden
ellipsoidalen Komponenten annähernd gleich gross. Die Minima der
Lichtkurve sind etwa gleich tief und sind nicht deutlich voneinander
getrennt.
Die letzten beiden Typen sind enge Doppelsternsysteme.
Begleiter
[companion]
Schwächere oder massenärmere Komponente eines Doppelsternsystems
oder Satellit eines
Planeten.
Belinda
[Belinda]
Einer der kleinen Monde des Uranus mit 60 km Durchmesser, der von Voyager
2
im Jahr 1986 entdeckt worden war. Belinda umkreist den Uranus in 15.0
Stunden und hat einen Bahnradius von 75250 km.
Bellatrix
[Bellatrix]
Stern im Orion, auch als gamma Orionis bekannt. Er hat eine scheinbare
Helligkeit von 1.6 mag, den Spektraltyp B2 und ist etwa 54 parsec entfernt.
Benetnatsch
[Benetnatsch]
Stern im Grossen Bären, auch als eta Ursae maioris bekannt. Er ist 31
parsec entfernt, vom Spektraltyp B3 und hat eine scheinbare Helligkeit von
1.9 mag.
Bennett-Komet
[comet Bennett]
Ein im März des Jahres 1970 gut sichtbarer Komet mit einer maximalen
Schweiflänge von 20 arcmin, der am 20.12.1969 von
J.C. Bennett entdeckt worden war.
Beschleunigung
[acceleration]
Änderung der Geschwindigkeit als Funktion der Zeit (zweite Ableitung
der Ortskoordinate nach der Zeit). Jede Masse, die einer Krafteinwirkung
ausgesetzt ist, wird beschleunigt. Ein Apfel, der auf der Erde von einem
Baum fällt, wird mit durchschnittlich 9.81 m/s^2 beschleunigt.
Auch ein Körper auf einer Kreisbahn unterliegt eine Beschleunigung.
Die
Erde wird von der Sonne angezogen und muss ständig ihre
Geschwindigkeit
ändern, wobei der Betrag der Geschwindigkeit nahezu unverändert
bleibt, die Richtung allerdings fortlaufend geändert wird. Ein
unbeschleunigter (kräftefreier) Körper würde sich auf einer
geraden Linie bewegen.
Besselfunktion
[Bessel function]
Eine mathematische Funktion, die sehr häufig in der Physik zum
Einsatz
kommt.
Besselsches Jahr
[Bessels year]
Das Bessellsche Jahr oder Besselsche Sonnenjahr oder annus fictus beginnt
ziemlich gleichzeitig mit dem (westlichen) bürgerlichen Jahr,
nämlich
genau dann, wenn der Mittelpunkt der mittleren Sonne exakt eine
Rektaszension von 280 Grad oder 18 h 40 min hat.
Be-Sterne
[Be stars]
Stern vom Spektraltyp B mit zusätzlichen Emissionslinien im Spektrum.
Die
Emissionslinien entstehen in einer Gashülle um den Stern. Dieses Gas
wird
durch UV-Strahlung vom Stern angeregt. Viele Be-Sterne zeigen Variationen
in der Form der Emissionslinien und der Helligkeit und werden auch als
Be-Veränderliche oder Gamma Cassiopeia Sterne bezeichnet. Etwa ein
Fünftel
der B-Sterne gehören zu den Be-Sternen.
Bestrahlungsstärke
[flux]
Die Energie, die pro Wellenlängeneinheit und Sekunde auf einer
Einheitsfläche auftrifft.
beta Canis majoris-Sterne
[beta Canis majoris stars]
Eine auch als beta Cephei-Sterne bekannte Art veränderlicher Sterne.
beta Cepheiden
[beta Cepheids]
Kurze Form für beta Cephei-Sterne.
beta Cephei-Sterne
[beta Cephei stars]
Kurzperiodische Sterne der Gruppe der Pulsationsveränderlichen.
Sie haben Perioden von 3 bis 7 Stunden und im
Visuellen Amplituden von meist kleiner als 0.1 mag, selten bis 0.2 mag. Im
UV sind die Amplituden bis 0.6 mag. Es handelt sich um Riesensterne der
Spektraltypen B0 bis B3. Etwa die Hälfte der bekannten beta
Cephei-Sterne
zeigen Modulationen der Lichtkurve, die vermutlich auf Interferenz mit
einer zweiten, leicht verschobenen Schwingungsfrequenz zu deuten ist. Der
Anregungsmechanismus ist noch nicht bekannt.
beta Lyrae-Sterne
[beta Lyrae stars]
Eine Art der bedeckungsveränderlichen Sterne, bei welchen
Massenüberstrom
von einem auf den anderen Stern auftritt. Sie gehören zu den
halbgetrennten
Systemen. Das überströmende Material sammelt sich in einer
Akkretionsscheibe um die zweite Komponente.
Betazerfall
[beta decay]
Eine Art von radioaktiven Zerfall, bei dem im Atomkern ein Neutron unter
Aussendung eines Elektrons und eines Antineutrinos in ein Proton
zerfällt.
Die Kernladungszahl oder Ordnungszahl des Atomkerns steigt damit um 1 an,
der Tochterkern ist als eine Stelle nach rechts im Periodensystem der
Elemente zu finden. Die (radioaktive) Strahlung aus den freiwerdenden
Elektron
bezeichnet man als Betastrahlung.
Beim inversen Betazerfall wandelt sich ein Proton in ein Neutron um. Dazu
muss ein Positron und ein Neutrino ausgesendet werden.
Beteigeuze
[Betelgeuse]
Ein Stern in der Gegend, aus der Ford Prefect stammt. Mit
bürgerlichem
Namen heisst Beteigeuze alpha Orionis. Es ist der zweithellste Stern im
Orion, hat eine mittlere scheinbare Helligkeit von 0.8 mag, den
Spektraltyp M1, die
Leuchtkraftklasse Ia und einer Oberflächentemperatur von etwa 3000 K.
Es ist ein langzeitvariabler Stern mit einer Periode
von 5.7 Jahren und einer scheinbaren Helligkeit von 0.4 mag bis 1.3 mag.
Beteigeuze ist etwa 180 pc entfernt. Der Name Betelgeuse stammt aus dem
Arabischen und bedeutet Schulter
Bethe-Weizsäcker-Zyklus
[Bethe-Weizsäcker cycle]
Gebräuchliche Bezeichnung für den
Kohlenstoff-Stickstoff-Sauerstoff-Zyklus oder
CNO-Zyklus zur Fusion von Wasserstoff zu Helium in massereichen Sternen.
Er
wurde 1938 von Hans Bethe und Carl Friedrich von Weizsäcker
(unabhängig
voneinander) entdeckt.
Beugung
[diffraction]
Ablenkung von Wellen oder Teilchen von ihrer geradlinigen Bahn, die nicht
durch Refraktion, Reflexion oder Streuung verursacht wird. Beugung tritt
an
Hindernissen der Wellen- oder Teilchenausbreitung auf, zum Beispiel an
Blenden, Rändern von Linsen, Gittern oder Schirmen. Dabei wird Licht
oder
Teilchen in Zonen abgelenkt, die bei geradlinigen Bahnverlauf im
Schatten liegen würden.
Beugung tritt an den Rändern von Linsen oder Spiegeln auf und erzeugt
die
auch als Airy-Scheibchen bekannten Zentren der Beugungsringe (und die
Beugungsringe selbst natürlich auch). Die Beugung begrenzt das
Auflösungsvermögen von Teleskopen. Allerdings spielt bei
bodengebundenen
Teleskopen dieser Effekt ab einem Teleskopdurchmesser von 10 bis 20 cm (je
nach Lage) eine vernachlässigbare Rolle, da das Seeing, Verzerrung
der
Lichtstrahlen aufgrund atmosphärischer Turbulenzen, bei den
grösseren
Teleskopen dominiert.
Beugung wird um so stärker bemerkbar, je kleiner die Dimension der
Hindernisse im Vergleich zur Wellenlänge der Strahlung oder des
Teilchens
ist. Schlitze, deren Breite etwa der Wellenlänge der Strahlung
entsprechen,
erzeugen starke Beugungsbilder. Gitter, die aus vielen solcher Schlitze
bestehen, erzeugen Interferenzbilder. Weil die Beugung
wellenlängenabhängig
ist, kann man Gitter auch zur Aufspaltung von Licht nach den spektralen
Bestandteilen (Farben) verwenden. Dies wird in der Spektroskopie (in
Gitterspektrografen) ausgenutzt.
Beugungsgitter
[diffraction grating]
Eine Fläche mit einer Vielzahl feiner Schlitze oder, häufiger,
feinen
Ritzen, an welcher aufgrund der Wellenlängenabhängigkeit der
Beugung Licht
in seine verschiedenfarbigen Bestandteile aufgespalten wird.
Beugungsgitter werden in Gitterspektrografen eingesetzt. Gegenüber
Prismen
haben Gitter den Vorteil der linearen Aufspaltung des Lichtspektrums (d.h.
die Breite der Aufspaltung ist direkt proportional zur
Wellenlängendifferenz: der Teil des Spektrums zwischen 500 nm und 550
nm
ist auf dem Schirm/Kamera genauso breit wie der zwischen 550 nm und 600
nm. Bei Prismen ist die Aufspaltung nicht linear, wobei die kürzere
Wellenlängen zusammengequetscht sind.).
beugungslimitiert
[diffraction-limited]
Eine Angabe für die Qualität einer Optik. Es besagt, dass die
Optik das
Rayleigh-Kriterium erfüllt; das heisst, dass im Fokus alle
Lichtstrahlen
von jedem Punkt der Apertur höchstens um ein Viertel der
Wellenlänge
gegeneinander verschoben sind. Eine beugungslimitierte Optik muss
allerdings noch keine perfekte Optik sein, da das tatsächliche
Auflösungsvermögen besser sein kann als diese theoretische Limit.
Beugungsmuster
[diffraction pattern]
Ein Muster in der Abbildungsebene eines optischen Systems, welches durch
Beugung an Kanten im optischen System erzeugt wird.
Beugungsringe
[diffraction rings]
Auch als Airy-Scheibchen bezeichnete Erscheinung, dass punktförmige
Quellen (Sterne) in einem optischen System wie einem Teleskop als eine
Reihe von Ringen abgebildet werden. Diese entstehen durch Beugung am
Spiegelrand oder an der Apertur des Teleskops.
Be-Veränderliche
[Be variables]
Unregelmässig veränderliche Sterne des Spektraltyps B mit
Emissionslinien
im Spektrum. Bekannt sind sie auch unter dem Na