Leute, die einen Beitrag zur Astronomie
geleistet haben
und/oder die mir wichtig erscheinen
Abell, George Ogden: 1927 geborener amerikanischer Astronom. Sein
Hauptwerk war die Erstellung des Abellkatalogs aus den Palomar Sky Survey
Platten, der 1958 veršffentlicht wurde und 2712 reiche Haufen enthielt.
Abell starb 1983.
Adams, John Couch: 1819 geborener englischer Astronom und
Mathematiker. Er beschŠftigte sich vor allem mit der
Bahnungenauigkeit des Uranus, die auf einen weiteren Planet
hindeutete. 1845 hatte er die Bahn dieses hypothetischen Planeten
berechnet. Allerdings wurde eine systematische Suche aufgrund von Bedenken
des Astronomer Royal, George Bidell Airy, nicht rechtzeitig gestartet.
Daher konnte Urbain Le Verrier, der unabhŠngig von Adams die Bahn berechnet
hatte, und sein Berliner Kollege Johann Gottfried Galle die Lorbeeren der
Entdeckung des dann Neptun genannten Planeten einheimsen. TatsŠchlich haben
sich sowohl Adams als auch Le Verriers verrechnet, und die Bahn des Neptun
war zufŠllig an einem Schnittpunkt mit den berechneten Bahnen.
Adams, Walter Sydney: am 20.12.1876 bei Antakya (TŸrkei) geborener
Astronom amerikanischer StaatsbŸrgerschaft. Er arbeitete vor allem an
Sternspektren und war der erste, die Unterschiede zwischen Zwerg- und
Riesensternen in den Spektren fand. Ab 1914 arbeitete er zusammen mit
Arnold KohlschŸtter an Methoden, um Temperatur, Leuchtkraft und Entfernung
der Sterne aus ihren Spektren zu bestimmen. 1918 konnte er zeigen, dass die
Dichte des Weissen Zwerges Sirius B (des Begleiters von Sirius) 50
kg/cm3 ist. Desweiteren nahm er spektroskopische Studien der
AtmosphŠren von Mars und Venus vor. Zwischen 1901 und 1904 arbeitete er am
Yerkes-Observatorium, danach am Mount-Wilson-Observatorium, dessen Direktor
er von 1923 ab bis 1946 war. Er starb am 11.5.1956 in Pasadena,
California, USA.
Airy, George Bidell: 1801 geborener englischer Astronom und
Geophysiker. Er wurde der siebte Astronomer Royal, und unter seiner €gide
wurde das Greenwich Observatorium zu einem der effizientesten Institute in
der Positionsastronomie. Das von ihm erbaute Passageinstrument definierte
heute den Nullten LŠngengrad. Wegen seines geringen Interesses an der
Grundlagenforschung wurde die von John Couch Adams angefragte Beobachtung
des hypothetischen Planten (Neptun) nicht rechtzeitig durchgefŸhrt, und
Greenwich verschlief die EinfŸhrung neuer Felder in der Astronomie wie
Spektroskopie und Astrophysik. Er entdeckte IrregularitŠten in den Bahnen
von Erde und Venus, was seine einzige astronomische Beobachtung von Rang
war. Er bestimmte die Masse der Erde, indem er Schwerkraftmessungen an der
ErdoberflŠche und in einer Mine durchfŸhrte. Er starb 1892.
Aitken, Robert Grant: 1864 geborener amerikanischer Astronom. Er
arbeitete vor allem auf dem Gebiet der Doppelsterne. Am Lick-Observatorium
fŸhrte er eine grosse Durchmusterung nach Doppelsternen durch (ursprŸnglich
mit William Joseph Hussey), dessen Ergebnis der New General Catalogue
of Double Stars, bekannter unter dem Namen Aitken Double Star
Catalogue, war. Er enthielt Ÿber 31000 Doppelsterne. Aitken starb 1951.
Allen, James Alfred van: 1914 geborener amerikanischer Physiker. Ab
1945 war er an Raketenforschungsprojekten beteiligt, wobei am Anfang
erbeutete V2-Raketen eingesetzt wurden. Dabei wurden die zwei Plasmazonen
in der MagnetosphŠre der Erde entdeckt. Weiter war van Allen fŸr die
Ausstattung der amerikanischen Satelliten mit wissenschaftlichen GerŠten
zustŠndig, angefangen von den Explorer-Satelliten bis zu den Pioneer 10
und 11 Sonden. Damit wurden die MagentosphŠren von Planeten, die solare
Ršntgenemission und der Sonnenwind untersucht.
Aristarch
Baade, Walter
Balmer, Johann Jakob
Ein Mathematiker, geboren am 1.5. 1825 in Lausen
im Halbkanton Basel-Land, gestorben in Basel
am 12.3.1898, der 1884/85 die Formel für die
im sichtbaren Bereich liegenden Spektrallinien
des Wasserstoffs (Balmerserie) aufstellte.
Barnard, E.E.
Bartsch,
Bayer, Johann
Astronom aus Rain in Bayern (1572-7.3.1625,
Augsburg). Johann Bayer führte zahlreiche neue
Sternbilder am Südhimmel ein und veröffentlichte
1603 den ersten großen Sternatlas Uranometria,
der Nord- und Südhimmel umfasst. In diesem Atlas
wurde der Südhimmel erstmals korrekt kartografiert.
Belopolski, Aristarch Apollonowitsch
Stern- und Sonnenphysiker (1.7.1854 Moskau - 16.5.1934
Pulkowo), der über die periodische Verschiebung der Spektrallinien
von
delta Cephei nachweisen konnte, dass diese Art von Sternen pulsiert.
Bessel, Friedrich Wilhelm
Bethe, Hans Albrecht
Biela, W.
Biermann, Ludwig
Biesbroeck, Georges Achille van: 1880 geborener belgischer Astronom,
nachdem einer der intrinsisch schwŠchsten Sterne benannt ist. Es handelt
sich um einen M6 Zwergstern mit einer absoluten Helligkeit von 19.3 mag.
Er starb 1974.
Blashko, S.N.
Bok, Bart Jan
Geboren am 28.4.1906 in Hoorn, NL; von 1929 bis 1957 am
Harvard-College-Observatorium, 1957 bis 1965 Direktor des Mount
Stromlo-Observatoriums in Canberra, Australien, ab 1965 Direktor des
Steward-Observatoriums in Tuscon, Arizona, USA. Spezialgebiete waren die
Struktur des Milchstrassensystems, Dunkelwolken, Sternentstehung und
radioastromomische Beobachtungstechniken von interstellaren Gas. Gestorben
ist Bok am 5.8.1983 in Tuson. Die Bok-Globulen, Vorgängerobjekte von
Sternen, sind nach ihm benannt.
Boltzmann, Ludwig
Bradley, James
Geboren in Sherboren, England, im März 1692. Ab 1721 Professor in
Oxford,
ab 1742 Nachfolger von E. Halley als Direktor des Greenwich Observatory.
Spezialgebiet war die Positionsbestimmung von Sternen. Bekannt wurde
Bradley vor allem durch die Entdeckung der Abberation des Lichts (1728)
und
die Nutation (1747). Er starb am 13.7.1762 in Chalford.
Brahe, Tycho
Bunsen, Robert Wilhelm
Geboren am 30.3.1811 in Göttingen. Von 1839 bis 1850 Professor
in Marburg, danach in Breslau und Heidelberg zwischen 1852 und 1889.
Spezialgebiete waren die Gasanalyse sowie die physikalische Chemie
1859 entwickelte er mit G.R. Kirchhoff die Spektralanalyse,
mit deren Hilfe sie die Elemente Cäsium und Rubidium entdeckten.
Diese
Technik war und ist für die Astrophysik eine der wichtigsten
Grundlagen.
Gestorben ist Bunsen in Heidelberg am 16.8.1899.
Bremnes, Torbørn
Cacciatore, Niccolò: 1780 geborener italienischer Astronom, der
mit
seinen umgekehrten lateinischen Namen, Nicolaus Venator, alpha und beta
Delphini als Sualocin und Rotanev benannte. Gestorben 1841.
Cassegrain
Cassini, Giovanni Domenico
Stammvater der italienisch-französischen Astronomen- und
Geografendynastie.
Geboren am 8.6.1625 in Parimaldo (in der Nähe von Nizza). Ab 1650
Professor in Bologna, ab 1699 Direktor der Sternwarte von Paris. G.D.
Cassini entdeckte die Cassini-Teilung in den Saturnringen, 4 Saturnmonde
und die Rotation des Jupiter. Gestorben ist er am 14.9.1712 in Paris.
Chandler, S.C.: Entdecker der Chandlerschen Periode der
Polschwankungen.
Chandrasekhar, S.: einer der produktivsten Wissenschaftler, der mit 2
Nobelpreisen ausgezeichnet wurde.
Christy, J.S.: Entdecker des Plutomondes Charon
Christy, William Henry Mahony: Geboren 1845, achter Astronomer Royal,
dehnte die Aktivitätenliste des Royal Greenwich Observatory auf die
Gebiete
Astrofotografie und Spektroskopie aus. Desweiteren führte er
modernere
Teleskope ein. Er begann zusammen mit E.W. Maunder die täglichen
Sonnenaufnahmen in Greenwich. Er starb 1922.
Clairaut, Alexis Claude: ein 1713 geborener, französischer
Mathematiker und Physiker, der 1736 an einer Lapplandexpedition teilnahm,
um die Länge eines Längengrades zu messen. Das Ergebnis bewies,
dass die
Erde ein oblates Sphäroid ist. 1737 publizierte er eine theoretische
Erklärung zur Aberration von Sternlicht. Mit seiner eigenen
Lösung des
Dreikörperproblems konnte er eine exakte Vorhersage für den
Periheldurchgang des Halleyschen Kometen von 1758/59 machen. Er starb
1765.
Clark, Alvan: 1804 geborener Optiker aus den USA, der der
Eigentümer
der Firma war, die die Linsen für die beiden grössten
Refraktoren, 0.91 m
des Lick Observatory und das 1.01 m des Yerkes Observatory, hergestellt
hatte.
Er starb 1887.
Clark, Alvan Graham: Geboren 1832 als Sohn von Alvan Clark, der beim
Testen des 0.47 m Clark Refraktors den ersten Weissen Zwerg, den Begleiter
des Sirius, entdeckte. Er starb 1897.
Common, Andrew Ainslie: Geboren 1841, wurde der Engländer
Teleskopkonstrukteur und Astrofotograf. Er baute mehrere grosse
Spiegelteleskope, wie den 0.91 m Crossley-Reflektor, heute am Lick
Observatory. Nach 1880 machte er Aufnahmen mit einem anderen 0.91 m
Instrument, mit dem er erstmals die filamentartige Struktur des
Orionnebels beweisen konnte. Diese und andere Langzeitbelichtungen waren
möglich, da er eine hochpräzise Nachführung konstruiert
hatte. Er starb
1903.
Compton, A.H.: Amerikanischer Physiker, lebte von 1892 bis 1962.
Entdeckte 1923 den nach ihm benannten Compton-Effekt.
Cooke, Thomas: 1807 geborener englischer Optiker, dessen grösstes
Teleskop der 0.64 m Newall Refraktor war, welcher für den
Amateurastronomen Robert Stirling Newall gebaut wurde; dieser gab es 1890
an das Cambridge Observatory, welches es 1957 ans National Observatorium
von
Athen weitergab.
Coriolis, Gustave Gaspard de: Geboren 1792, wurde der Franzose als
Entdecker der Coriolis-Kraft bekannt. Gestorben 1843.
Couder, André: 1870 geborener französischer Optiker, der
den nach ihm
benannten Teleskoptyp Couder-Teleskop entwarf. Gestorben 1979.
Cowell, Philip Herbert: 1870 in Indien geborener englischer
Himmelsmechaniker, der sich vor allem mit der Bewegung der Knoten der
Mondbahn und deren säkularer Beschleunigung beschäftigte. Er
entwicklte
auch eine Methode (Cowells method) zur Bahnberechnung von
wechselseitig gravitativ anziehenden Körpern, welche bei der
Wiederkehr
des Halleyschen Kometen 1910 eingesetz worden war.
Crommelin, Andrew Claude de la Cherois: ein 1865 geborener irischer
Astronom französischer Herkunft. Er war Spezialist in der Berechnung
von Kometenbahnen. Er arbeitete häufig mit P.H. Cowell zusammen, mit dem
er die Daten für die Wiederkehr des Halleyschen Kometen von 1910
berechnete.
Desweiteren berechneten sie die früheren Wiederkehren bis zum 3.
Jahrhundert vor der Zeitenwende. Er konnte 1929 nachweisen, dass die
Kometen von 1818, 1873 und 1928 der gleiche war, der forthin Komet
27P/Crommelin genannt wurde. Er kehrte wie vorhergesagt 1956 wieder.
Crommelin starb 1939.
Daguerre, Louis Jaques Mandé: geboren am 18. November 1787 als
Sohn von Louis Jacques und Anne Antoinette Daguerre, geb. Hauterre, in
Cormeilles-en-Parisis im Department Val-d'Oise, Frankreich. Eigentlich
Maler, vor allem von Dioramen und Bühnenbildern, erfand er 1837
mit der Daguerrografie die Urform der Fotografie.
Er starb am 10.7.1851 in Bry-sur-Marne im Département Val-de-Marne,
Frankreich.
Dall, Horace Eward Stafford: 1901 geborener englischer
Amateur-Teleskopbauer, der den Cassegrain ähnlichen
Dall-Kirkham-Teleskoptyp entwickelte. Er starb 1986.
Danjon, André: 1890 geborener französischer Astronom. Ab
1921
entwickelte er verschiedene optische Photometer zum Studium von
Mondfinsternissen und veränderlichen Sternen. Weiter berechnete er
die
ersten genauen Albedos von Mond, Merkur und Venus und entwickelte einen
Prismenastrolab für die Messung von Sternpositionen.
Dawes, William Rutter: 1799 geborener englischer Arzt und
Amateurastronom, der sich zum Spezialisten in der Vermessung von
Doppelsternen entwickelte. Er verwendete dazu Mikrometer, mit welchen er
systematische Studien zum Auflösungsvermögen von Teleskopen
durchführte.
Diese Arbeit mündete in die Erstellung der sogenannten Dawes Skala,
welche
aufzeigt, welche Apertur für ein gewünschtes
Auflösungsvermögen verwendet
werden muss. Er entdeckte 10 Tage nach W.C. und G.P. Bond unabhängig
von
diesen den C-Ring des Saturns (crêpe-Ring). Er starb 1868.
de Chéseaux, Jean Philippe Loys: 1718 geborener Schweizer
Astronom,
nach dem der Komet C/1743 X1 benannt ist (Komet de Cheseaux). Er
berechnete die Bahnelemente und beschrieb den mehrfachen Schweif bei
dessen Erscheinung 1744. Er starb 1751.
Demokrit von Abdera: Um 460 v.Chr. in Abdera, Thrakien, geborener
griechischer Philosoph, der zu den wichtigsten Philosophen der griechischen
Antike gehört. Er war Schüler des Leukippos. Auf ihn geht die These von
den unteilbaren, kleinsten Teile, griechisch atomos, zurück, aus welchen
die ganze Welt aufgebaut sei. Astronomisch bedeutend ist seine Vorstellung,
dass die Milchstrasse aus einzelnen, fernen Sternen besteht. Daneben
unterteilte er in biologischen Untersuchungen die Tierwelt in die
Wirbeltiere (die mit Blut) und die wirbellosen (die ohne Blut). Er
unternahm ausgedehnte Studienreisen, z.b. nach Ägypten und Babylonien. Er
hielt Kontakt mit Anaxagoras. Er starb um 375 v. Chr.
Denning, William Frederik: 1848 geborener englischer Amateurastronom,
der vor allem Meteore untersuchte. Er berechnete Höhe und Geschwindigkeit
von über 1200 Meteoren, und war Herausgeber eines Meteorschauerkatalogs,
in welchem die Radianten der einzelnen Meteorströme aufgelistet sind. Ein
weiteres Ergebnis seiner Arbeit war, dass die Temperatur der Erdatmosphäre
in 100 km Höhe höher als bislang angenommen war. Daneben entdeckte er eine
Reihe von Nebeln, Kometen und Nova. Die berühmteste davon ist die Nova
Aquilae im Jahr 1918. Er starb 1931.
Descartes, René:
de Sitter, Willem: 1872 geborener niederländischer Kosmologe, der
das
masselose, hypothetische de Sitter-Universum als Modell durchgerechnet
hat. Es war der erste theoretische Hinweis auf ein expandierendes
Universum. Er starb 1934.
Dicke, Robert Henry: 1916 geborener amerikanischer Astrophysiker. Im
Jahr 1961 schlug er vor, dass die Gravitationskonstante zeitlich variabel
sei (Brans-Dicke-Effekt). Ab 1964 entwickelte er vor allem mit James
Peebles eine heisse Urknalltheorie (unabhängig auch von George
Gamov). Diese Theorie sagte die kurz darauf von Penzias und Wilson
entdeckte kosmische Hintergrundstrahlung voraus. 1957 skizzierte er das
schwache anthropische Prinzip. Ausserdem entwickelte er das Dicke
Radiometer und den Dicke-Switch. Er starb 1997.
Dirac, Paul Adrien Maurice: am 8. August 1902 in Bristol geborener
englischer Physiker. Er studierte Mathematik und Elektrotechnik und war ab
1927 Mitglied des Lehrkörpers des St. Johns College in Cambridge. Er
veröffentlichte 1926 eine verallgemeinterte Form der Quantenmechanik,
erarbeitete mit Enrico Fermi die Fermi-Dirac-Statistik (Quantenstatistik).
Das folgende Jahr publizierte er die Theorie der Wechselwirkung von
Lichtquanten mit Atomen, was die Grundlage der Quantenelektrodynamik
bedeutete. 1928 formulierte er die relativistische Quantentheorie des
Elektrons (Dirac-Theorie), die das 1932 von C.D. Anderson entdeckte
Positron als Antiteilchen des Elektrons postulierte. Ebenfalls 1928
berechnete er das magnetische Moment des Elektrons aufgrund seines Spins. 1930
wurde er Mitglied der Royal Society. 1931 postulierte er die Existenz von
magnetischen Monopolen. 1932 wurde er Professor für Mathematik in Cambridge.
1933 erhielt er zusammen mit Erwin Schrödinger den Nobelpreis für Physik.
Es folgen Arbeiten zur Kosmologie (Dirac-Kosmologie) und Quantenfeldtheorie.
1971 wechselte er nach Tallahassee, Florida, USA. Er starb am 20. Oktober
1984 in Tallahassee.
Dobson, John: 1915 geborener amerikanischer Amateurastronom. Nach ihm
ist der Dobson-Teleskoptyp benannt.
Dollond, John: 1706 geborener englischer Optiker. Er wurde 1752 in der
optischen Firma seines Sohnes Peter eingestellt. Dort entwicklelte er
1753 den Heliometer, ein Teleskop zum Messen von kleinen
Winkeln. Ausserdem erfand er achromatische Objektive mit Linsen
aus Kron- und Flintglas im Jahr 1757. Er starb 1761.
Dollond, Peter: 1730 als Sohn von John Dollond geborener englischer
Optiker. In der von ihm gegründeten Firma erfand sein Vater das Heliometer
und achromatische Objektive. Er entwickelte 1765 das achromatische
Tripletobjektiv aus zwei konvexen Linsen aus Kronglas, zwischen welchen
sich eine bikonkave Streulinse aus Flintglas befindet.
Donati, Giovanni Battista: 1826 geborener italienischer Astronom, der
den Komet C/1858 L1, der danach auch als Komet Donati benannt ist,
entdeckte. Er starb 1873.
Doppler, Christian Johann: 1803 in Salzburg geborener, nach heutiger
Grenzziehung österreichischer Astronom. Er beschrieb 1842 den akustischen
Dopplereffekt samt der mathematischen Gleichungen für die Veränderung der
Tonhöhe mit der Relativgeschwindigkeit zwischen Sender und Empfänger.
Später erkannte er, dass der Effekt für alle Wellenmedien, auch Licht als
elektromagnetischer Welle, gültig ist. Er versuchte dies auf die Farben
der Sterne anzuwenden, indem er annahm, dass die Sternfarben von der
Relativgeschwindigkeit der Sterne relativ zur Erde resultieren. Eine, wie
heute bekannt ist, falsche Annahme. Er starb 1853.
Draper, Henry: am 7.3.1837 in Prince Edward County, Virginia, USA,
geborener amerikanischer Physiker mit dem Spezialgebiet Spektroskopie. Er
unterhielt eine Privatsternwarte mit selbstgebauten Teleskopen und
Spektrografen und beobachtete, fotografierte und
spektroskopierte dort ab 1863 reihenweise Himmelsobjekte. Er machte 1500
qualitativ hochwertige Mondaufnahmen. Desweiteren nahm er die besten
Sonnenspektren der Zeit auf und konnte 1872 das erste (extrasolare) Sternspektrum
aufnehmen. Ab 1879 verwandte er trockene Fotoplatten und erzielte damit
herausragende Ergebnisse mit Aufnahmen von Mond, Mars, Jupiter, dem Orion
Nebel, dem Komet C/1881 K1 sowie von Sternspektren. Er starb am 20.11.1882 in
New York. Seine Witwe Mary Anna Draper, geborene Palmer,
vermachte dem Harvard-Observatorium einen Teil ihres
Vermögens. Mit diesem wurde die Herausgabe des Henry Draper Catalogues,
eines grossen Sternkatalogs, bezahlt.
Draper, John William: 1811 geborener englischer Wissenschaftler, der
als einer der Pioniere der Fotografie gilt. 1832 wanderte er in die USA
aus, wo 1837 sein berühmter Sohn Henry zur Welt kam. Im Winter 1839/40
machte er das erste Daguerreotyp (frühe Form der Fotografie)
vom Mond. Darauf waren die Mare eindeutig und klar zu erkennen. 1843
fotografierte er das Infrarot und das Ultraviolette Spektrum der Sonne
und konnte im IR drei Fraunhoferlinien ausmachen. Es ist anzunehmen, dass
dies die ersten fotografisch festgehaltenen Spektren der Sonne in diesen
Spektralbereichen waren. Er starb 1882, im selben Jahr wie sein Sohn.
Dreyer, Johan Ludvig Emil: 1852 geborener dänischer Astronom,
bisweilen auch als John Louis Emil Dreyer genannt. Er migrierte 1874 nach
Irland an das Observatorium von Lord Rosse. Später stellte er den New
General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars (NGC) und die beiden
Indexkataloge (IC) zusammen, welche auf den Arbeiten von William und John
Herschel basieren. Er arbeitete auch auf dem Feld der Geschichte der
Astronomie, wo er eine Biografie über sein Idol Tycho Brahe schrieb sowie
die Veröffentlichungen von William Herschel editierte. Er starb 1926.
Dugan, Raymond Smith: 1878 geborener amerikanischer Astronom, der den
Asteroid 511, Davida, entdeckte. Gestorben 1940.
Dyson, Frank Watson: 1868 geborener englischer Astronom, der sich vor
allem mit Astrometrie, also der Bestimmung von Sternpositionen und
Eigenbewegungen. Ausserdem konnte er bei Beobachtungen von
Sonnenfinsternissen die Elementzusammensetzung der Chromosphäre bestimmen.
Aufgrund dieser erfolgreichen Messungen wurde die Greenwich
Sonnenfinsternisexpedition von 1919 zusammengestellt, welche dadurch
bekannt wurde, dass die Lichtablenkung, die aus der allgemeinen
Relativitätstheorie vorhergesagt worden war, beobachtet wurde. Ausserdem
führte er die Sendung von Zeitsignalen von Greenwich aus in den zwanziger
Jahren ein. Er war ab 1910 der neunte Astronomer Royal. Er starb 1939.
Eddington, Arthur Stanley: am 28.12. 1882 in Kendal, England,
geborener Astronom. Er wurde 1914 Direktor der Sternwarte in Cambridge
(England). Eine seiner herausragenden Leistungen erzielte Eddington mit
seinen Arbeiten über den inneren Aufbau von Sternen, wobei er die
Einsteinsche Masse-Energie-Äquivalenz richtig als Energiequelle annahm,
ohne den genauen Mechanismus der Energieproduktion zu kennen. Die
Masse-Leuchtkraft-Beziehung von Hauptreihensternen geht auf ihn zurück
(1924). Die Zusammenfassung dieser Arbeiten erschien 1926 in The
Internal Constitution of Stars. Weiters arbeitete
er an einer Theorie der Weissen Zwerge (Entartung der Materie von Weissen
Zwergen) und über
Interstellare Materie. Auch interessierte er sich als einer der ersten
Astronomen sehr für die (allgemeine) Relativitätstheorie und nahm an der
Sonnenfinsternisexpedition des Greenwich Observatoriums teil, bei dem die
Lichtablenkung von Sternen im Schwerefeld der Sonne gemessen werden
sollte - die Ergebnisse wurden mehrfach angezweifelt, aber die Akzeptanz
der Theorie wurde durch die Publikation stark befördert.
Er engagierte sich auch im populärwissenschaftlichen Bereich und wurde
damit auch weit ausserhalb der akademischen Forschungswelt bekannt. Er
starb am 22.11.1944 in Cambridge.
Quellen: Cambridge Illustrated History of Astronomy
Hevel, J.
Hevelius
Hipparch
Hubble, Edwin
Huygens, Christian
Jarkowsky, Ivan Osipowitsch: 1804 geborener russischer Phyisker, nach
dem der Jarkowsky-Effekt benannt ist. Er starb 1902.
Jeans, James Hopwood
Kant, Immanuel: am 22.4.1724 in Königsberg, Ostpreussen, geborener
Philosoph. Er veröffentlichte 1755 eine Kosmogonie names Allgemeine
Naturgeschichte und Theorie des Himmels, in welcher Sterne in
Sternsystemen angeordnet sind (Welteninseln). Die Sterne bilden sich aus
homogen verteiltem Gas, sammeln sich im Laufe des Lebens in Sternhaufen
und enden in Explosionen, wodurch die Materie wieder gleichförmig verteilt
wird und der Kreislauf von vorne beginnen kann. Ebenfalls in diesem Werk
wird ein Modell für die Entstehung des Planetensystems, respektive von
Planentensystemen, beschrieben. Dabei entstehen die Plaenten in einer
Scheibe kondensierter, primordialer Materie.
Kapteyn, Jacobus Cornelius: am 19.1.1851 in Barneveld, Niederlande
geborener Astronom. Er arbeitete in Leiden und Groningen. Er stellte die
fotografische Kap-Durchmusterung, einen Sternkatalog des südlichen Himmels,
anhand von Aufnahmen (gemacht in Südafrika) von D. Gill zusammen, arbeitete auf
dem Gebiet der Photometrie, Stellarstatistik, Datenreduktionstechniken,
Eigenbewegungen (Kapteyns Stern, 1897) und der Struktur der Milchstrasse
(Eichfelder, ab 1906; Kapteyns Universum). Zusammen mit Pieter Johannes van Rhijn unternahm er
eine Abschätzung der Grösse der Milchstrasse, die allerdings ein falsches
Ergebnis produzierte, da sie die Position der Sonne im Zentrum der
Milchstrasse annahmen - wegen der Extinktion durch Staubwolken konnten sie
die genaue Position der Sonne in der Galaxis nicht gut festlegen. Er starb
am 18.6.1922 in Amsterdam.
Kirkham, Alan R.: Parallel und unabhängig zu H.E.S. Dall
Entwickler des
Dall-Kirkham-Teleskops.
Kopernikus, Nikolaus: Siehe Koppernigk, Nikolaj.
Koppernigk, Nikolaj: geboren am 19.2.1473 in Torun (Thorn) als Sohn
einer Kaufmannsfamilie. Nach dem Tod seines Vaters 1483 wurde er von
seinem
Onkel, dem Bischof von Ermland, erzogen. Ab 1491 studierte er in Krakau
und ab 1496 in Bologna Kirchenrecht, nebenbei auch Medizin und Astronomie.
Papst Alexander VI. berief ihn 1500 zu astronomischen Vorlesungen nach
Rom,
wo er eine Sonnenfinsternis beobachtet haben soll.
Bis 1503 war er in Padua mit medizinischen Studien beschäftigt.
Zurück in
Polen wurde er Arzt seines Onkels und Inhaber einiger Kirchenämter.
Nach
dem Tod seines Onkels wurde er 1512 Domherr in Frombork (Frauenburg).
Etwa bis 1507 sollte Koppernigk zu der Idee gelangt sein, dass die Erde
nicht wie gemäss dem Ptolemäischen Weltbild im Zentrum der Welt
stehen
sollte, sondern die Sonne. 1510 schickte er eine kurze handschriftliche
Beschreibung seiner Vorstellungen an einige namhafte Astronomen. Seine
Hypothese beruhte auf alten Aufzeichnungen, er selbst besass keine
brauchbaren Instrumente. In den 1530er Jahren hatte er das Manuskript
seines Hauptwerkes De Revolutionibus Orbium Coelestium
fertiggestellt, welches er - angeblich aus Angst vor kirchlichen
Gegenmassnahmen - erst nach seinem Tod 1543 veröffentlichen liess.
Koppernigk vertrat die Ansicht, dass sich die beobachtbaren Bewegungen der
Himmelskörper am besten durch die Bewegung der Erde um die Sonne,
zusammen
mit einer Rotation der Erde erklärt werden konnte. Allerdings wollte
er
sich noch nicht von der Kreisbahn als quasi göttlicher
Form
trennen, weswegen noch aufwändige Epizykelkonstruktionen nötig
waren. Der
Hauptkritikpunkt war allerdings, dass eine Bewegung der Fixsterne relativ
zueinander aufgrund der Erdbahn um die Sonne (die jährliche
Parallaxe) nicht
beobachtbar war. Es schien unplausibel, dass die Sterne soweit entfernt
sein sollten, dass man diese Bewegung nicht messen konnte.
Tatsächlich war
aber genau das der Fall, da die Bewegung weniger als 1 Bogensekunde
ausmacht, ohne Teleskop aber 1 Bogenminute das Maximum der erzielbaren
Genauigkeit ist. Daneben wurde Koppernigks Lehre nach einiger Zeit auch
von Kirche bekämpft; allerdings gab es auch kritische Stimmen in der
Kirche
mit dem Tenor, dass eine offenbar unvollkommene Erde keinen Platz im
Zentrum des Universums einnehmen könne.
Maanen, Adrian van: 1884 geborener amerikanischer Astronom. Er
entdeckte 1917 den nach ihm benannten Weissen Zwerg (van Maanens Stern) im
Sternbild Fische in einer Entfernung von 4.3 pc. Ausserdem gab er bekannt,
die Rotation von Spiralnebeln gemessen zu haben, was bis zur Great
Debate als Argument gegen die Weltinselnhypothese angesehen
wurde (wenn die Spiralnebel beobachtbar schnell rotieren, kšnnen sie nicht
weit entfernt sein, und mŸssten folglich innerhalb der Milchstrasse
liegen). Dieses Ergebnis konnte nicht nachvollzogen werden, was van Maanen
seine Reputation kostete. Er starb 1946.
Nicholson, Seth B.: (1891-1963) Entdecker des Jupitermondes Carme.
Olbers, Heinrich Wilhelm Matthias
Philolaus
Piazzi, G.
Planck, Max
Ptolemaios, Claudius
Pythagoras
Rayet, Georges Antoine Pons: 1839 geborener franzšsischer Astronom,
der zusammen mit Charles Joseph Etienne Wolf die Wolf-Rayet-Sterne
entdeckte. Er starb 1906.
Rheticus, G.J.
Roemer, Ole
Sandage, Allen
Scheiner, Christoph
Schwarzschild, Karl
Schwarzschild, Martin
Stark, Johannes
Stefan,
Struve, Otto
Tammann, Andreas Gustav
Thales von Milet
Thim, Frank
Ulug-Beg: Tartarenfürst (1394-1449), der in Samarkand eine
bedeutende
Sternwarte errichtete.
Vogel, Hermann Carl: am 3.4.1841 in Leipzig geborener deutscher
Astronom. In den 1870er Jahren startete er ein grosses Unterfangen zur
Spektralanalyse von Sternen mit dem Ziel, eine Spektralklassifikation zu
erstellen. Damit scheiterte er, fand dafŸr 1888 Dopplerverschiebungen in
Sternspektren und konnte mit diesen Radialgeschwindigkeiten von Sternen
bestimmen. Er fand 1889, dass Algol und Spica spektroskopische
Doppelsterne sind - die ersten entdeckten spektroskopischen Doppelsterne -
und konnte deren Bahnen und Massen bestimmen. Von 1865 bis 1874 war er in
Leipzig, ab 1874 war er in Potsdam massgeblich am Aufbau des
Astrophysikalischen Observatoriums beteiligt. 1882 wurde er dessen erster
Direktor. Er starb am 13.8.1907 in Potsdam.
Vogt, Heinrich: 1890 geborener deutscher Astronom. Nach ihm und Henry
Norris Russel ist das Russell-Vogt Theorem benannt, welches besagt, dass
fŸr eine gegebene Masse und chemische Zusammensetzung nur eine Mšglichkeit
der internen Sternstruktur besteht. Dies gilt bis auf wenige Ausnahmen. Er
starb 1968.
Voigt, Waldemar: 1850 geborener deutscher Physiker. Er konnte die Form
der gemessenen, starken Absorptionslinien von SternatmosphŠren
verschiedenen EinflŸssen zuscheiden: Dopplerverbreiterung und
Druckverbreiterung, welche vor allem die LinienflŸgel beeinflusst. Er starb
1919.
Walraven, Johanna Helena: 1920 als Terlinden geborene niederlŠndische
Astronomin. Sie entwickelte zusammen mit ihrem Mann Theodor Walraven das
Walrave-Photometer, welches ohne Farbfilter auskommt. Sie starb 1989.
Walraven, Theodor: 1916 geborener niederlŠndischer Astronom. Er
entwickelte zusammen mit seiner Frau Johanna Helena Walraven das
Walraven-Photometer.
Wefa, Abul: um 940 in Busdschan geborener arabischer Mathematiker. (zu deutsch: Vater der
Wahrheit) Er wandte die Trigonometrie auf den Himmel an und
veršffentlichte ein astronomisches Sammelwerk. Er starb 988 in Bagdad.
WeizsŠcker, Carl Friedrich Freiherr von: 1912 in Kiel geborener
deutscher Physiker und Philosoph. Er erarbeitete 1938 unabhŠngig von Hans
Bethe die Physik des Kohlenstoff-Stickstoff-Sauerstoffzyklus fŸr die
Energieproduktion in (massereichen Hauptreihen-)Sternen, der daher auch
als Bethe-WeizsŠcker-Zyklus genannt wird. In den Nazijahren arbeitete er am
deutschen Atom(bomben)programm mit. 1944 reanimierte er die Nebelhypothese
fŸr die Entstehung des Sonnensystems, die auf Immanuel Kant und Pierre
Simon de Laplace zurŸckgeht. Nach dem zweiten Weltkrieg verlegte er sich
von der theoretischen Physik mehr und mehr in die Philosophie und
engagierte sich gegen Kernwaffen (Gšttinger Manifest 1958).
Werner, Sven Theodor: 1898 geborener dŠnischer Physiker. Er entdeckte
eine Serie von Absorptions-/Emissionslinien von molekularem Wasserstoff im
UV im Bereich von 100 nm bis 123 nm. Er starb 1984.
.
West, Richard Martin: 1941 geborener dŠnischer Astronom, der vor allem
auf dem Gebiet der Kometenforschung arbeitet.
Whipple, Fred Lawrence: 1906 geborener amerikanischer Astronom. Er
arbeitete auf dem Gebiet der Meteoritenbeobachtungen (vor allem in den
dreissiger und vierziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts) und
entdeckte dabei, dass die Tauriden (Meteorstrom) und der Komet Encke die
gleiche Umlaufbahn haben. Bekannt wurde er fŸr seine 1949 aufgestellte
These, dass Kometen dreckige SchneebŠlle seien, was 1986 durch
Sonden (vor allem die Giotto-Sonde) am Halleyschen Kometen bestŠtigt wurden.
Desweiteren arbeitete er an Planetarischen Nebeln und Sternentwicklung.
WidmannstŠtten, Aloys Josef Graf von: 1754 geborener šsterreichischer
Technologe, der 1808 die nach ihm benannten WidmannstŠttenschen Figuren in
Anschliffen von Meteoriten entdeckte. Er starb 1849.
.
Wien, Wilhelm: 1864 geborener deutscher Physiker, der auf dem Gebiet
der Elektrodynamik arbeitete. Von ihm stammt das Wiensche
Verschiebungsgesetz genannte Strahlungsgesetz. Er starb 1928.
Wilson, Robert Woodrow: 1936 geborener amerikanischer Physiker.
Zusammen mit Arno Penzias entdeckte er 1964 mit einer Hornantenne der Bell
Labs in Holmdel, New Jersey, USA, die kosmische Hintergrundstrahlung, wofŸr
sie 1978 den Nobelpreis fŸr Physik bekommen haben.
.
Wirtz, Karl Wilhelm: 1876 geborener deutscher Astronom, der 1924 den
Zusammenhang zwischen Rotverschiebung der Galaxien und deren Entfernung
erkannt, noch 5 Jahre vor Edwin Hubble. Er starb 1939.
Wolf, Charles Joseph Etienne: 1827 geborener franzšsischer Astronom,
der zusammen mit Georges Antoine Pons Rayet die Wolf-Rayet-Sterne
entdeckte. Er starb 1918.
Wolf, Maximilian Franz Joseph Cornelius, kurz Max: am 21.6.1863 in
Heidelberg geborener deutscher Astronom. Er zŠhlt zu den Pionieren der
photographischen Methoden in der Astronomie. Er wandte diese Technik an,
um Planetoiden zu entdecken; die erste Entdeckung gelang ihm 1891 mit
Brucia, Asteroid 323. Weitere 231 folgten. Ausserdem beobachtete er
Dunkelwolken und entdeckte mehrere Nebel, zum Beispiel den
Nordamerikanebel, den periodischen Kometen 1884 III (Komet 14P/Wolf), die
Reflexionsnebel in den Plejaden, mit dem Coma-Haufen in Coma Berenices den
ersten Galaxienhaufen, und spŠter noch den Virgohaufen. Max Wolf ist der BegrŸnder
der Heidelberger Sternwarte auf dem Kšnigsstuhl, dessen Direktor er ab 1909
war. Er starb am 3.10.1932 in Heidelberg.
Wolf, Rudolf: am 7.7.1816 in FŠllanden (bei ZŸrich) geborener
schweizer (fŸr Schweizer: Schweizer;-) Astronom. Er sammelte, inspiriert von
der Entdeckung des Sonnenzyklus, alle Daten Ÿber Sonnenflecken(zahlen) und
konnte so mit Daten bis zurŸck nach 1610 die LŠnge des Sonnenzyklus zu
11.1 Jahren berechnen. Er fŸhrte die (ZŸrcher) Sonnenfleckenrelativzahl
(auch Wolf-Zahl)
ein, nahm eine Reihe von statistischen Untersuchungen Ÿber die
Sonnenfleckenzahlen vor und entdeckte den Zusammenhang zwischen der
HŠufigkeit von Sonnenflecken und Stšrungen von elektromagnetischen Feldern
in der ErdatmosphŠre. Er war von 1847 bis 1855 Direktor der Sternwarte
Bern, ab 1855 Professor in ZŸrich und ab 1864 Direktor der ZŸrcher
Sternwarte. Er starb am 6.12.1893 in ZŸrich.
Wollaston, William Hyde: 1766 geborener britischer Physiker. Nach im
ist das Wollaston-Prisma benannt. Er starb 1828.
Wolley, Richard van der Riet: 1906 geborener englischer Astronom.
Seine Arbeitsgebiete umfassten die Sonne, Kugelsternhaufen und
Stellardynamik. Durch Messungen von Eigenbewegungen und
Radialgeschwindigkeiten einer grossen Zahl von Sternen konnte die Struktur
der Milchstrasse geklŠrt werden. Dabei fand er auch Sternstršme, die sich
durch einheitliches Alter auszeichnen. Es sind dies (ehemalige) offene
Sternhaufen, die sich in verschiedenen Entwicklungsstadien befinden. Diese
Erkenntnis war die Grundlage fŸr das moderne Bild der Entstehung der
Milchstrasse durch einen Kollaps einer Gaswolke, wobei die ersten Sterne im
Halo entstanden, und die spŠter entstandenen und damit jŸngeren Sterne in
(den inneren Bereichen) einer Scheibe entstanden. Er war der elfte
Astronomer Royal. Er starb 1986.
Wolter, Hans Karl Hermann: 1911 geborener deutscher Physiker, der das Prinzip des
streifenden Einfalls für die Abbildung in Röntgenteleskopen erkannte. Daher
werden solche Röntgenteleskope Wolter-Teleskope genannt. Er starb
1977.
Wright, Franklin B.: Amerikanischer Astronom, der 1935 eine
modifizierte Art der Schmidt-Kamera vorstellte.
Zeeman, Pieter: 1865 geborener niederländischer Physiker, der die
Aufspaltung von Spektrallinien in mehrere Komponenten beobachtete, wenn
die Quelle des Lichtes (Atome) sich in einem äusseren Magnetfeld befinden
(Zeeman-Effekt). Er starb 1943.
Zeldowitsch, Yakow Borisowitsch: am 8.3.1914 in Minsk geborener
russischer Physiker und Astronom. Er arbeitete in der Kern- und
Teilchenphysik sowie in der relativistischen Astrophysik und Kosmologie.
Zusammen mit Rasheed Alievich Sunyaev entdeckte der den
Sunyaev-Zeldowitsch-Effekt. Er starb am 2.12.1987 in Moskau.
Zwicky, Fritz: 1898 in Bulgarien geborener Astronom schweizer
Nationalität, der vor allem in den USA arbeitete. Er fand 1933 durch die
Messung der Sichtliniengeschwindigkeiten von Galaxien in Galaxienhaufen
(woraus der die Geschwindigkeitsdispersion berechnete, welche ein Mass für
die Masse ist), dass das Masse-Leuchtkraft-Verhältnis von Galaxienhaufen
etwa fünfzig Mal so gross ist wie das Masse-Leuchtkraft-Verhältnis einer
einzelnen Galaxie. Er schloss daraus, dass es eine missing massgibt,
welche die Bewegung der Testteilchen (der Galaxien) im
Gravitationspotential des Galaxienhaufens erklären kann. Diese sollte aus
interstellarer Materie und Zwerggalaxien bestehen. Später wurde daraus das
Problem der Dunklen Materie der Galaxienhaufen. Zusammen mit Walter
Baade brachte der den Begriff Supernova auf, um diese überhellen
Erscheinungen von den gewöhnlichen Novae zu unterscheiden. Sie
postulierten, dass aus den Supernovaexplosionen Neutronensterne entstehen
würden. Das wurde mit der Entdeckung des Pulsars im Krebsnebel 1968
bestätigt. Er untersuchte Supernovae (vor allem mit Schmidtkameras) in
extragalaktischen Sternsystemen. Desweiteren untersuchte er Galaxienhaufen,
wobei er auf das excess light (überschüssiges Licht) zwischen den
Galaxien aufmerksam machte, für welches er eine intracluster Population
von Sternen verantwortlich sah. Dies wurde durch Untersuchungen von
Planetarischen Nebeln in Galaxienhaufen ab Ende der neunziger Jahre des
zwanzigsten Jahrhunderts bestätigt. Desweiteren interessierte er sich für
pekuliäre Galaxien, die zum Beispiel Brücken zwischen zwei nahe
benachbarten Galaxien aufweisen. Er fasste seine Arbeiten über Galaxien
und Galaxienhaufen im Zwicky Catalogue zusammen, der kurz vor seinem
Tod 1974 fertiggestellt wurde.